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Aktuell Deutschland

E-Books ein großes Thema der Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse 2012 öffnet an diesem Donnerstag ihre Tore für das breite Publikum. Zwei Historiker erhielten den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

In den Leipziger Messehallen präsentieren diesmal 2071 Verlage aus 44 Ländern die Neuigkeiten des deutschen und internationalen Literaturmarkts. Schwerpunktregion ist in diesem Jahr Osteuropa mit Polen, der Ukraine und Weißrussland. Bis Sonntag werden rund 160.000 Besucher auf Deutschlands zweitgrößter Bücherschau nach Frankfurt am Main erwartet.

Eines der großen Themen der Buchmesse dürfte die Digitalisierung werden. Nach zaghaften Anfängen wächst der E-Book-Markt in Deutschland inzwischen rasant. Während der Umsatz des klassischen Sortiments-Buchhandels im Jahr 2011 um drei Prozent geschrumpft sei, habe es im E-Book-Bereich erstmals nennenswerte Umsätze gegeben, teilte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, mit.

Fast fünf Millionen Bücher heruntergeladen

Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung legte der Umsatz mit elektronischen Büchern im vergangenen Jahr um 77 Prozent auf 38 Millionen Euro zu. Damit betrage der Anteil der E-Books am gesamten deutschen Buchumsatz ein Prozent. Deutsche Verbraucher hätten im Vorjahr 4,7 Millionen Bücher kostenpflichtig aus dem Internet heruntergeladen, hieß es.

Ein Markenzeichen der Veranstaltung in Leipzig ist die Verleihung renommierter Buchpreise. An diesem Donnerstag wird der mit insgesamt 45.000 Euro dotierte "Preis der Leipziger Buchmesse" in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Essay verliehen. In der Sparte Belletristik sind fünf Autorinnen und Autoren nominiert. Publikumsfavorit ist Wolfgang Herrndorf mit seinem Agententhriller "Sand". Er erhielt in einer Online-Abstimmung die meisten Stimmen.

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Leipziger Buchpreisträger Timothy Snyder über den Holocaust

Bei der festlichen Eröffnung der Buchmesse wurden der britische Historiker Ian Kershaw und sein US-Kollege Timothy Snyder mit dem mit insgesamt 15.000 Euro dotierten Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Sie befassen sich in ihren jüngsten Werken den Zweiten Weltkrieg, wobei Kershaw das Ende Nazi-Deutschlands untersucht und Snyder auf "Europa zwischen Hitler und Stalin" blickt.

Kershaw warnte bei der Entgegennahme des Preises im Leipziger Gewandhaus vor einer Rückkehr engerer nationalstaatlicher Interessen in Europa: "Das wäre eine eindeutig rückläufige Entwicklung. Eine Zunahme von negativen Stereotypen, von Ausländerfeindlichkeit und auch von Rassenhass wäre zweifelsohne die Folge davon." Europa stecke derzeit in einer Krise, sagte der Historiker, wagte aber eine optimistische Prognose. "Die schon erzielte europäische Verständigung bröckelt zwar im Augenblick. Aber sie wird nicht verschwinden und sich auf die Dauer wohl sogar weiter vertiefen."

wl/li (dpa, dapd, epd)

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