Ecuador trauert um immer mehr Erdbeben-Opfer | Aktuell Amerika | DW | 18.04.2016
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Aktuell Amerika

Ecuador trauert um immer mehr Erdbeben-Opfer

Nach diesem schweren Beben müsse das Land nun zusammenrücken, sagt Ecuadors Staatschef Correa. In den Katastrophengebieten werden immer mehr Opfer geborgen. Die Staatengemeinschaft startet Hilfsaktionen.

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Ecuador: Größte Tragödie seit 67 Jahren

Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Opfer weiter steige, da noch Menschen unter den Trümmern vermutet würden, sagte Präsident Rafael Correa in einer Fernsehansprache an die 16 Millionen Ecuadorianer. Er war am Sonntag von einem Besuch in Rom zurückgekehrt und direkt nach Manta und Portoviejo gereist, zwei der am stärksten betroffenen Städte. Das Land sei extrem hart getroffen worden, sagte Correa weiter. Höchste Priorität habe nun die Suche nach Überlebenden. Der Staatschef nannte das Beben die größte Tragödie der vergangenen 67 Jahre.

Vizepräsident Jorge Glas berichtete, aus den "Bruderstaaten" Mexiko und Venezuela kämen Hilfstransporte. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini stellte rasche finanzielle und technische Hilfe Europas in Aussicht. Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, stellte 100.000 Euro für die Soforthilfe bereit.

Die Regierung in Quito mobilisierte mehr als 14.000 Mitarbeiter der Sicherheitskräfte für Hilfseinsätze und Rettungsmaßnahmen und schickte zwei mobile Krankenhäuser in die Katastrophenregion. Landesweit wurde der Ausnahmezustand verhängt.

Beben der Stärke 7,8

Der Westen Ecuadors war am Samstagabend (Ortszeit) von einem Erdbeben der Stärke 7,8 erschüttert worden. Seitdem gab es mehr als 135 leichtere Nachbeben. Das Erdbeben traf vor allem die bei Touristen beliebte Pazifikküste Ecuadors. Es war sogar im Norden von Peru und im südlichen Kolumbien zu spüren. Das Epizentrum lag 170 Kilometer nordwestlich der ecuadorianischen Hauptstadt Quito in der Provinz Esmeraldas. Laut offiziellen Angaben war es das stärkste Beben im Land seit 1979. Damals waren 600 Menschen ums Leben gekommen

Die Behörden gehen davon aus, dass die Zahl der Todesopfer, die derzeit mit 350 angegeben wird, weiter steigen wird. Unter den Trümmern eingestürzter Gebäude werden noch zahlreiche Menschen vermutet.

Erdbeben: Schwere Schäden in Pedernales (Foto: dpa)

Schwere Schäden in Pedernales

Neben Esmeraldas ist laut Medienberichten die angrenzende Provinz Manabí am stärksten betroffen Der Bürgermeister des in Manabi gelegenen Urlaubsortes Pedernales (Artikelbild) am Pazifik rechnete mit bis zu 400 Toten allein in seiner Stadt - viele von ihnen könnten in den Trümmern der rund 40 eingestürzten Hotels liegen. "Pedernales ist verwüstet", sagte Bürgermeister Gabriel Alcívar.

Schäden und Opfer in Guayaquil

Auch aus Guayaquil, der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes, wurden schwere Schäden und Tote gemeldet. Nach Angaben von Einsatzkräften wurden zwei wichtige Verbindungsstraßen zwischen Küste und Landesinnerem wegen Schäden gesperrt.

In Portoviejo in der Provinz Manabí brachen nach dem Erdbeben rund 100 Häftlinge aus einem Gefängnis aus. Dies teilte Justizministerin Ledy Zuñiga auf Twitter mit. Etwa 30 Gefangene seien wieder gefasst worden.

wl/haz (afp, dpa, rtr, kna)

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