1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Amerika

Ecuador lässt sein Erdöl im Boden

Die Regierung von Präsident Correa will ernst machen mit dem Klimaschutz – aber nicht zum Nulltarif.

default

Präsident Correa will die Europäer von seinen Klimaschutzplänen überzeugen

Den Verzicht auf Ölbohrungen in einem Nationalpark im Interesse des Klimaschutzes will sich der Andenstaat von den reichen Staaten bezahlen zu lassen. Diesen Plan will Präsident Rafael Correa in den nächsten Wochen auf mehreren Auslandsreisen erläutern. Den Auftakt machten am Mittwoch Gespräche mit der Regierung in London. Correa erhofft sich Unterstützung in Höhe von drei Milliarden Dollar.

Positive Signale aus Deutschland und Spanien.

Quito hatte in der vergangenen Woche bereist angekündigt, die Bundesregierung habe bereits eine Zusage für 50 Millionen Dollar im Zeitraum von 13 Jahren gemacht. Das wurde aus Berlin jedoch umgehend dementiert. Höhe, Zeitraum und weitere Details einer solchen Unterstützung müssten erst noch bestimmt werden, sagte ein Regierungsbeamter in Berlin. Deutschland unterstütze die Initiative von Ecuador, mache seine Beteiligung aber von der Mitwirkung weiterer Staaten abhängig. Auch müsse das im Gegenzug unter Schutz gestellte Gebiet noch vergrößert werden.

Ecuador Guachala Proteste Indigene

Immer wieder haben Ureinwohner in Ecuador gegen mögliche Ölförderung in ihrem Gebiet protestiert.

Der Plan Correas sieht vor, dass drei Ölfelder im Nationalpark Yasuni vor jeder Erschließung verschont bleiben. Bohrungen auf weiteren Flächen in diesem Regenwaldgebiet werden jedoch nicht ausdrücklich untersagt. Der Nationalpark, in dem mehrere Stämme von Amazonas-Indianern leben, wurde von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

20 Prozent der Ölreserven von Ecuador

Umweltschützer begrüßen die erstmals vor zwei Jahren vorgestellte Initiative der ecuadorianischen Regierung. "Das ist das erste Mal, dass sich die Regierung eines großen ölproduzierenden Staates freiwillig zu einem Verzicht auf lukrative Ölbohrungen bereit erklärt hat, um den Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen", so der Wissenschaftler Matt Finer von der Organisation Save America's Forests.

Die Ölvorkommen im Nationalpark Yasuni werden auf 850 Millionen Barrel geschätzt, das entspricht 20 Prozent der gesamten Ölreserven Ecuadors. Die reichen Staaten sollen Ecuador mindestens die Hälfte der davon in zehn Jahren erwarteten Einnahmen bezahlen, was etwa drei Milliarden Dollar entspricht. Der Haushalt des Andenstaats stützt sich zu einem Drittel auf die Einnahmen aus der Ölförderung.

Ölpipeline im Yasuni Nationalpark in Ecuador

In der Nähe des Yasuni Nationalparks verlaufen bereits Ölpipelines, die zum Teil schwere Umweltschäden verursachen.

Die Regierung in Quito rechnet vor, dass der Verzicht auf die Förderung bedeutet, dass 410 Millionen Tonnen Kohlendioxid nicht in die Atmosphäre entweichen. Spanien gehört zu den lautesten Befürwortern des Projekts. Aber auch in Madrid wird noch überlegt, wie hoch die Unterstützung ausfallen könnte. Die spanische Regierung hat Ecuador bereits 200.000 Dollar gegeben, um die Einrichtung des Programms zu finanzieren.

Der ecuadorianische Außenminister Fander Falcon sagte, der internationale Fonds solle bis Mitte November bereit sein. Für seine Verwaltung hat Ecuador technische Unterstützung beim Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen angefordert, wie UNDP-Sprecherin Carolina Azevedo mitteilte.

Nach seinen Gesprächen in London will Correa im November weitere Staaten besuchen. Auf seinem Reiseprogramm stehen Kanada, Frankreich, Schweden, Belgien und die USA. (mge/ap/epd)