1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Afrika

DW Akademie in Ruanda

In Ruanda herrscht seit dem Genozid 1994 großes Misstrauen gegenüber den Medien. Einige Radios, Fernsehsender und Zeitungen wurden während des Völkermords, den die Bevölkerungsgruppe der Hutus an den Tutsis verübte, zum Sprachrohr einer aggressiven Hasspropaganda gegen die Tutsis. Aufgrund dieser Erfahrungen wird die verfassungsrechtliche Verankerung der Informations- und Pressefreiheit staatlich beaufsichtigt. In der Praxis führt dies allerdings zu einer rigiden Kontrolle der Medien, die unter anderem auch dem Machterhalt der regierenden Partei dient. Für Journalisten bedeutet dies, dass sie ihre Berichte aus Angst vor Repressionen und Drohungen der Regierung selbst zensieren. Reporter, die politisch-sensible Themen recherchieren, werden oft systematisch an ihrer Arbeit gehindert. Dennoch gibt es in der ruandischen Medienlandschaft großes Reformpotential: Im Jahr 2013 wurde ein neues, liberaleres Mediengesetz verabschiedet, woraufhin viele private Radiosender und Zeitungen gegründet wurden. Infolge des Gesetzes gründete sich auch die Rwanda Media Commision (RMC), ein Selbstregulierungsgremium für Medien. Insgesamt dominiert der Staatsrundfunk den Medienmarkt hinsichtlich der Reichweiten; private Medien haben aber wachsenden Einfluss.

Unser Engagement
Aufgrund des Genozids in Ruandas jüngster Geschichte ging es bei den Projekten der DW Akademie in der Vergangenheit um friedensfördernde Maßnahmen und konfliktsensible Berichterstattung. Mehrere Langzeitprojekte brachten nicht nur Reporter aus Ruanda, sondern auch Medienschaffende aus angrenzenden Ländern, der Region der Großen Seen, zusammen, um im Austausch miteinander Lösungen für den medialen Umgang mit Konflikten zu finden. So fand Mitte Oktober 2015 ein einwöchiger "Mediendialog" mit Teilnehmern aus Ruanda, der Demokratischen Republik Kongo und Burundi in Kigali statt. Mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) kann ein weiteres Langzeitprojekt durchgeführt werden. Ziel ist es, von 2016 bis 2018 insbesondere die Medienkompetenz von Jugendlichen zu stärken, damit sich diese aktiv in den gesellschaftspolitischen Dialog einbringen können. Die vier Community Radios des Landes werden darin unterstützt, neue Jugendformate zu entwickeln. Im Rahmen des "Rwanda Media Projects" hat die DW Akademie 2014 in Kooperation mit dem KWETU Filminstitut in Kigali eine duale Mediengestalter-Ausbildung ins Leben gerufen. In Zusammenarbeit mit dem renommierten Regisseur Volker Schlöndorff und unter Federführung des Europäischen Filmzentrums Babelsberg (EFB) finden zudem Workshops an dem Filminstitut statt. Weiterhin hat die DW Akademie 2014 die neu gegründete Rwanda Media Commission darin unterstützt, Trainingsmaterial für den Ethikkodex zu entwickeln.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Auswärtiges Amt (AA)

Ländermanagerin: Julia Elvers-Guyot

Einsatzorte: Kigali

Partner vor Ort: Ejo Youth Echo (EYE), Rwanda Community Radio Network (RCRN), Pax Press, Youth Association for Human Rights Promotion and Development (AJPRODHO-JIJUKIRWA), KWETU Film Institute

Schwerpunkte: Gesellschaftliche Teilhabe, Media and Information Literacy/Medienkompetenz, Qualifizierung

Die Redaktion empfiehlt

Newsletter

01_02_2012 Themenbild für Newsletter Ansprechpartner für weitere Verwendungszwecke: Sabrina.Tost@dw-world.de

Erfahren Sie mehr über die DW Akademie und abonnieren Sie unseren Newsletter. Einmal im Monat verschicken wir einen Überblick über unsere aktuellen Projekte und Veranstaltungen.