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Fokus Osteuropa

DW-Trend: Russen zunehmend pessimistisch

Immer weniger Russen rechnen in diesem Jahr mit einer Verbesserung ihrer finanziellen Situation. Die Anzahl derer, die pessimistisch in die Zukunft blicken, hat sich in den vergangenen Monaten sogar fast verdoppelt.

Eine Frau verkauft auf einem russischen Markt Getränke (Foto: RIA/Novosti)

Wirtschaft für 48 Prozent der Russen wichtigstes Problem

Die wichtigsten Probleme Russlands sind weiterhin die Korruption und die wirtschaftliche Situation im Lande. Dies ergab der zweite DW-Trend, den das Markt- und Meinungsforschungsinstitut IFAK im Auftrag der Russischen Redaktion der Deutschen Welle im Dezember 2010 nach repräsentativen Methoden in Russland erhoben hat.

Gefragt nach den drei wichtigsten Problemen des Landes nannten im Dezember 2010 61 Prozent die Korruption und 48 Prozent die Wirtschaft (Mehrfachnennungen waren möglich). Damit liegt die Wahrnehmung dieser Probleme im Vergleich zum ersten DW-Trend auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Im September 2010 hatten 64 Prozent Korruption und 49 Prozent Wirtschaft als die wichtigsten Probleme benannt.

Leicht zugenommen hat in den letzten drei Monaten die Sorge vor Terrorismus, sie liegt nun bei 32 Prozent im Vergleich zu 28 Prozent im September. 16 Prozent der Befragten nannten Machtmissbrauch durch Beamte und Polizisten als wichtigstes Problem. 13 Prozent der Befragten betrachten Verstöße gegen Menschenrechte und nur 7 Prozent Demokratiedefizite als ein wichtiges Problem.

DW-Trend-Grafik zur Frage, was die wichtigsten Probleme Russlands sind (Grafik: DW)

Unter den zwei am häufigsten genannten wichtigsten Problemen – Korruption und Wirtschaft - zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen den Altersgruppen. 67 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sehen die Korruption als wichtigstes Problem. Die Wirtschaft halten 37 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe für ein wichtiges Problem. Aber fast die Hälfte der über 30-jährigen Befragten sorgt sich konkret um die Wirtschaft. Die Korruption wird unter den Altersgruppen der über 30-Jährigen von 57 bis 61 Prozent als wichtigstes Problem gesehen.

Finanzielle Erwartungen

Wirtschaftliche Probleme schlagen sich inzwischen auch auf die Erwartung bezüglich der persönlichen Situation nieder. Während im September noch fast ein Drittel (32 Prozent) der Befragten glaubte, dass es ihnen in 12 Monaten finanziell besser gehen würde, teilen im Dezember nur noch 20 Prozent diese Meinung.

Dass es ihnen in 12 Monaten finanziell schlechter gehen wird, glauben 25 Prozent der Befragten. Im September 2010 waren es 14 Prozent. Damit hat sich im Vergleich zum ersten DW-Trend die Zahl derer, die pessimistisch in die Zukunft blicken, fast verdoppelt. 48 Prozent gehen davon aus, dass ihre Situation unverändert bleiben wird (September: 40 Prozent).

Insbesondere die Jugend schaut noch optimistisch in die Zukunft. 39 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gehen davon aus, dass es ihnen in 12 Monaten besser geht als heute. Im Vergleich teilen nur 17 Prozent der 30- bis 39-Jährigen, 14 Prozent der 40- bis 49-Jährigen und 17 Prozent der über 50-Jährigen diese Meinung.

Gleichzeitig hat der Anteil der 18- bis 29-Jährigen, die davon ausgehen, dass es ihnen in 12 Monaten schlechter geht als heute, deutlich zugenommen. Im September schauten nur unter 1 Prozent pessimistisch in die Zukunft. Inzwischen sind dies 18 Prozent. Der Anteil der Pessimisten unter den Jugendlichen ist somit auf dem gleichen Niveau der anderen Altersgruppen angelangt.

DW-Trend-Grafik zur Frage, wie die persönliche finanzielle Situation in 12 Monaten sein wird (Grafik: DW)

Methode der Umfrage

Die Befragung wurde bevölkerungsrepräsentativ in Russland durchgeführt. Es wurden 1000 Personen an 39 Sample-Points in ganz Russland im Zeitraum vom 3. bis 13. Dezember 2010 befragt. Die Gesamtheit der Befragten entspricht der Bevölkerungsstruktur Russlands.

Autoren: Ingo Mannteufel, Sergey Govoruha
Redaktion: Markian Ostaptschuk

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