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Wirtschaft

E-Autos auf Abwegen?

Eine Millionen Elektro-Autos will Bundeskanzlerin Angela Merkel bis 2020 auf die Straße bringen. Doch vom Auto für das Volk sind die strombetriebenen Wagen weit entfernt. Der Trend ist sogar eher rückläufig.

"Das Kanzlerwort von einer Million E-Autos im Jahre 2020 ist definitiv nicht erreichbar. Wenn man es trotzdem behauptet, sagt man bewusst die Unwahrheit." Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen findet klare Worte, wenn es um die neueste Studie seines Instituts geht.

Dudenhöffer und sein Team haben den Markt zurückreichend bis 2011 analysiert. Demnach verkaufen sich rein elektrische Batterie-Fahrzeige und sogenannte Plug-In-Hybride, die normale Verbrennungsmotoren mit Elektro-Antrieben kombinieren, sogar noch schlechter, als es offizielle Zahlen nahelegen.

Deutschland Auto Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer (Foto: Imago)

Auto-Experte Dudenhöffer

Laut Kraftfahrtbundesamt gibt es in Deutschland rund 62,4 Millionen Pkw. Der Anteil alternativer Antriebe lag 2014 bei 1,6 Prozent und hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Flüssiggas-Antriebe haben mit knapp 500.000 Wagen den mit Abstand größten Anteil, gefolgt von Hybrid-Motoren (107.754) und Elektroantrieben (18.948).

Rückläufige Verkäufe

Doch ein Blick auf kürzere Zeiträume verdeutlicht laut Berechnungen des CAR-Instituts, dass steckdosentaugliche Fahrzeuge sogar verlieren: Während der Pkw-Gesamtmarkt im April im Vergleich zum Vormonat saisonüblich zehn Prozent verlor, büßten reine E-Autos 23 Prozent ein und Plug-In-Hybride 21 Prozent. Auch von Januar bis Ende April zeige sich ein überproportionaler Rückgang bei den Neuzulassungen der Elektroautos.

Laut Vorhaben der Bundesregierung sollen bis 2020 eine Millionen E-Autos auf deutschen Straßen fahren. Daran zweifeln neben dem CAR-Institut auch andere Branchenexperten.

Der Chef des Autozulieferers Continental, Elmar Degenhart, hält das Millionenziel für "kaum mehr realistisch". Das Fraunhofer-Institut erwartet bis 2020 zwischen 150.000 und maximal gut eine Million E-Autos auf der Straße.

Dazu passt auch die neueste Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Demnach sind die meisten der befragten privaten Käufer von Elektroautos zwar sehr zufrieden. Allerdings handele es sich bei den zurzeit rund 20.000 Nutzern von Autos mit Batterie- oder Hybridantrieb um Pioniere, die sich den Kauf der relativ teuren Autos aus Umweltbewusstsein und dem Spaß am leise surrenden Fahren gut leisten können. Vom Auto für die Masse sei das E-Mobil aber noch weit entfernt.

nm/bea (dpa, rtr)

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