1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Welt

Ebola-Epidemie in Westafrika: "Ärzte ohne Grenzen" schlagen Alarm

Bislang sind mehr als 330 Menschen dem Ebola-Fieber zum Opfer gefallen. Die Organisation "Ärzte ohne Grenzen" erklärt, sie sei mit ihren Mitteln am Limit. International werde das wahre Ausmaß der Katastrophe geleugnet.

Die Einschätzung der Mediziner von "Ärzte ohne Grenzen" lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Es gibt eine zweite Welle der Ebola-Epidemie, der momentane Ausbruch hat mehr Todesopfer gefordert, als jemals zuvor, und: die Seuche ist "völlig außer Kontrolle".

Bislang sind durch das Virus in Westafrika mindestens 330 Menschen umgekommen. Die tödliche Infektionskrankheit war vermutlich Ende 2013 in Guinea ausgebrochen, hatte sich offenbar verlangsamt, dann aber mit voller Kraft ausgebreitet und auch die Hauptstädte erreicht. Allein in der vergangenen Woche seien 14 neue Todesfälle und 47 Verdachtsfälle verzeichnet worden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Brazzaville in der Republik Kongo mit. Der bisher schlimmste Ausbruch war im Jahr 1976 im Kongo mit 280 Toten.

Video ansehen 01:26

Mit Vorsorge gegen das Ebola-Virus

Internationale Organisationen und die Regierungen müssten mehr Gesundheitsexperten in die Region schicken und die öffentliche Aufklärung verstärken, wie man die Ausbreitung der Krankheit konkret stoppen könne, forderte Bart Janssen, Einsatzleiter von "Ärzte ohne Grenzen" in einem Interview mit der Agentur AP. Er warnte, selbst die betroffenen Staaten hätten die ganze Dramatik der Situation noch nicht erkannt. Die WHO tue zu wenig, um die lokalen Führer zur Aktion zu drängen.

Man selbst habe das Limit der Einsatzmöglichkeiten erreicht. Mehr als 40 internationale Mitarbeiter arbeiteten in vier Behandlungszentren, berichtete "Ärzte ohne Grenzen". Damit seien die eigenen Kapazitäten erschöpft. Wenn man die Dringlichkeit nicht erkenne, werde sich die Epidemie weiter ausbreiten, und auch auf weitere Länder, so Janssen. Am schlimmsten betroffen ist derzeit Guinea, wo bisher 264 Menschen an dem Virus starben, knapp 400 Erkrankte werden behandelt. Die übrigen Todesfälle ereigneten sich in den Nachbarländern Sierra Leone und Liberia. Sierra Leone hatte in der vergangenen Woche seine Grenzen geschlossen, um eine weitere Ausbreitung der Epidemie zu verhindern.

Ebola tötet bis zu 90 Prozent der Infizierten. Symptome sind schweres Erbrechen und Durchfall, Fieber sowie innere und äußere Blutungen. Das Virus wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen. Es gibt bisher weder eine Impfung noch eine Therapie.

SC/uh (APE, rtre, afpe)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema