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Aktuell Afrika

Ebola in Westafrika offenbar auf dem Rückzug

Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika melden die Vereinten Nationen erste Erfolge. Die Zahl der Neuinfektionen sei deutlich zurückgegangen. "Ärzte ohne Grenzen" warnt vor zu viel Optimismus.

Die Vereinten Nationen haben sich vorsichtig optimistisch zur Entwicklung der Ebola-Epidemie in Westafrika geäußert. Es sehe so aus, als ob die Krankheit langsam auf dem Rückzug sei, sagte der UN-Sonderbeauftragte für Ebola, David Nabarro. Die Maßnahmen, die zur Bekämpfung ergriffen wurden, zeigten Wirkung. Überall gebe es mittlerweile Einrichtungen zur Behandlung von Erkrankten. Bestattungen von verstorbenen Ebola-Patienten würden in einer "sicheren und würdigen" Art und Weise vorgenommen. "Das Ergebnis ist, dass wir den Anfang einer Verlangsamung des Ausbruchs der Seuche sehen."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte dazu in Genf, die Zahl der Neuerkrankungen in den drei am schwersten betroffenen Staaten Liberia, Sierra Leone und Guinea sei auf den niedrigsten Stand seit mehreren Monaten gefallen.

In Liberia traten danach vom 5. bis 11. Januar nur noch acht neue Fälle auf, die geringste Zahl seit Juni 2014. Noch im August und September seien in Liberia pro Woche mehr als 300 neue Fälle registriert worden.

David Nabarro UN Sondergesandter Ebola (Foto: imago/Xinhua)

Redet er die Zahlen schön? UN-Sondergesandter David Nabarro

In Guinea wurden in dem Zeitraum 42 Fälle gemeldet, die niedrigste Zahl pro Woche seit Mitte August. Und in Sierra Leone fiel die Zahl der Neuerkrankungen demnach auf den niedrigsten Stand seit Ende August, lag aber mit 184 Fällen deutlich höher als in den Nachbarländern.

"Es gibt noch viel zu tun"

Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" verwies indes darauf, dass die Epidemie unberechenbar sei und deshalb noch keine Entwarnung gegeben werden könne. "Es ist klar, dass wir noch nicht außer Gefahr sind, und es ist noch viel zu tun", erklärte die Organisation in Brüssel.

In der Vergangenheit sei die Zahl der Neuinfektionen mehrmals gesunken und kurz danach wieder umso schneller gestiegen. Zudem sei die Hilfe derzeit noch lückenhaft. So habe man in Guinea neue Ebola-Fälle in Gebieten registriert, in denen es keine ausreichende Versorgung für die Patienten gebe. In solchen Regionen müsse es jedoch möglich sein, schnell zu reagieren, bevor gesagt werden könne, dass die Epidemie unter Kontrolle sei.

WHO reagierte spät

Liberias Regierung gab sich dennoch zuversichtlich, dass das besonders stark betroffene Land bis Ende Februar vollständig Ebola-frei sein könnte. Bislang starben nach Angaben der WHO in den drei Ländern mehr als 8400 Menschen an Ebola. Etwa 21.200 haben sich infiziert, seit die Krankheit erstmals vor knapp einem Jahr im März registriert worden war.

Die WHO hatte die Epidemie im August 2014 zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt - etwa ein halbes Jahr nach Ausbruch des Virus. Zu diesem Zeitpunkt waren schon etwa 1000 Menschen an Ebola gestorben.

gmf/jj (afp, ap, dpa, epd, rtr)