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Aktuell Deutschland

Ecclestone unter Druck

Formel 1-Chef Bernie Ecclestone droht Ungemach von Seiten der deutschen Justiz: Ermittler bereiten eine Anklage gegen ihn vor. Der Brite soll bestochen haben.

Für die deutschen Formel 1-Stars ist es ein Heimrennen, wenn an diesem Wochenende am Hockenheimring der Große Preis von Deutschland steht auf dem Programm steht. Für Formel 1-Chef Bernie Ecclestone, der seine Anwesenheit in Hockenheim angekündigt hat,  könnte es ein unangenehmer Besuch werden: Münchner Staatsanwälte sitzen ihm im Nacken.

Schwere Vorwürfe an Ecclestone

Gerhard Gribkowsky (m), Ex-Vorstandsmitglied der Bayerischen Landesbank mit seinen Anwälten Dirk Petri (l.) und Rainer Brüssow (Foto: dapd)

Wurde zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt: Ex-Banker Gerhard Gribkowksy (Mitte)

Die Staatsanwaltschaft München arbeitet an einer Anklage gegen den 81-Jährigen Briten. Justizkreise bestätigten der Nachrichtenagentur dapd einen entsprechenden Bericht der Süddeutschen Zeitung. Der bereits im Juni wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilte Ex-Vorstand der BayernLB, Gerhard Gribkowksy, habe umfassend gegen Ecclestone ausgesagt und ihn schwer belastet, heißt es.

Der einst in der Formel 1 einflussreiche Ex-Banker hat im Zuge des Gerichtsverfahrens zugegeben, 44 Millionen Dollar von Ecclestone für den Verkauf von Formel-1-Anteilen der BayernLB an den heutigen Besitzer CVC erhalten zu haben. Diese Aussagen hat er demnach bei den Ermittlern als Belastungszeuge in einer mehr als achtstündigen freiwilligen Vernehmung wiederholt.

Ecclestone: Ich wurde erpresst

Video ansehen 00:59

Schmiergeld bei Formel 1 (21.06.2012)

Gribkowksy, dessen Verteidigung Revision eingelegt hat, hätte eigentlich ein Aussageverweigerungsrecht, solange nicht über die Revision zu seinem Urteil entschieden worden ist. Davon machte er demnach jedoch keinen Gebrauch. Angeblich forciere die Staatsanwaltschaft ihre Bemühungen um eine Anklage gegen Ecclestone wegen Bestechung "mit Hochdruck".

Ecclestone hatte die Zahlung an Gribkowsky als Zeuge auch schon eingeräumt. Allerdings behauptet der Formel 1-Patron, von Gribkowsky erpresst worden zu sein. Die Millionen seien Schweige- und kein Schmiergeld gewesen. Entsprechend, sagte Ecclestone nach der Verurteilung Gribkowskys, würde der frühere Bankier mit anderen Behauptungen lügen.

Unterschiedliches Recht

Eine wichtige Frage ist dem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge, ob sich Ecclestone überhaupt einem Prozess in Deutschland stellen würde - und ob er dazu gezwungen werden könnte. So habe der Milliardär - das Magazin Forbes schätzt das Privatvermögen Ecclestones und seiner Familie auf 2,8 Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) - bisher zwar stets seine Bereitschaft zu Gesprächen mit den Strafverfolgern betont, dafür aber freies Geleit gefordert. Ob die britische Regierung Ecclestone auch ausliefern würde, wenn Anklage erhoben wird, sei unklar, weil sich das deutsche und das britische Recht unterscheiden.

pg/gmf (dpa, dapd, sid)

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