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Wirtschaft

Ebay und seine Nutznießer

Der größte Marktplatz der Welt heißt Ebay: Doch nicht jeder hat Zeit und Ausrüstung seine Waren im Internet feil zu bieten. Muss er auch nicht – schließlich gibt es ja Verkaufsagenturen.

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Ebay schreibt Rekordgewinne -
Tausende profitieren davon

"Sie hat der Himmel geschickt!" sagen die Leute manchmal zu Gerry Haag, dem Geschäftsführer vom Internet-Auktionshaus dropshop in München. Er klingt ziemlich fröhlich. Sein Laden in Schwabing läuft gut, seit der Eröffnung vor drei Monaten kommen immer mehr Leute. Auch wenn Haag schon früher privat verkauft hat, weniger Stress ist es nicht geworden – trotzdem er sich das Versteigern zum Hauptberuf gemacht hat.

Das Konzept ist einfach, aber genial: wer etwas verkaufen will bringt es zur Annahmestelle, dort kümmert sich ein Agent darum, die Ware bei Ebay oder Amazon zu versteigern. Einen Teil des Verkaufspreises bekommt der Agent – als Provision – den Großteil der Kunde. Schließlich hat nicht jeder Zeit und Ausstattung, seine Waren online zu verkaufen.

Boom ohne Ende

"Wir haben da echt den Nerv der Zeit getroffen," sagt Haag, "jeder hat irgendwas im Keller stehen, was er gerne los werden will, aber Trödelmärkte oder Secondhand-Shops lohnen sich einfach nicht so sehr, wie der Verkauf im Internet".

Zwerg mit Schubkarre

Zwerg mit Schubkarre

Mehr als 70 Millionen Mitglieder weltweit sind bei Ebay registiert, die Aktien des weltgrößten Online-Abieters haben 2003 gut 90 Prozent zugelegt. Alle zwei Sekunden wird bei Ebay Deutschland ein Kleidungsstück verscherbelt, alle sechs Minuten ein Gartenzwerg.

Zwei Dino-Eier für acht Mille

Als unabhängige Verkaufsagentur von dieser Riesen-Plattform zu profitieren, ist keine neue Geschäftsidee. Schon im März 2003 eröffnete die US-Firma Auctionshop den ersten ihrer mittlerweile vier Verkaufsagenturen in San Francisco. Und in Berlin gibt es seit Anfang August letzten Jahres das BestEnd.

Dort verhökert Edmund Mattig Bilder, Designeruhren – einmal sogar zwei versteinerte Dinaosauriereier – 60 Millionen Jahre alt – für rund 8600 Euro nach Frankreich. "Der Kunde meinte, es hätte keinen Wert die Eier einem Museum zu verkaufen, schließlich hätten die eh kein Geld!"

vom Familienbetrieb zur Groß-Kette

Beim Verpacken und Fotografieren hilft Mattigs Frau, zwei Teilzeitkräfte und eine speziell designte Software helfen, das alle Geschäfte reibungslos ablaufen.

Ein Familienbetrieb ist Clever & Easy schon lange nicht mehr. Fünf Deutschland-Filialen sind seit Herbst 2003 aus dem Boden geschossen, 100 sollen es in den nächsten zwölf Monaten werden. "Ein Shop in jeder Stadt, damit die Wege für den Kunden kürzer werden" sagt Pressesprecher Rainer Spekowius. Oliver Blume, der Geschäftsführer ist selber nicht zu erreichen, er ist geschäftlich nach Amerika gereist. Blume plant eine ganze Auktionsshop-Kette, Clever& Easy in den USA, in Großbritannien.... schwarze Zahlen schreibt das rund 20 Mitarbeiter große Unternehmen schon lange.

Profit mit Restbeständen

Internetcafé in Moskau

Jugendliche beim Surfen

Inzwischen verdienen hierzulande rund 10 Tausend Menschen ihren Lebensunterhalt allein über die Verkaufs-Plattform Ebay. Die meisten bisher allerdings ohne ein festen Standort, ohne "physisches Ladenlokal", wie Maike Fuest, Ebay-Pressesprecherin in Deutschland es ausdrückt.

Auch Irna Hielscher von animodservices gehört zu den rund 9000 Verkaufsagenten. Sie hat sich in den letzten zehn Jahren auf Großeinkäufe spezialisiert, versteigert die Überschüsse von Golf-Läden, Bettenhäusern oder Möbelgeschäften. "Einfacher, lukrativer" als einzelnen Trödel zu verkaufen, findet sie.

Ein Beispiel macht Schule

Klein anfangen und groß rauskommen – 95 Prozent des Geschäftes erzielt Ebay noch mit Privatnutzern und kleinen Gewerbetreibern. Doch auch professionelle Händler und große Kaufhäuser haben Ebay als zweites Standbein entdeckt: Seit August 2003 verhökert der Versandhändler Quelle einen Teil seiner Katalogwaren systematisch bei Ebay.

Aber auch die Konkurrenz schläft nicht, auch wenn keine andere Plattform Ebay vorerst den Rang als erste Adresse im Internet abschlagen wird. Ein Abieter zum Beispiel, ist in der letzten Zeit jedoch auf immer mehr Geschäftsfeldern aktiv. Amazon.com – das übrigens von den drei dropshop- Geschäftsführern Gerry Haag, Bart Swanson und Jim Kingsbury Anfang des Jahrtausends in Europa maßgeblich mitaufgebaut wurde.

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