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Sport

"Ecclestone zahlte für den Machterhalt"

Die Staatsanwaltschaft München glaubt auch nach dem zweiten Prozesstag, dass das Motiv für Bernie Ecclestones 44-Millionen-US-Dollar-Zahlung beim Verkauf der Formel 1 die "eigene Machterhaltung" war.

Die Staatsanwaltschaft glaubt der Aussage von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone im Schmiergeldprozess vor dem Münchner Landgericht nicht. Zum Beginn des zweiten Prozesstages stellte Staatsanwalt Christian Weiß am Freitag (02.05.2014) klar, dass die Anklage weiterhin von Bestechung des bayerischen Bankers Gerhard Gribkowsky ausgeht und nicht von Erpressung, wie es Ecclestone in seiner stundenlangen Erklärung vor Gericht geschildert hatte.

Ecclestone muss sich seit der vergangenen Woche wegen Bestechung und Untreue in einem besonders schweren Fall verantworten, weil er dem damaligen Vorstand der BayernLB 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld gezahlt haben soll. Ecclestone hatte sich zum

Prozessauftakt

hingegen als

Opfer einer Erpressung

dargestellt. Er habe befürchtet, dass Gribkowsky ihn bei den britischen Steuerbehörden anzeigen würde und deshalb die Millionen gezahlt.

Zeugenvernehmung

Gerhard Gribkowsky (2.v.l.) wartet am 20.06.2012 im Landgericht München mit seinen Anwälten Dirk Petri (l.) und Rainer Brüssow auf die Fortsetzung seines Prozesses (Foto: Joerg Koch/dapd)

Gerhard Gribkowsky (2.v.l.) im Juni 2012 mit seinen Anwälten Dirk Petri (l.) und Rainer Brüssow

Diese Version hatte er auch schon im Jahr 2011 vertreten. Damals hatte Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl den Briten vernommen, nun wurde sie als Zeugin gehört. Sie erinnerte sich an viele Details der damaligen Vernehmung. Unter anderem hatte sich Ecclestone über das Verhalten Gribkowskys beschwert: Als der Brite einmal zu spät kam, habe der Banker sich auf seinen Stuhl gesetzt und eine Zigarre geraucht. "Das war ein absoluter Affront", sagte Bäumler-Hösl. Diese Anekdote hatte Ecclestone auch in seiner Erklärung vergangene Woche geschildert. "Er offenbarte ein rüdes Verhalten", beschwerte er sich über den Banker.

Die Staatsanwaltschaft geht nach Worten von Staatsanwalt Weiß aber weiterhin davon aus, dass der wahre Grund für die Millionenzahlung an Gribkowsky Ecclestones Wunsch nach dem Machterhalt an der Formel-1-Spitze war. "Die Frage des Grundes und Motivs wird Gegenstand der Beweisaufnahme sein", sagte Weiß wörtlich. Durch das Geld wollte Ecclestone laut Anklage sicherstellen, dass Gribkowsky die Mehrheit an der Formel 1, die damals der Landesbank gehörte, an seinen Wunschinvestor CVC verkauft. Bei einer Verurteilung droht ihm das Ende am Steuer der Formel 1.

Spannend wird es am kommenden Freitag (09.05.2014): Dann wird Gribkowsky als Zeuge aussagen. Er wurde im Jahr 2012 wegen

Bestechlichkeit zu achteinhalb Jahren Haft

verurteilt und gilt nun als Hauptbelastungszeuge gegen Ecclestone.

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