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Musik

Echo: Preise für Fischer, Oonagh und Kollegah

Sie gilt als deutsche Antwort auf die Grammys - und ist hierzulande die wohl glamouröseste Preisverleihung. Überraschungen sind bei der Echo-Gala aber selten dabei. Große Gewinnerin ist Schlagerstar Helene Fischer.

Das Spektakel begann mit einer Schweigeminute für die Opfer des Germanwings-Flugzeugunglücks vor wenigen Tagen. Dazu spielte der US-Star Lindsey Stirling eine beseelte Improvisation auf der Geige vor brennenden Kerzen.

Danach begrüßte Moderatorin Barbara Schöneberger das Publikum in der Messe Berlin sowie das Fernsehpublikum mit den Worten "Willkommen bei den Helene Fischer-Festspielen". Schöneberger nahm damit vorweg, was alle bereits wussten - der "Echo" ist kein Kritikerpreis, sondern spiegelt Verkaufserfolge wider.

"Ihr werdet mich nicht so schnell los"

In der anschließenden Show nahm die deutsche Sängerin Fischer gleich vier Echos entgegen: in den Kategorien Album des Jahres, Hit des Jahres, Schlager und Musik-DVD/Blu-Ray National. "Ihr werdet mich nicht so schnell los", scherzte Fischer, die im vergangenen Jahr die Preisverleihung selber moderiert hatte. Ihr Album "Farbenspiel" hatte zwei Jahre in Folge in dieser Kategorie gewonnen - beispiellos in der 24-jährigen Geschichte des wichtigsten deutschen Musikpreises. Zu ihrem Hit "Atemlos" meinte die blonde Sängerin selbstironisch und souverän: "Viele können diesen Song nicht mehr hören. Ich höre ihn selbst auch nicht!"

Echo 2015 - Verleihung: Andreas Gabalier. Foto: REUTERS/Michael Sohn/Pool

Steht für volkstümliche Musik: Andreas Gabalier

Mit dem Echo ehrt die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Bundesverbands Musikindustrie, jährlich die größten Erfolge nationaler und internationaler Künstler und Bands. Wer in der Szene einen Namen hat, ist dabei, entweder als Nominierter in den 30 Kategorien, als Live-Act oder als Überreicher eines Preises. So kamen die Altrocker von den

Scorpions

auf die Bühne, um den Echo in der Sparte "Band Rock/Pop International" den anderen Altrockern von Pink Floyd zu überreichen. Schlagzeuger und Gründungsmitglied Nick Mason nahm den Preis entgegen und spielte auf 50 Jahre Bandgeschichte an: "Ich bin nur enttäuscht, dass wir nicht als beste Newcomer prämiert worden sind."

Gala ja, Spannung nein

Etwas mühselig versuchte die Moderatorin Barbara Schöneberger Spannung in den Ablauf zu bringen. Das war schwierig, weil die Gewinner weitgehend vorhersehbar waren. Die einzige Überraschung des Abends hätte der Radio-Echo sein können, der während der Show vom Fernsehpublikum per Telefonwahl gewählt wurde. Er ging - recht erwartbar - an Andreas Bourani, dessen Hit "Auf uns" nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2000 Mal pro Tag im deutschen Radio gespielt wurde. "Es war ein Wahnsinns-Jahr", sagte er.

Echo 2015 - Verleihung: Revolverheld. Foto: REUTERS/Michael Sohn/Pool

Nach 13 Jahren war die Zeit reif für einen Echo: Revolverheld

In der Kategorie "Rock/Alternative National" gewann Unheilig. Für die Band dürfte dies der letzte Echo sein. Bandmitglied Der Graf, der die Trophäe entgegen nahm, verlässt Unheilig in diesem Jahr, um sich seiner Familie zu widmen. Bei "Rock/Alternative International" überreichte Fernsehmoderator Thomas Gottschalk in einer Videoaufnahme aus Los Angeles den Preis an AC/DC.

Revolverheld lassen das Licht an

Nach 13 Bandjahren gewann die deutsche Gruppe Revolverheld ihren ersten Echo - in der Kategorie "Band Rock/Pop National" - und spielte anschließend ihren Hit "Ich lass für dich das Licht an". Newcomer des Jahres International sind die niederländische Formation The Common Linnets.

In Crossover, der buntesten Kategorie des Echo, gewann Lindsay Sterling und dankte ihren deutschen Musikfans gerührt: "Man sagte mir, ich sei zu anders und nicht vermarktbar. Anders sein ist aber nicht schlecht, sondern wunderbar." Über seine wachsende Fangemeinde in Deutschland freute sich ebenfalls der Österreicher Andreas Gabalier, der den Preis in der Sparte Volkstümiche Musik nach Hause nehmen darf.

Echo 2015 - Verleihung: Robin Schulz und Lilly Wood Foto: Britta Pedersen/dpa

DJ Robin Schulz und die Sängerin Lilly Wood traten live auf

Der Gewinner in der Kategorie Dance National ist Robin Schulz. "Mama, das Ding ist für dich!" sagte der DJ in seiner kurzen Dankesrede. Shooting-Star Oonagh gewann gleich zweimal, als Künstlerin Rock/Pop National und als Newcomer National. Zwei Echos nahm ebenfalls Kollegah entgegen: Hip Hop/Urban und Best Interactive Act National. "Ich bin überrascht," scherzte der Jura-Student."Ich dachte, Helene Fischer nimmt den auch noch mit."

ESC und Marley: Hoffnung und Huldigung

Ann Sophie, Deutschlands Hoffnung als Kandidatin für den kommenden Eurovision Song Contest in Wien sang ihr ESC-Lied "Black Smoke" für das Publikum, und der deutsche Reggaestar Gentleman stellte eine Band musikalischer Promis zusammen, um Bob Marley mit einer Akustik-Version des Klassikers "Redemption Song" zu huldigen. Der 1981 verstorbene Reggae-Star wäre im Februar 70 Jahre alt geworden.

Echo 2015 - Verleihung: Herbert Grönemeyer. Foto: Britta Pedersen/dpa

Kein Echo ohne den deutschen Sänger Herbert Grönemeyer, der in der Sparte Künstler Rock/Pop International gewann

Für sein soziales Engagement erhielt Udo Lindenberg die entsprechende Auszeichnung. "Ich wollte nie nur ein Entertainer sein, sondern mich auch für eine schlaue Politik einsetzen und für eine knallbunte, supertolerante Bundesrepublik Deutschland", kommentierte der Altstar. Zum Schluss erhielt Nana Mouskouri den ECHO für ihr Lebenswerk. Der deutsche Schauspieler Til Schweiger zählte auf: 300 Millionen Tonträger hat die griechische Sängerin in ihrer 50-jährigen Karriere verkauft und dabei 1500 Titel in 10 Sprachen aufgenommen. "Schön zu sehen, dass die Zukunft der Musik sicher ist," sagte die sichtlich gerührte Mouskouri, nachdem sie das dreistündige Spektakel verfolgt hatte. "Meine Karriere begann hier. Danke, dass Sie mich in die deutsche musikalische Familie aufgenommen haben. Ich bin darin das älteste Inventar, ihr behandelt mich aber immer noch, als sei ich eine junge Person."

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