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Wissen & Umwelt

Ebola breitet sich weiter aus

Ebola greift weiter um sich und hat ein erstes Opfer außerhalb von Afrika gefordert: Saudi-Arabien meldete den Tod eines Ebola-Patienten. Unterdessen hat Nigeria einen zweiten Ebola-Todesfall bestätigt.

Weitere an Ebola erkrankte Patienten würden auf Isolierstationen behandelt. Die Behörden in Afrikas bevölkerungsreichstem Land sind nervös. An den Flughäfen in Nigeria tragen die Sicherheitskräfte Mundschutz, Passagieren wird Fieber gemessen. Doch man habe die vergangenen Monate genutzt, heißt es aus dem Innenministerium. Grenzen würden vorerst nicht geschlossen, sondern nur überwacht. Afrikas Wirtschaftsmacht Nummer Eins sei auf Ebola besser vorbereitet als die bitterarmen Ebola-Krisenländer weiter westlich. Dort ist die Lage dramatisch.

Ebola-Helfer in Schutzkleidung (Foto: CELLOU BINANI/AFP/Getty Images).

Helfer arbeiten nur noch mit Schutzkleidung

Liberias Hauptstadt Monrovia etwa sieht aus wie eine Geisterstadt. "Ebola hat hier so viele Menschen getötet", sagt ein Passant. "Ich habe große Angst, und deswegen habe ich so wenig Kontakt wie möglich zu anderen Menschen." Wer es sich leisten kann, hat hier vor seiner Tür einen Eimer mit Wasser und Desinfektionsmittel stehen, damit Besucher sich die Hände waschen. Immer mehr Leute haben begriffen: Es gibt Ebola, und Ebola ist ein Killer.

In Monrovia sind die Menschen wütend, werfen ihren Behörden komplettes Versagen vor. Demonstranten haben Straßensperren errichtet und die Innenstadt lahmgelegt, liefern sich sogar Gerangel mit der Polizei. Sie wollen erzwingen, dass endlich die Leichen geborgen werden - seit Tagen liegen Dutzende Tote in Wohnhäusern und auf den Straßen - doch niemand traut sich, sie zu bestatten. Immer mehr Stadtviertel müssen unter Quarantäne gestellt werden, und dabei liegt Monrovia weit von der Grenze zu Guinea und Sierra Leone entfernt, dem eigentlichen Epizentrum der Seuche. Immer mehr macht sich landesweite Panik breit. Auch unter den Helfern.

George Williams von Liberias Verband der Gesundheitsdienste ist verzweifelt. "Momentan ist es so, dass wenn wir losziehen wollen, um die Regionen zu isolieren, die noch nicht betroffen sind, dann fehlt uns das Schutzmaterial dazu. Wo sind die Anzüge, die Handschuhe, die Planen, das Desinfektionsmittel?" Das sei doch unglaublich. Man könne doch nicht warten, bis das Virus da ist, um dann erst zu handeln, so Williams weiter, und es müsste alles viel besser koordiniert sein, fügt er hinzu.

Pabs Garnon, der als Arzt in einer Isolierstation im Norden von Monrovia arbeitet, kann da nur zustimmen. "Leider sterben immer mehr unserer Kollegen an diesem Virus, weil sie mit Infizierten in Kontakt sind. Wir kämpfen an vorderster Front gegen Ebola, und wir flehen die Internationale Gemeinschaft an, uns zu helfen, damit wir unsere Arbeit machen können."

Endlich konkrete Maßnahmen

Der Ruf nach Unterstützung scheint erhört zu werden. Die WHO will für die drei betroffenen Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia 100 Millionen Dollar bereitstellen, um Ärzte, Pfleger und Ausrüstung in die Seuchengebiete zu bringen, und die Weltbank hat gerade angekündigt, noch einmal 200 Millionen Dollar draufzulegen, Nothilfe-Gelder für die Regierungen.

Finanzspritzen sind das eine, Korruption und mangelhaftes Krisenmanagement vor Ort das andere. Die Menschen trauen ihren Behörden nicht. Viele glauben noch immer, dass es sich um eine künstliche Hysterie handelt, geschürt von der Politik oder gierigen Geschäftsleuten, um Geld zu machen. Währenddessen vergeht wertvolle Zeit, in der das Virus sich weiter ausbreitet.

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