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Fokus Osteuropa

DW-Trend zum deutsch-russischen Verhältnis

Wladimir Putins umstrittene Rückkehr in den Kreml habe den Beziehungen zwischen Berlin und Moskau nicht geschadet, meint die große Mehrheit der Russen. Das zeigt der aktuelle DW-Trend für Russland.

Der Kreml in Moskau(Foto: ITAR-TASS/ Stanislav Krasilnikov)

Der Kreml in Moskau

Erstmals seit Wladimir Putins Wiederwahl finden am 16. November wieder deutsch-russische Regierungskonsultationen statt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird den russischen Präsidenten in Moskau treffen. Mit ihm wird sie auch an einer Sitzung des zivilgesellschaftlichen Forums "Petersburger Dialog" teilnehmen, das zeitgleich in der russischen Hauptstadt tagt.

Veränderungen im russisch-deutschen Verhältnis nach Putins Rückkehr in den Kreml sehen die meisten Menschen in Russland nicht. So meinen 54 Prozent, das bilaterale Verhältnis sei gleich geblieben. 18 Prozent stellen eine Verbesserung fest, nur drei Prozent eine Verschlechterung. Das zeigt der aktuelle DW-Trend für Russland. Dafür hat das ukrainische Büro des Markt- und Meinungsforschungsinstituts IFAK im Auftrag der Russischen Redaktion der Deutschen Welle 1000 Russen im Oktober 2012 repräsentativ befragt.

Grundsätzlich bewertet eine deutliche Mehrheit wie auch im Vorjahr das deutsch-russische Verhältnis als positiv. 25 Prozent der Russen attestieren beiden Ländern im Oktober 2012 eine freundschaftliche Beziehung. Mit 24 Prozent waren es vor genau einem Jahr nur leicht weniger. Als partnerschaftlich betrachten das Verhältnis gegenwärtig 37 Prozent, drei Prozentpunkte weniger als noch im Vorjahr (40 Prozent). 20 Prozent bewerten die Beziehungen als neutral, sechs Prozentpunkte mehr als 2011 (14 Prozent). Nur drei Prozent meinen, das bilaterale Verhältnis sei angespannt oder man sei sogar verfeindet. Vor einem Jahr waren es noch sechs Prozent.

Offenbar gelingt es Putin, sich nicht nur als Garant für innenpolitische Stabilität zu positionieren. In den Augen der Russen sorgt er zudem für selbstbewusste und stabile Beziehungen zu Deutschland als dem wichtigsten europäischen Partner Moskaus.

Fast jeder dritte Befragte (31 Prozent) glaubt, dass Russland in Deutschland als ein zuverlässiger strategischer Partner gesehen wird. Nur 11 Prozent meinen, Russland werde für eine unberechenbare Großmacht mit imperialen Ambitionen gehalten. Allerdings befürchten 28 Prozent der Russen, dass ihr Land von Deutschland lediglich als eine Quelle für billige Rohstoffe und Fachkräfte betrachtet wird.

Deutschland gilt bei vielen Russen als attraktives Reiseziel. Dieser Meinung sind 57 Prozent der Befragten. Dabei spielen nur für eine Minderheit von 14 Prozent berufliche Reisegründe, wie Geschäftsreisen, Studium oder Arbeit eine Rolle. Eine deutliche Mehrheit von 77 Prozent sieht Deutschland als Urlaubsziel. 16 Prozent würden nach Deutschland reisen, um Freunde oder Familienangehörige zu besuchen. Lediglich vier Prozent geben Deutschland als konkretes Auswanderungsziel an.

Eine Visafreiheit würde also primär russischen Urlaubsreisenden zu Gute kommen. Davon könnte auch die deutsche Wirtschaft, insbesondere die Tourismusbranche ganz erheblich profitieren.