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Digital Heroes

DW zeichnet digitale Umwelt-Helden in Lagos aus

Für die nigerianische Jugend sind die sozialen Medien nicht mehr wegzudenken. In der Wirtschaftsmetropole Lagos hat die DW nun Blogger ausgezeichnet, die sich mit dem Thema Umwelt befassen.

Nigeria Lagos - Glücklicher Gewinner des Wettbewerbs: Solomon Sodeinde (DW/A. Kriesch)

Glücklicher Gewinner des Wettbewerbs: Solomon Sodeinde

Solomon Sodeinde kann sich noch genau an seinen ersten Besuch im Niger-Delta erinnern. In einem Dorf in der Nähe von Warri füllte er an einem Brunnen einen Eimer mit Wasser um sich damit zu waschen. Gerade noch rechtzeitig warnte ihn ein Dorfbewohner: "Bist du verrückt? Willst du dich mit Öl waschen? Schau dir das Wasser an!"

Es war für Sodeinde das erste Mal, dass er direkt mit der Umweltkatastrophe im Nigerdelta in Kontakt kam. Seit Jahrzehnten wird in der Region Öl gefördert – doch von dem Reichtum kommt kaum etwas bei der Bevölkerung an. Stattdessen kommt es immer wieder zu Öl-Lecks, teils durch das illegale Anzapfen der Pipelines durch die Bevölkerung, teils wegen schlechter Wartung und Unfällen. 2011 veröffentlichten die Vereinten Nationen einen Bericht, der die Kosten für die Säuberung der Umwelt in der Region auf über eine Milliarde US-Dollar bezifferte. 30 Jahre werde es dauern, bis alle Umweltschäden beseitigt werden könnten. Geschehen ist seitdem wenig. "Die Umwelt ist so verschmutzt. Sie können nichts mehr anbauen, nicht mehr fischen. Ich habe mir gedacht: Wow, so müssen die Menschen hier leben?", sagt Sodeinde. "Wir wollen deshalb die Jugend involvieren – und die sozialen Medien sind dabei sehr effektiv."

Beeindruckende und schockierende Bilder

Mittlerweile hat der 33-Jährige die African Youth Platform gegründet. Über soziale Medien will er so die Jugend in seinem Land stärker für Umweltthemen sensibilisieren. Für seine Fotostrecke über die Ölverseuchung im Nigerdelta wurde Solomon Sodeinde mit einem Blogger-Preis der DW ausgezeichnet. Die Jury lobte seine beeindruckenden, aber auch schockierenden Bilder. "Aber dabei ist er nicht geblieben, er hat auch versucht, es journalistisch einzuordnen", sagt Claus Stäcker, Leiter der Afrika-Programme der DW. "Er hat recherchiert. Er hat die Regierung und auch die Bewohner selbst in den Fokus genommen – wie sie dazu beitragen können, die Umwelt zu verbessern. Und das hat uns sehr beeindruckt." In den Kategorien Foto, Video und Text wurden jeweils ein Preisträger ausgezeichnet.

Nigeria Lagos - Blogger aus Nigeria debattieren über soziale und traditionelle Medien (DW/A. Kriesch)

Blogger aus Nigeria debattieren über soziale und traditionelle Medien

Bei der Preisverleihung in der Wirtschaftsmetropole Lagos wurde nicht nur über Umwelthemen gesprochen, sondern auch über den Aufschwung sozialer Medien in Nigeria und das Zusammenspiel mit traditionellen Medien. Nigerianische Medienpersönlichkeiten diskutierten über Herausforderungen und Chancen. "Die Leute hier bekommen ihre Informationen hauptsächlich von den sozialen Medien", sagt Ariyike Akinbobola. Die Bloggerin ist nicht nur im Internet erfolgreich, sie moderiert auch eine Sendung im nigerianischen Fernsehen. "Aber wenn ich Jugendlichen sage, wann sie meine TV-Sendung sehen können, fragen sie mich: 'Wann ist es auf Youtube? Sende mir einfach den Link'."

Verantwortung der sozialen Medien

Kingsley Uranta vom größten nigerianischen Nachrichtensender Channnels TV erinnerte die Blogger auch an ihre Verantwortung. Immer wieder gelangen über die soziale Medien ungeprüfte Informationen und Gerüchte an die Öffentlichkeit. Die DW reagiert mit der Veranstaltung auf den digitalen Wandel im nigerianischen Medienmarkt und brachte verschiedene Akteure zusammen.

"Die sozialen Medien sind so mächtig", sagt auch Preisträger Solomon Sodeinde. Sie seien vor allem für die Jugend eine Möglichkeit, sich Gehör zu verschaffen. "So viele Dinge sind jetzt möglich: wir können sogar die Regierung damit zur Ordnung rufen. Es ist ein großartiges Werkzeug."

Ein Werkzeug, dass Sodeinde auch zukünftig nutzen will. Als Gesamtsieger des Wettbewerbs wird er ein Praktikum beim englischsprachigen Programm der DW beginnen.

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