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Medienentwicklung

E-Learning: Klimareporter bereiten sich vor

Im Vorfeld des Weltklimagipfels in Warschau diskutierten Fachjournalisten aus zahlreichen Ländern in einem virtuellen Kursraum Fragen rund um den Klimawandel.

In Indien, Armenien, Brasilien und sieben weiteren Ländern sitzen 25 Umweltjournalisten mit Kopfhörern vor ihren Bildschirmen. Sie warten gespannt auf Achim Steiner, Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms UNEP, der von Nairobi online zugeschaltet ist. "Welche Auswirkungen hat die Finanzkrise auf Investitionen in erneuerbare Energien?", möchte ein Teilnehmer wissen. "Die Finanzkrise hat sicher nicht geholfen, aber mittlerweile sinken die Kosten für Erneuerbare Energien. Das Bewusstsein für den Klimawandel ist weltweit gestiegen", antwortet Steiner.

Die interaktive Video-Konferenz bildete den Abschluss des E-Learnings "Reporting Climate Change", das die DW Akademie zur Vorbereitung auf den Weltklimagipfel 2013 organisiert hatte. Fünf Wochen lang hatten ausgewählte Journalisten aus Entwicklungs- und Schwellenländern die Gelegenheit, sich detailliert vorzubereiten. Wöchentliche Live-Sessions mit namhaften Klimaexperten, Übungseinheiten und umfangreiche Hintergrundinformationen auf einem speziellen Onlineportal - all dies bot das E-Learning der DW Akademie den Umweltjournalisten.

"Die Absolventen berichten mit unserer Unterstützung auch vom Klimagipfel aus Warschau. Auf solchen Großkonferenzen haben die Journalisten erfahrungsgemäß so viel zu tun, dass wir vor Ort nur bedingt Inhalte vermitteln können. Daher war es wichtig, durch das Online-Training im Vorfeld die wichtigsten Inhalte und Fragen zu besprechen", erklärt Oliver Schilling, Projektkoordinator der DW Akademie.

Klimafonds und Treibhauseffekt

Möglich wurde dies mit einer speziellen Software, die auch in bandbreitenschwachen Regionen funktioniert. "Es war uns sehr wichtig, die technischen Hürden möglichst niedrig zu halten. Denn der nationale wie internationale Klimaschutz gehört sicherlich zu den wichtigsten Themen unserer Zeit. Gleichzeitig werden die Verhandlungen darüber immer komplizierter und Journalisten müssen besonders gut vorbereitet sein", sagt Henner Weithöner, der als Projektmanager durch das E-Learning führte.

Die teilnehmenden Journalisten kommen aus Ländern, die mit am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. "In Indien ist der Klimawandel bereits deutlich zu spüren, doch den meisten Menschen fehlt das Bewusstsein für die notwendigen Veränderungen. Das Online-Training hat mir als Journalistin geholfen, die Debatte um den Klimawandel in Indien voranzubringen", kommentiert Pramila Modachur Krishnan, Reporterin des "Deccan Chronicle", die Ergebnisse des Workshops.

Neben Übungseinheiten bot der virtuelle Workshop Online-Interviews mit hochrangigen Experten und Wissenschaftlern aus dem Bereich Klimapolitik, darunter Salemuul Huq, Mitglied des Weltklimarates der Vereinten Nationen. "Durch die Vernetzung von Umweltjournalisten und Wissenschaftlern entstand ein tiefgreifender Wissensaustausch, der sonst nur schwer zu erreichen ist", sagt Teilnehmer Probir Kumar Sarker, Redakteur der "Dhaka Tribune" aus Bangladesch. Auch Holger Hank, Leiter Akademie Digital, ist überzeugt von dieser neuen Form des Trainings: "Das innovative Format einer Onlinepressekonferenz zeigt, dass Lehren und Lernen im Internet auch für die Arbeit der DW Akademie immer wichtiger wird."

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