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Aktuell Afrika

Ebola-Verdacht auch in Liberia und Kanada

Nach dem Ausbruch des Ebola-Fiebers im westafrikanischen Guinea wurden jetzt die ersten Verdachtsfälle aus dem benachbarten Liberia gemeldet. Möglicherweise gibt es auch einen ersten Krankheitsfall außerhalb Afrikas.

Insgesamt würden sechs Verdachtsfälle auf Ebola geprüft, teilte das liberianische Gesundheitsministerium mit. Fünf der Betroffenen seien mutmaßlich an der Viruserkrankung gestorben. Unter den Toten seien vier Frauen und ein Junge. Ein kleines Mädchen werde derzeit behandelt. Demnach waren die Opfer, deren Nationalität nicht angegeben wurde, aus dem Süden Guineas gekommen, um sich in Krankenhäusern im Norden Liberias behandeln zu lassen.

Eine Vertreterin der Organisation Ärzte ohne Grenzen bestätigte in Brüssel, dass die Betroffenen an Beerdigungen in Guinea teilgenommen und danach in ihre liberianische Heimat zurückgekehrt seien. In dem Grenzgebiet gebe es viele familiäre Verbindungen.

Verdacht auf Ebola in Kanada

Auch aus Kanada wird jetzt eine mögliche Infektion mit dem hochansteckenden Ebola-Virus gemeldet. Eine Vertreterin der Gesundheitsbehörde in der westkanadischen Provinz Saskatchewan sagte in einer vom Fernsehen übertragenen Pressekonferenz, es handle sich um "eine schwer kranke Person", die kürzlich aus Liberia zurückgekehrt sei.

Nach Angaben der Behördensprecherin wird der Patient in einer Isolierstation im Krankenhaus behandelt. Die Angehörigen befänden sich in Quarantäne. Die Symptome seien erst nach der Rückkehr in Kanada aufgetreten. Wegen der Inkubationszeit bestehe daher nicht die Gefahr, dass Mitreisende im Flugzeug infiziert worden seien. Wenn sich der Verdachtsfall in Kanada bestätigen sollte, wäre dies der erste Ebola-Fall außerhalb von Afrika.

Mehr als 60 Tote in Guinea

Die seit Jahren ersten bekannt gewordenen Ebola-Fälle waren vor sechs Wochen im Süden des westafrikanischen Guinea aufgetreten. Die Betroffenen litten an Durchfall, Erbrechen und Blutungen. Bislang registrierten die örtlichen Behörden 87 Verdachtsfälle, mindestens 61 Menschen starben. Nach Regierungsangaben griff die Ebola-Epidemie aber bislang nicht auf die Hauptstadt Conakry über. Mutmaßlich liegt der Ausbruchsherd für das Ebola-Fieber im Grenzgebiet zu Liberia und Sierra Leone.

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Ebola-Epidemie in Guinea

Weder Impfung noch Therapie möglich

Das Ebola-Virus tritt bislang nur in Afrika auf. Es wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Das Virus verursacht Fieber, das mit inneren Blutungen einhergeht. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Es existiert weder eine vorbeugende Impfung noch eine Therapie.

Die Herkunft des Virus ist nach wie vor ungewiss. Wissenschaftler vermuten, dass Fledermäusen ähnliche Flughunde der natürliche Wirt des Virus sind. Auch Affen stehen als Überträger des Virus im Verdacht.

Die Krankheit war erstmals 1976 im damaligen Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, am Fluss Ebola ausgebrochen. Das Virus taucht immer wieder in entlegenen Dörfern Afrikas in der Nähe von Regenwäldern auf. Ebola zählt zur Gruppe der sogenannten hämorrhagischen Fieber.

qu/wa (afp,ape)

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