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Aktuell Welt

Ebola: Zwei neue Fälle in Nigeria

Das Ebola-Virus breitet sich weiter aus. Nigeria meldet trotz Vorsichtsmaßnahmen und Aufklärung wieder zwei neue Fälle. Doch inmitten der Epidemie sorgt im Kongo ein unbekanntes Fieber für Beunruhigung.

Die beiden Neu-Infizierten seien keine Hilfeleistenden in Nigeria, teilte der Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu in der Hauptstadt Abuja mit. Auch hätten sie mit dem erkrankten und mittlerweile verstorbenen Patrick Sawyer keinen Kontakt gehabt. Der Fluggast aus Liberia ist mit einer Ebola-Infektion nach Nigeria geflogen und wird dafür verantwortlich gemacht, die Krankheit dort eingeschleppt zu haben. Dort steckte er elf weitere Menschen mit dem tödlichen Virus an, bevor er starb. Zwei davon waren die Lebensgefährten der beiden Neu-Infizierten. Sie waren Pfleger, die direkten Kontakt mit dem liberianisch-amerikanischen Patrick Sawyer hatten, auch sie starben an dem Virus.

Durch die zwei aktuellen Ebola-Fälle steigt die Anzahl der Erkrankten in Nigeria auf 14. Davon sind bisher fünf Menschen verstorben, fünf wurden geheilt, die restlichen werden in Lagos weiter behandelt.

Strategieplan der WHO vorgestellt

Insgesamt beläuft sich die Zahl der mutmaßlichen Todesopfer in Westafrika nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf 1427. Gemeldet wurden bislang 2.615 Fälle. Bei 805 Toten sei das Ebola-Virus nachgewiesen worden, bei den anderen Opfern handele es sich um noch nicht bestätigte Verdachtsfälle, teilte die Organisation in Genf mit. Neben Liberia sind Guinea und Sierra Leone besonders von der Ebola-Epidemie betroffen. Das Ebola-Virus führt in den meisten Fällen zum Tod.

Fadela Chaib, Sprecherin der WHO, teilte mit, dass ihre Organisation derzeit eine Strategie für den Kampf gegen die Ebola-Epidemie entwickele. Darin würden konkrete Maßnahmen festgelegt, wie die WHO und ihre Partner in den kommenden sechs bis neun Monaten vorgehen sollten, sagte Fadela Chaib vor Journalisten in Genf.

"Niemand weiß, wann Ebola gestoppt sein wird"

Auf die Frage, ob der genannte Zeithorizont bedeute, dass die WHO mit einer Dauer der Epidemie bis 2015 rechne, sagte sie: "Niemand weiß, wann dieser Ebola-Ausbruch gestoppt sein wird."

Die Ebola-Epidemie würde erst dann in einem Land als überwunden erklärt, wenn innerhalb der Inkubationszeit von 42 Tagen kein neuer Fall auftrete, sagte die WHO-Sprecherin. Doch in den drei Ländern Guinea, Sierra Leone und Liberia würden weiterhin mehr Fälle gemeldet. Die Gefahr sei noch nicht vorbei, erklärte sie.

Die WHO vermutet, dass die Epdiemie viel schlimmer ist, als bisher angenommen. Zahlreiche Familien würden Infizierte verstecken, heißt es in einer Mitteilung der Organisation. "In Dörfern werden Leichen verbrannt, ohne dass die Gesundheitsbehörden informiert werden und eine Untersuchung der Todesursache vorgenommen werden kann», heißt es dort. Oft würden Patienten den Verdacht auf Ebola von sich weisen, um nicht in Isolationszentren zu kommen. Sie fürchteten, sich erst dort tatsächlich anzustecken. Besonders die Lage in Liberia und Sierra Leone ist laut der Mitteilung katastrophal.

Onyebuchi Chukwu Nigerias Gesundheitsminister 14.08.2014 (Foto: REUTERS/Afolabi Sotunde)

Die beiden neuen Fälle befänden sich in Quarantäne, berichtete der nigerianische Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu.

Der Senegal hat derweil wegen der Ebola-Epidemie seine Grenzen zu dem stark betroffenen Nachbarstaat Guinea geschlossen. Wie das Innenministerium mitteilte, gilt die Maßnahme für die Landesgrenze sowie für Flugzeuge und Schiffe. Auch Südafrika verhängte ein Einreiseverbot für Reisende, die aus den Ländern mit Ebola-Fällen kommen. Südafrikanische Staatsbürger, die sich in Guinea, Liberia, Sierra Leone oder Nigeria aufgehalten hätten, würden befragt und bei Bedarf untersucht, sagte Gesundheitsminister Aaron Motsoaledi laut einem Medienbericht.

Mögliche Explosion der Ebola-Epidemie - oder auch nicht

Die Vereinten Nationen müssen sich nach Auffassung ihres Ebola-Gesandten David Nabarro, der derzeit durch die betroffenen Länder reist, auf eine mögliche explosionsartige Verbreitung der Epidemie vorbereiten. Derzeit sei alles möglich; "dass wir kurz vor dem Höhepunkt der Epidemie stehen und sie dann zurückgeht oder dass sie kurzzeitig zurückgeht, um dann mit aller Macht wieder aufzuflammen", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Der britische Arzt soll seit vergangener Woche im Auftrag der UNO den Kampf gegen Ebola koordinieren. Trotz aller drakonischen Maßnahmen, wie etwa der Abriegelung ganzer Viertel oder einer nächtlichen Ausgangssperre, gelingt es vor allem Liberia nicht, die Epidemie unter Kontrolle zu bekommen. Nach Angaben des Gewerkschaftschefs der Gesundheitsdienste, George Williams, ist inzwischen das ganze Land betroffen, auch eine bislang Ebola-freie Region im Südosten nahe der Grenze zur Elfenbeinküste habe erste Fälle gemeldet.

Fiebererkrankungen im Kongo wohl kein Ebola

Sorgen bereitet derzeit auch der

mysteriöse Tod

von 13 Menschen in der Demokratischen Republik Kongo. Dort leiden im Nordwesten des Landes nahe der Stadt Boende in den vergangenen Wochen mindestens 70 Menschen an einer unbekannten Fiebererkrankung. Die offenbar ansteckende Krankheit zeichne sich durch starken Durchfall und Erbrechen aus, heißt es in einem WHO-Bericht. Doch eine Verbindung zu Ebola gebe es nicht. Die lokalen Behörden und das kongolesische Gesundheitsministerium sowie Experten der WHO bemühten sich, die Erkrankung zu identifizieren und ihre Ausbreitung einzudämmen.

Bisherige

Ebola-Verdachtsfälle in Europa

haben sich nicht bestätigt. Auch der Test eines Iren, der aus einem Ebola-Krisengebiet zurückkam und einige Tage später verstorben ist, war negativ.

pab/mak (rtre, AFP)

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