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Lateinamerika

Ecuador: Beratung trotz Ausnahmezustand

Meuternde Sicherheitskräfte hatten Ecuador Ende September an den Rand eines Putsches geführt. Die Regierung übernahm kurzzeitig alle Sendefrequenzen. Kritiker werfen ihr vor, die Pressefreiheit verletzt zu haben.

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Der Überfall auf den ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa brachte das lateinamerikanische Land an den Rand eines Putsches. Aufständische Polizeieinheiten hatten Correa am Nachmittag des 30. September in ihre Gewalt gebracht und zehn Stunden lang in einem Polizeikrankenhaus festgehalten.

Die Regierung reagierte prompt: Fast sieben Stunden lang waren am 30. September alle TV-Sender des Landes gleichgeschaltet. Auf allen Kanälen lief nur noch die Live-Berichterstattung des Staatssenders ECTV. "Die Gleichschaltung hat sich fatal auf Außenwahrnehmung des Senders ausgewirkt", sagt Matthias Kopp, Projektmanager der DW Akademie. Auf Twitter habe sich die Bevölkerung Luft gemacht und sich über die staatliche Kontrolle beklagt.

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Kopp war am Tag des versuchten Putsches auf dem Weg nach Quito, um dort den Staatsender in Sachen öffentlich-rechtlicher Rundfunk zu beraten. Der erfahrene Trainer disponierte um: Wegen der aktuellen Ereignisse stand im Mittelpunkt seiner Beratung die Live-Berichterstattung während und nach der Revolte.

"Wir haben uns die Hintergrundberichte von ECTV über die Rolle der Polizei, des Militärs und der Regierung angesehen und kritisch untersucht", beschreibt Kopp. Das Ergebnis: "Unter diesen Umständen, den Einschränkungen und der extrem polarisierten Medienkultur in Ecuador haben die Kollegen von ECTV verhältnismäßig professionell berichtet".

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Dennoch gäbe es noch viel zu tun, so Kopp, um die journalistische Qualität der Nachrichtensendungen von ECTV zu steigern. "Außerdem muss die Diskussion um die Rolle des öffentlichen Fernsehens, die seit den Ereignissen des 30. September in Ecuador voll entbrannt ist, auch durch die DW Akademie unterstützt werden."