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Aktuell Afrika

Ebola schlimmer als bisher bekannt

Die WHO wird nicht müde, wegen der Ebola-Epidemie Alarm zu schlagen. Die Krankheitswelle dort werde deutlich unterschätzt, so die Organisation. Die Zahl der gemeldeten Erkrankungen stieg auf mehr als 2100.

Mitarbeiter vor Ort hätten Hinweise darauf, dass die Zahl der gemeldeten Todesfälle und Erkrankten nicht die tatsächlichen Verhältnisse widerspiegele, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit. Bislang starben nach neuen Erkenntnissen der WHO 1145 Menschen an Ebola, die meisten davon in Sierra Leone, Liberia und Guinea. 2127 weitere Menschen haben sich demnach infiziert. Binnen zwei Tagen seien damit 152 neue Fälle und 76 weitere Tote gemeldet worden. Die tatsächlichen Fallzahlen dürften nach WHO-Schätzungen deutlich höher liegen. Nigeria meldete inzwischen einen vierten Ebola-Toten.

Derweil forderten die USA Angehörige von Mitarbeitern der US-Botschaft in Sierra Leone auf, wegen der Ebola-Seuche das Land zu verlassen. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, da es seit dem Ausbruch an medizinischer Versorgung mangele, teilte das US-Außenministerium in Washington mit. US-Präsident Barack Obama telefonierte mit dem Präsidenten Sierra Leones, Ernest Bai Koroma, und mit der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf. In beiden Gesprächen habe er die Unterstützung der USA zugesagt.

Beratungen über Nothilfe

Die WHO rechnet damit, dass sich die Epidemie in den kommenden Wochen weiter ausbreitet. Vor einer Woche war die Krankheitswelle zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt worden. WHO-Chefin Margaret Chan traf sich am Donnerstag mit mehreren UN-Botschaftern, um über ein Nothilfeprogramm für die betroffenen Länder zu beraten.

Von ersten Fällen der aktuellen Ebola-Welle war erstmals im März aus Guinea berichtet worden, erste Erkrankungen gab es in der Region aber wohl schon im Dezember, wie inzwischen bekannt wurde. Das Virus hatte sich schnell nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Es handelt sich um die erste Epidemie der tödlichen Seuche in Westafrika und den schlimmsten Ausbruch der Krankheit, der bisher registriert wurde.

ml/qu (dpa, afp, rtr)