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Politik

"Echter Frieden" als Wunschtraum

Palästinensische Selbstmordattentäter haben erneut versucht, die Friedensbemühungen zu zerschlagen. Ministerpräsident Scharon gibt sich aber zum Frieden "entschlossen".

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Der Nahe Osten:
Ein schwieriges Terrain

Bei einem Selbstmordanschlag in der nordisraelischen Stadt Afula sind am Montagnachmittag (19.5.) vier Menschen
getötet und mindestens 18 weitere verletzt worden. Ein Attentäter habe einen Sprengstoffgürtel am Eingang zu einem Einkaufszentrum gezündet und drei Menschen mit in den Tod gerissen, berichteten der israelische Rundfunk. Fünf der Verletzten befänden sich in kritischem Zustand.

"Ruhe und Frieden"

Trotz der Reihe von Attentaten zeigte sich Ministerpräsident Ariel Scharon "entschlossen", Frieden mit den Palästinensern zu schließen. Scharon wolle "Fortschritte erzielen und wenn möglich Ruhe, Sicherheit und einen echten Frieden" mit den Palästinensern erreichen, erklärte das Büro des Regierungschefs. Der Ministerpräsident werde seine Bemühungen fortsetzen, eine Regelung zu finden, welche "unseren beiden Völkern Ruhe und Frieden" bringe. Israel werde aber weiter "überall und mit allen Mitteln gegen den Terrorismus kämpfen".

Am Sonntagmorgen (18.5.) war es zu zwei palästinensischen Selbstmordanschlägen innerhalb weniger Minuten gekommen. Nach Angaben der Polizei wurden mindestens sieben Israelis getötet und mehr als zwanzig verletzt, als sich ein Selbstmordattentäter am Morgen in einem vollbesetzten Bus in Jerusalem in die Luft sprengte. Kurz nach dem Anschlag im Viertel French Hill im Norden Jerusalems sprengte sich ein weiterer Palästinenser in dem arabischen Vorort Dahit al-Barid in die Luft. Als Reaktion hat die israelische Armee am Sonntagabend die Palästinensergebiete vollständig abgeriegelt. Palästinenser aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen dürften nicht aus Israel ausreisen und nicht nach Israel einreisen, teilte die Armee in Jerusalem mit.

Scharon verschiebt USA-Reise

Scharon bricht USA-Reise ab

Ariel Sharon (Archiv)

Die Anschläge ereigneten sich nur wenige Stunden nach ersten, ergebnislosen Gesprächen zwischen der israelischen und palästinensischen Führung. Dabei berieten Israels Ministerpräsident Ariel Scharon (Foto) und der palästinensische Ministerpräsident Mahmud Abbas erstmals über den internationalen Friedensplan für den Nahen Osten. Radikale Palästinensergruppen hatten zuvor ihren Widerstand gegen diesen Friedensplan angekündigt.

Scharon verschob wegen der Anschläge seinen Abflug zu einem Treffen mit US-Präsident George W. Bush. In einer Erklärung der Büros von Scharon hieß es: "Der Ministerpräsident hat seine Reise in die USA und sein (für Dienstag geplantes) Treffen mit US-Präsident George W. Bush angesichts der Welle des Terrorismus verschoben." Wann Scharon die USA-Reise nachholen will, wurde nicht mitgeteilt.

Weiterer Anschlag

Bereits am Samstagabend hatte sich kurz vor dem Gespräch zwischen Scharon und dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas in der geteilten Stadt Hebron im Westjordanland ein Palästinenser mit einem Sprengsatz getötet und dabei ein israelisches Siedlerpaar getötet. Beim Versuch, in die jüdische Siedlung Schaarei Tikwa einzudringen, wurden wenig später dann zwei palästinensische Extremisten von israelischen Soldaten erschossen.

Israelisch-palästinensische Gespräche in Tokio

Regierungsvertreter, Geschäftsleute und Wissenschaftler aus Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten sind am Montag (19.5.2003) zur Erörterung des Nahost-Friedensprozesses zu zweitägigen Gesprächen in Tokio zusammengekommen. Bei der Konferenz, zu der die japanische Außenministerin Yoriko Kawaguchi eingeladen hatte, sollte es vor allem um vertrauensbildende Maßnahmen gehen. Zur Eröffnung wurde eine Erklärung Kawaguchis verlesen, in der sie beide Seiten dazu aufrief, sich um einen dauerhaften Frieden in der Region zu bemühen. Bei den Gesprächen sollte es unter anderem um eine Verbesserung der Wirtschaftslage in den palästinensischen Gebieten gehen sowie um die Rolle der beiden Seiten in internationalen Organisationen. (mas/sam)

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