1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

eBay: neue Plattform für Profis

Das weltgrößte Internet-Auktionshaus eBay geht mit "eBay Express" an den Start. Im neuen Online-Kaufhaus gibt es Neuware zum Festpreis. Verkaufen dürfen hier nur gewerbliche Händler.

default

Kein virtueller Trödelmarkt: eBay Express

Am Dienstag (22.8.2006) startet in Deutschland eBay Express. Rund 3500 Händler wollen sich daran beteiligen und gleich eine Million Artikel online anbieten. Im Unterschied zum Auktionshaus handelt es sich dabei um ein virtuelles Kaufhaus mit festen Preisen. eBay macht damit vor allem dem Online-Händler Amazon Konkurrenz. In den USA hatte eBay bereits im Frühjahr diesen Jahres ein entsprechendes Verkaufsportal ins Netz gestellt.

Schon lange kein Trödelmarkt mehr

Neuwertige Produkte zum Sofort-Kaufen gab es auch beim bisherigen Portal eBay.de. Das vor über zehn Jahren geschaffene Internet-Auktionshaus hatte sich im Laufe der Jahre von einem flohmarktähnlichen Marktplatz von Privatpersonen mehr und mehr zu einer Plattform für professionelle Händler entwickelt. Die Zeiten, als bei eBay diverser Nippes verramscht wurde und die Kunden sich regelmäßig über Schnäppchen freuten, sind schon seit längerem vorbei. Stattdessen fiel es den Kunden immer schwerer, zwischen privaten und gewerblichen Händlern zu unterscheiden. Kunden waren oft im Unklaren über die Gewährleistungspflichten der Händler, nahmen diese aus Unwissenheit nicht wahr oder wurden darum betrogen. Verbraucherschützer drängen deshalb schon länger auf auf mehr Transparenz der Kaufbedingungen.

Mit dem neuen Portal will eBay nun eine klare Trennlinie ziehen. Den Auktionsmodus und das werbeträchtige "Drei-Zwei-Eins-Meins"-Spektakel wird es damit bei eBay Express nicht geben. Stattdessen werde dem Kunden ausschließlich fabrikneue, originalverpackte Ware geboten. Die Erwartungen an die neue Plattform sind hoch. "Wir sprechen neue Käuferschichten an", sagt Deutschland-Geschäftsführer Stefan Groß-Selbeck. Im Visier stehen dabei Kunden, die sich zwar für Internet-Shopping interessieren, aber "nur ungern über Auktionen" kaufen. Der Kunde hat die Möglichkeit, Waren von verschiedenen Anbietern in einem Warenkorb abzulegen.

"Maximale Transparenz"

Anders als bei herkömmlichen Online-Auktionen von privat zu privat, garantiert eBay auf seinem Express-Marktplatz, dass alle Käufer ihr Geld zurückbekommen, falls der Kauf platzt oder Probleme auftreten. Deshalb sollen nur inländische Händler zugelassen werden, die ein eingetragenes Gewerbe nachweisen können und ihre Bonität überprüfen lassen. Alle Versandkosten würden vor dem Kauf "mit maximaler Transparenz" zusammengerechnet, so eBay. Außerdem sollen die Kunden auch im neuen Online-Kaufhaus die Verkäufer bewerten können.

Diesen will eBay insofern entgegenkommen, dass ihnen eine Plattform geboten wird, auf der sie ihre Waren zu fairen, aber festen Preisen anbieten könnten. In der Vergangenheit sahen sich Händler zu oft von Konkurrenten unterboten, die von den Erlösen ihrer Verkäufe nicht leben müssen, argumentiert eBay.

Bisher war bei eBay vor allem die Zahlung per Vorauskasse sehr verbreitet. Verbaucherschützer kritisieren dies schon länger und setzen sich für mehr vertrauensbildende Regeln im Internethandel ein. Bei ebay Express setzt man deshalb auf Zahlung mit Kreditkarte oder das bereits verwendete Online-System PayPal. Darüber hinaus werde künftig auch die Bezahlung per Lastschrift möglich sein, wie eBay erklärte. (mit)

Die Redaktion empfiehlt