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Wahlen

Ecuador: Stichwahl für Präsidentschaftswahl prognostiziert

Momentan führt der Regierungskandidat, doch erfüllt er nicht die Bedingungen für einen direkten Sieg. Eine Stichwahl ist wahrscheinlich. Deren Ergebnis könnte auch für das Asyl von Julian Assange bedeutend werden.

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Hochrechnungen deuten auf Stichwahl hin

Der linke Regierungskandidat Lenín Moreno führt bei der Präsidentschaftswahl in Ecuador. Nach Auszählung von gut zwei Dritteln der Stimmen kommt Moreno auf mehr als 39 Prozent, wie der Präsident der nationalen Wahlbehörde mitteilte.

Moreno will den linken Kurs von Staatspräsident Rafael Correa fortsetzen, der nach zehn Jahren an der Macht nicht mehr angetreten ist. Der Kandidat der Regierungspartei Allianza País war unter Correa bereits Vizepräsident. 2013 hatte er bei seinem Rücktritt von dem Amt gesundheitliche Gründe angegeben und eigentlich verkündet, keinen Posten mehr anzustreben.

Auf Platz zwei liegt laut Wahlbehörde mit knapp 28 Prozent der konservative Politiker Guillermo Lasso. Der Besitzer einer Bank will neben einem Politikwechsel auch zahlreiche Steuererleichterungen durchsetzen. Lasso hatte auch angekündigt, das Asyl für Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London zu beenden. Auf Platz drei liegt derzeit die einzige Frau unter den acht Kandidaten, Cynthia Viteri von der Christsozialen Partei.

Guillermo Lasso zeigt im Wahllokal das Victory-Zeichen (Foto: Reuters)

Zeigt das Victory-Zeichen, ist aber momentan Zweitplatzierter: Guillermo Lasso

Nach bisherigem Stand sieht es nach einer erforderlichen Stichwahl aus. Für einen Sieg in der ersten Runde muss ein Kandidat 40 Prozent erreichen und zugleich zehn Prozentpunkte vor dem Zweitplatzierten liegen. Eine Stichwahl würde am 2. April stattfinden. 

Moreno deklariert sich zum Gewinner

Moreno erklärte sich nach Bekanntwerden der ersten Prognosen bereits zum Gewinner und rief Lasso auf, seine Niederlage anzuerkennen. Die Ecuadorianer hätten für die Fortsetzung der "Revolution der Bürger" gestimmt, sagte der seit einem Raubüberfall vor zwei Jahrzehnten im Rollstuhl sitzende Moreno in einer ersten Reaktion. "Lasst uns diesen Prozess fortführen." Lasso wies hingegen vor seinen Anhängern darauf hin, dass die Befragungen nach dem Verlassen der Wahlbüros auf eine Stichwahl hindeuteten.

Lenín Moreno zeigt den ausgefüllten Stimmzettel (Foto: Picture Alliance)

Der in Führung liegende Lenín Moreno präsentierte seinen ausgefüllten Wahlzettel

Correra brachte dem Land Stabilität in politisch turbulenten Zeiten. Dank lange sprudelnder Einnahmen aus dem verstaatlichten Ölgeschäft wurden in Correas Amtszeit neue Straßen, Flughäfen, Kraftwerke und Krankenhäuser gebaut. Die Wirtschaft wuchs in seiner Amtszeit im Schnitt 1,5 Prozent pro Jahr. Für Kritik sorgte aber der autoritäre Führungsstil und die Umweltzerstörungen durch die Ölförderung im Amazonasgebiet. Und als der Ölpreis fiel, gerieten auch die Reformprogramme Correas unter Druck. Es zeigte sich das Risiko der starken Öl-Abhängigkeit.

Wahlpanne für einen Kandidaten

Ungewöhnlich verlief der Wahlsonntag für den weit abgeschlagenen Patricio Zuquilanda: Begleitet von mehreren Anhängern erschien der Politiker von der Partei Sociedad Patriótica um Punkt 08.00 Uhr im Wahllokal in Cumbaya, 20 Minuten von der Hauptstadt Quito entfernt - aber der zuständige Wahlleiter des Lokals war noch nicht da. So konnte er nicht seine Stimme abgeben. Er bekam aber ein Zertifikat, dass er in dem Lokal erschienen ist - als Beleg für die Erfüllung der Wahlpflicht, die für 18- bid 65-Jährige gilt.

Insgesamt waren am Sonntag 12,8 Millionen Ecuadorianer zur Wahl aufgerufen. Neben der Wahlpflicht herrscht vor und während der Wahl Alkoholverbot, damit mit klarem Kopf gewählt wird.

ust/se (rtr, dpa, ap, afp)

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