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Wirtschaft

E-Autobauer Tesla holt GM an der Börse ein

Was Unternehmensgröße und Absatzzahlen angeht, ist die Sache klar: Da liegt General Motors ganz weit vor Tesla. Schaut man sich aber die Börsenwerte an, ist nicht mehr klar, wer hier Zwerg und wer Riese ist.

Der US-Elektroautohersteller Tesla hat General Motors (GM) als wertvollster US-Autobauer an der Börse eingeholt. Am Montag erreichte der Börsenwert der Firma von Starunternehmer Elon Musk 51 Milliarden Dollar (48 Milliarden Euro) und zog so mit GM gleich.

Im frühen Handel hatte Tesla den US-Marktführer sogar kurzzeitig überholt. In der vergangenen Woche hatte das Elektroauto-Startup bereits Ford - den am Umsatz gemessen zweitgrößten US-Hersteller - hinter sich gelassen.

Beflügelt wurde die Tesla-Aktie durch einen Bericht des Analysten Piper Jaffray. Der hatte dem noch jungen Unternehmen die Fähigkeit bescheinigt, die Begeisterung von Investoren und Verbrauchern zu wecken. Tesla hatte zu Jahresbeginn seinen Absatz deutlich steigern können. Im ersten Quartal lieferte das Unternehmen 25.418 Fahrzeuge aus, das waren 69 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Juli will Tesla mit der Produktion des Model 3 beginnen, das mit einem Startpreis von 35.000 Dollar erschwinglicher sein soll als die bisherigen Modelle.

Nur an der Börse groß

Jenseits der Börse ist Tesla im Vergleich mit den Giganten der Autobranche aber noch ein Zwerg. Die Firma verkaufte im vergangenen Jahr 84.000 Fahrzeuge und erzielte damit einen Umsatz von sieben Milliarden Dollar. GM verkaufte hingegen zehn Millionen Wagen, was Gesamteinnahmen von 166 Milliarden Dollar entsprach.

Trotz der Beliebtheit an der Börse hat Tesla seit Gründung 2003 noch nie einen Jahresgewinn geschafft. In den vergangenen fünf Jahren summierten sich die Verluste auf rund 2,3 Milliarden Dollar. In diesem Zeitraum verdiente Ford etwa 26 Milliarden Dollar.

Immer noch eine unsichere Zukunft

Tesla-Chef Musk hat ehrgeizige Ziele. Er will die Jahresproduktion bis 2018 von zuletzt knapp 84.000 auf 500.000 Fahrzeuge steigern. 2020 soll die Millionenmarke geknackt werden. Vom Nischenanbieter zum Massenhersteller zu werden, erfordert jedoch Risiko für den Aufbau einer entsprechenden Fertigungsplattform. Das Vertrauen der Börse erklären Analysten auch mit dem Kalkül, dass Tesla von einem größeren Rivalen übernommen werden könnte, sollten diese Ambitionen scheitern.

dk/sti (afp, dpa)