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Nahost

E-Bombe: Wunderwaffe der USA?

Mikrowellen-Waffen sind keine Science Fiction mehr. Sie könnten möglicherweise bereits im Irak-Krieg eingesetzt werden, um elektronische Systeme auszuschalten. Aber auch Terroranschläge mit ihnen sind denkbar.

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Spekulationen über vermutete "Wunderwaffen" im Arsenal der Vereinigten Staaten waren schon immer ein beliebtes Thema, nicht nur im Internet. Seit einigen Monaten kursieren Gerüchte über eine sogenannte "E-Bombe". Sie soll in der Lage sein, mit ihrer elektromagnetischen Strahlung Handys, Herzschrittmacher und sogar die Elektronik ganzer Kraftwerke schlagartig außer Betrieb zu setzen.

"Es sind keine Gerüchte, es sind Tatsachen", sagt Professor Hans Ulrich Schmidt, Leiter der Abteilung für nicht konventionelle Bedrohungen am Fraunhofer-Institut für naturwissenschaftlich-technische Trendanalysen im Interview gegenüber dem Online-Dienst des ZDF. Seiner Ansicht nach werden derartige elektromagnetische Waffen schon seit fünf bis zehn Jahren entwickelt. Und an ihren Einsatz werde mit Sicherheit auch gedacht. Experten schätzen, dass auch Russland und China derartige Waffen besitzen.

Alte Technik

E-Bomben, oder genauer gesagt Mikrowellen-Waffen, basieren auf derselben Technologie wie handelsübliche Mikrowellengeräte aus der heimischen Küche, die normalerweise nur eine Leistungskraft von bis zu 1500 Watt erreichen. Eine HPM-Waffe (High-Power Microwaves) wird im Air Force Research Laboratory an der Kirtland Air Force Base, New Mexico, entwickelt. Den eigenen Angaben auf der Website zufolge soll diese Waffe jedoch Millionen oder gar Milliarden von Watt in einem blitzartigen Strahl erzeugen.

Ob es sich bei der Mikrowellen-Waffe um die von Militärs langersehnte "saubere Waffe" handelt, die nur geringe zivile Opfer fordert, ist zu bezweifeln. Denn ein Blitzschlag geht am Menschen auch nicht spurlos vorüber. Ob die Strahlung einer Mikrowellen-Waffe im Nahbereich des Einschlags zu Verbrennungen und zum Tod führen kann, wissen bislang aber nur die, die mit ihr experimentieren.

Einsatz im Irak?

In den USA wird darüber spekuliert, ob im Irak diese Waffe dazu eingesetzt wird, um die Kommunikation zwischen Saddam Hussein und seinen Truppen zu unterbrechen. Der elektromagnetische Kurzschluss könnte die Führung um den Diktator angeblich auch über Ventilationsschächte, Rohre und Antennen in tief unter der Erde liegenden Bunkern ereilen. Dadurch ließe sich die Elektronik der dort gelagerten Waffensysteme, beispielsweise Raketen mit vermuteten chemischen oder biologischen Sprengköpfen, zerstören, ohne dass die gefährlichen Wirkstoffe freigesetzt würden.

Die Verwirrung nach dem Abwurf einer E-Bombe könnte genutzt werden, um ein Elite-Kommando in Bagdad abzusetzen und den Diktator zu fangen oder zu eliminieren. US-Medien scherzten in dem Zusammenhang mit der Frage, wohin Saddam Hussein fliehen könnte, wenn nicht einmal der Aufzug funktionieren würde.

Terroristen mit Handkoffern

Das Pentagon schweigt zu diesem Thema. Der Grund: ein möglicher Einsatz derartiger Waffen durch Terroristen. Die Kosten für eine auf Mikrowellentechnik basierende E-Bombe sollen bei nur wenigen Tausend Euro liegen. Nach Ansicht von Hans Ulrich Schmidt könnte diese "10 bis 20 Zentimeter Durchmesser haben und 20 Zentimeter lang sein", und somit in jeden Handkoffer passen. "Wenn Sie sich auf dem Niveau eines Diplomingenieurs der Elektrotechnik bewegen, dann können sie so etwas bauen", sagt Professor Schmidt.

Auch in Deutschland scheint man sich Gedanken über die Gefahr durch Anschläge mit Mikrowellen-Waffen zu machen. Der zweite Gefahrenbericht der Zivilschutzkommission des Bundesinnenministeriums vom Oktober 2001 spricht im Zusammenhang mit HPM-Waffen sogar von "elektromagnetischem Terrorismus". Derartige Waffen könnten "relativ einfach und ohne aufwendige Kosten von Zivilpersonen aus handelsüblichen Komponenten gefertigt und zu Sabotage- oder Erpressungszwecken eingesetzt werden". Lakonisch wird im Bericht bemerkt: "Im militärischen Bereich ist die Einsatzfähigkeit ähnlicher Waffen bereits hergestellt."

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