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Kultur

DW-TV kooperiert mit Abu Dhabi TV

Die Zuschauer von Deutsche Welle TV und Abu Dhabi TV profitieren künftig von einer Kooperation der beiden Sender. Durch sie sollen unterschiedliche Sichtweisen zum Weltgeschehen transparenter gemacht werden.

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Die Mitarbeiter von Abu Dhabi TV in den Vereinigten Arabischen Emiraten erwarten Neuzugang aus Europa. Ihr neuer Kollege kommt aus Deutschland und ist bei Abu Dhabi TV zugleich Partner und Gast - als Korrespondent für das Fernsehen der Deutschen Welle (DW). Der neue Posten in den Vereinigten Arabischen Emiraten soll Anfang Januar 2003 eingerichtet werden - über die Personalie ist allerdings offiziell noch nicht entschieden. Für Deutsche Welle TV ist Abu Dhabi der vierte eigene, permanente Auslandskorrespondentenplatz nach Washington, Moskau und Brüssel. Und, nicht ganz unwichtig: Der Korrespondentenplatz ist vergleichbar kostengünstig, weil er auf der Kooperation zweier Sender beruht.

Ermöglicht wird die Einrichtung des neuen Korrespondentenplatzes durch den jetzt besiegelten Vertrag zwischen der DW und Abu Dhabi TV. Der neue Kollege in Abu Dhabi soll die Entwicklungen in der arabischen Welt beobachten. Für seine Berichte findet er vor Ort die nötige Infrastruktur vor: 50 Drehtage pro Jahr, ein Büro mit Telefon, Computer, Fax und Zugang zu Nachrichtenagenturen. All dies wird partnerschaftlich von Abu Dhabi TV zur Verfügung gestellt.

Geben und Nehmen

Umgekehrt funktioniert es genauso: Ein arabischer Kollege von Abu Dhabi TV bezieht 2004 seinen Korrespondentenplatz bei DW-TV in Berlin. Und natürlich bekommt auch er von seinen deutschen Kollegen ein Büro und die nötigen Hilfsmittel bereit gestellt.

Die gegenseitige Bereitstellung beider Korrespondentenplätze ist Kernstück des Vertrages, den DW-Intendant Erik Bettermann am Montagnachmittag (6.10.2003) in Abu Dhabi unterzeichnet hat. Bettermann reiste in Begleitung von Bundeskanzler Gerhard Schröder durch den Nahen Osten. Für Abu Dhabi TV unterschrieb der Vorstandsvorsitzende der "Emirates Media Incorporated", Ahmed Ali Mohammed Al-Blouschi.

Kultureller Dialog

Die Kooperation soll sich allerdings nicht auf den Austausch von Räumlichkeiten und technischem Equipment beschränken. Bettermann sieht die Vereinbarung auch als "weiteren Schritt auf dem Weg zu einem verbesserten kulturellen Dialog Europas mit der arabischen Welt" - eines der Hauptanliegen der Deutschen Welle. "Die Deutsche Welle betritt damit eine Kooperation, ein Neuland einer engeren Zusammenarbeit mit der arabischen Welt. Und ich glaube, jedem ist bewusst, auch gerade in Europa, welche Bedeutung die Zusammenarbeit zwischen den arabischen Ländern, dem Nahen und Mittleren Osten, und Deutschland im Herzen Europas darstellt", sagte Bettermann.

Die Zusammenarbeit soll laut DW-Intendant dazu beitragen, die unterschiedlichen Sichtweisen zum Weltgeschehen transparenter zu machen. Geplant sind zu diesem Zweck auch gemeinsame Dokumentationen und Magazine. DW-TV-Direktor Christoph Lanz denkt bei solchen Ko-Produktionen auch an kontroverse Themen wie die gesellschaftliche Rolle der Frau in Europa und der islamischen Welt.

Erhöhte Reichweite

Die Deutsche Welle hat sich auch deshalb für Abu Dhabi TV als Kooperationspartner entschieden, weil der Sender während des Irak-Kriegs durch seine kritische und professionelle Berichterstattung weltweit Aufmerksamkeit erlangt hat.

Über die Zusammenarbeit mit Abu Dhabi TV hinaus will die DW künftig auch im Hörfunk mit dem führenden Medienunternehmen in den Emiraten kooperieren. Geplant ist vor allem die Anmietung von Mittel- und Kurzwellensendern bei der "Emirates Media Incorporated". Auf diese Weise will die DW von Abu Dhabi aus die Versorgung des arabischen Raums und weiter Teile Asiens mit Programmen von DW-RADIO optimieren.