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Aktuell Afrika

Ebola-Experte stirbt an Virus

Die tödliche Ebola-Seuche in Westafrika macht auch vor dem Gesundheitspersonal nicht halt. Einer der anerkanntesten Experten im Kampf gegen Ebola starb nun an dem Fieber.

Sheik Umar Khan hatte mehr als hundert Ebola-Patienten behandelt. Jetzt starb der anerkannte Virologe und Ebola-Experte selbst an dem tödlichen Fieber, wie der Leiter der Gesundheitsbehörden von Sierra Leone, Birma Kargbo, mitteilte. Der 39-jährige Umar hatte sich nach Angaben von "Ärzte ohne Grenzen" im Kampf gegen das Virus mit Ebola infiziert. Erst vor weniger als einer Woche war bei dem Arzt aus Sierra Leone die Diagnose gestellt worden.

Gesundheitspersonal besonders gefährdet

Seit Ausbruch der Ebola-Seuche im Februar hat das Virus nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den westafrikanischen Ländern Sierra Leone, Liberia und Guinea knapp 700 Menschen getötet. Auch in Nigeria gab es einen Ebola-Toten. Besonders gefährdet sind Ärzte und anderes Gesundheitspersonal, das vor Ort gegen die Epidemie kämpft. Am Samstag war bereits einer der leitenden Ebola-Mediziner in Liberia gestorben, der Arzt Samuel Brisbane. Derzeit ringen auch ein Arzt und eine Missionarin aus den USA in einem Krankenhaus in Liberia mit dem Tod. Die Missionarin hatte sich beim Desinfizieren von Schutzanzügen angesteckt.

Nach unbestätigten Berichten hätte der in Sierra Leone als Nationalheld verehrte Umar im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) behandelt werden sollen. Die WHO hatte bei der Klinik angefragt, ob ein Mitarbeiter einer Gesundheitsorganisation dort versorgt werden könnte. Auch bei der Sektion für Tropenmedizin der Bernhard-Nocht-Klinik in Hamburg hatte es eine Anfrage für die Aufnahme eines zweiten Patienten gegeben. Die UKE und die Bernhard-Nocht-Klinik haben einen hervorragenden Ruf bei der Behandlung von Tropenkrankheiten.

Nigeria verhängt Flugverbot wegen Ebola

Wenige Tage nach dem Bekanntwerden des ersten Ebola-Falls in Nigeria hat die Luftaufsichtsbehörde Nigerias drastische Konsequenzen gezogen. Sie untersagte der Fluggesellschaft ASky mit sofortiger Wirkung, Ziele in dem Land anzusteuern. In der vergangenen Woche war ein Liberianer mit Ebola-Symptomen mit einer ASky-Maschine nach Lagos gereist. Dort brach er am Flughafen zusammen und starb wenige Tage später in Quarantäne. Die betroffene Klinik in Lagos wurde inzwischen geschlossen.

"Die Leben von Millionen Nigerianern sind zu kostbar, um sie wegen der Fahrlässigkeit einer Airline aufs Spiel zu setzen", hieß es in einer Mitteilung der Aufsichtsbehörde. ASky - ein Tochterunternehmen von Ethiopian Airlines - dürfe erst dann wieder nach Nigeria fliegen, wenn die Verantwortlichen beweisen könnten, dass alle Passagiere eingehend auf Ebola geprüft würden. Die Gesellschaft steuert seit 2010 zahlreiche Ziele in West- und Zentralafrika an und hat ihren Hauptsitz in Lomé in Togo. Andere Fluggesellschaften wurden ebenfalls dringend aufgefordert, alle nötigen Präventionsmaßnahmen zu ergreifen, damit keine Passagiere mit dem Virus nach Nigeria geflogen werden.

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Ebola kann unter anderem zu Fieber und schweren Blutungen führen. In 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Die derzeitige Epidemie ist die schlimmste Ebola-Seuche seit der Entdeckung des Virus' im Jahr 1976.

cr/se (rtr, dpa, afp, epd)