1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sprachbar

Echt cool - über Sprachmoden

Super, cool und affengeil. Es gab sie immer, die Sprachmoden, nicht nur unter Jugendlichen, aber dort eben besonders. Beliebt sind vor allem die Wörter aus dem Englischen, die Anglizismen. – Alles gecheckt?

Mit kalt hat es wohl am allerwenigsten zu tun. „Cool“, das waren bereits in den 60er und 70er Jahren diese gelassenen Typen im Western, so welche wie John Wayne oder Clint Eastwood, die nicht nur schnell und eiskalt zogen, sondern dabei auch eine coole Figur abgaben. Daran fanden auch die Jungs Gefallen, die deren Gesten imitierten, das Pferd gegen ein schweres Motorrad und Lederjacke tauschten und lässig vor der Disco herum

standen – keiner machte das so megacool wie James Dean.

Cool ist cool

Heute finden sogar die Kleinen, sorry, die „kids“ viele Dinge cool, Schüler manche Lehrer, weil die wenig Hausarbeiten aufgeben oder einfach nett sind. Und Studenten loben mit „cool“ eine gelungene Party. Natürlich kann man auch mit entsprechender Kleidung und Frisur cool aussehen, coole Musik hören und so weiter. So hat das Wort „cool“ längst die Wandlung zum toll-klasse-prima-Begriff vollzogen, kann genauso „beeindruckend“ wie „annehmbar“ ausdrücken.

Auf jeden Fall ist es ziemlich cool, cool zu sagen. Das Wort „Fahrrad“ statt „bike“ zu benutzen, ist dagegen ausgesprochen uncool, also reichlich altmodisch. Man kann diese sprachliche Entwicklung und Mode als Kulturverfall kritisieren, so wie der Verein für Deutsche Sprache das tut. Fakt ist, die Deutschen, und nicht nur die Jugendlichen, joggen, walken und biken, was das Zeug hält, machen im Urlaub eine Trekking-Tour auf der schwäbischen Alb und skaten sonntags mit ihren Inlinern durch die City.

Vom Backshop zum Workshop

Geschäfte werden zunehmend ersetzt durch shops, sprachlich versteht sich. Der Buchladen wird zum Bücher-Shop, Ersatzteile gibt’s im Auto-Shop und Brötchen immer häufiger im Back-Shop. Besonders Frauen gehen gerne shoppen, was nichts mit der Alltagsnotwendigkeit des Einkaufens zu tun hat. Shoppen ist gemütlich: durch die Stadt und die Kaufhäuser bummeln, an den Schaufenstern vorbeischlendern, Schönes anschauen und hier und da etwas kaufen, eine beliebte Freizeitbeschäftigung moderner Stadtmenschen.

Im „Workshop“ kann man übrigens nichts kaufen, nur etwas lernen, im Tanz-Workshop zum Beispiel Tango und Walzer, im Geschichts-Workshop historische Zusammenhänge, im Töpfer-Workshop, wie man aus Ton Tassen und Vasen formt. Die Begriffe „Seminar“ und „Kursus“ wirken da etwas steifer und riechen nach langweiligem Unterricht. Ein häufiger Grund übrigens, auf das Englische auszuweichen. Im „Workshop“ geht es ungezwungener zu und weniger förmlich, so verheißt es zumindest das Wort.

Lass uns mal ein Date machen

Moderne Menschen haben wenig Zeit. Deshalb brauchen sie zur Organisation einen Terminkalender oder wie der auch häufig genannt wird, einen „Timer“. Besonders Organisationshungrige haben so etwas natürlich in elektronischer Form. Darin stehen Arztbesuche, Großmutters Geburtstag, die Wartung des Autos und natürlich persönliche Verabredungen, wobei die inzwischen „Date“ heißen. „Sollen wir uns nicht mal wieder verabreden“ ist was für Menschen über fünfzig. Wer jünger ist oder sein will, sagt: „Lass uns mal wieder ein Date machen“.

Wer auf die vielen Anglizismen in der Jugendsprache schimpft, sollte mal die Arbeitswelt unter die Lupe nehmen. Das Wort „brainstorming“ kommt allen, die gemeinsam eine Lösung für etwas finden müssen, inzwischen so flüssig über die Lippen wie die selbstverständlich gewordene „Party“ oder der „Werbespot“, Begriffe, die niemandem mehr als englisch auffallen. Und für „brainstorming“ ist auf weiter Flur auch kein deutscher Ersatz in Sicht – wer möchte diesen Begriff schon mit „das Ideen sammeln und entwickeln im freien Spiel der Assoziation“ umschreiben? Leichter fällt es da schon, die gebräuchlichen „Meetings“ durch „Treffen“ zu über- und ersetzen. Das gebräuchliche „Teamwork“ hingegen ist wieder ein schwieriger Fall. Ein Team ist eben mehr als eine Gruppe, nämlich eine, die zusammen oder besser gemeinsam arbeitet. Und genau darauf kommt es im Teamwork an.

Chillen statt abhängen

Trotz aller sprachlichen Differenzen zwischen jung und alt – eines haben beide gemeinsam: Sie treffen sich beim Chillen. Die einen entspannen nach einem harten Arbeitstag in der Chill-Out-Lounge einer Wellness-Oase. Was soviel bedeutet, dass man sich in einem hübsch eingerichteten Raum einer modernen Saunaanlagen auf bequemen Sofas bei sanften Klängen und gekühlten Getränken entspannen kann.

Und die Jugend? Der ist ziemlich egal, wie das „chillen“, bzw. das „Abhängen“ aussieht. Mal mit Freunden einfach Musik hören oder ins Kino gehen, eben alles, was irgendwie ruhig und entspannend und ´na irgendwie cool ist.

Fragen zum Text

Was ist shoppen?

1. durch die Stadt bummeln, Schönes anschauen und hier und da etwas kaufen.

2. einen Laden eröffnen

3. an vielen Workshops teilnehmen

Was macht man in einem Workshop?

1. etwas kaufen

2. etwas lernen

3. hart arbeiten

Wie wird der Terminkalender auch häufig genannt?

1. Sleeper

2. Timer

3. Terminer

Arbeitsauftrag

Anglizismen in der deutschen Sprache - coole sprachliche Entwicklung oder schockierender Kulturverfall? Schreiben Sie Ihre Meinung auf und begründen Sie sie. Diskutieren Sie dann in der Klasse darüber.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads