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Nahost/Nordafrika

DW Akademie in den Palästinensischen Gebieten

Teilnehmerinnen eines Schulprojektes zur Medienkompetenz (Foto: Pyalara).

Teilnehmerinnen eines Schulprojektes zur Medienkompetenz

Die Situation der Medien in den Palästinensischen Gebieten ist angesichts der politisch instabilen Lage angespannt. Der Gaza-Krieg im Sommer 2014 und die andauernden Unruhen in Jerusalem aber auch im Westjordanland haben dazu geführt, dass Journalisten, die beispielsweise in den sozialen Medien aktiv sind, zunehmend vom palästinensischen Geheimdienst beobachtet werden. Oftmals drohen Haftstrafen wegen vermeintlicher Beleidigung von Amtsträgern und mutmaßlicher Gefährdung der Sicherheit der Palästinensischen Gebiete. Übergriffe auf palästinensische Reporter finden ebenso von israelischer Seite statt, so wird ihnen häufig vorgeworfen, gegen Israel und das jüdische Volk zu hetzen. Die Autonomiebehörde hat sich offiziell verpflichtet, die Regulierung des Mediensektors internationalen Standards anzupassen. Hierzu prüfen Nichtregierungsorganisationen (NRO) und Journalisten zwar laufend die Mediengesetze, ihre Ergebnisse können sie jedoch nur in Form von Empfehlungen für den Gesetzgebungsprozess einreichen. Wegen der konfliktreichen politischen Situation gilt eine Neuauflage der Mediengesetze, die insbesondere den Zugang zu Information von öffentlichen Stellen gewährleisten soll, als äußerst unwahrscheinlich.

Unser Engagement
Die DW Akademie will in den Palästinensischen Gebieten vornehmlich den Dialog von jungen Bürgern mit ihrer Kommune stärken - über die Medien. In Nablus hat die DW Akademie in Zusammenarbeit mit Studierenden der An-Najah Universität dazu eine Online-Zeitung geschaffen, die als Dialogplattform zwischen Bürgern und Kommunalverwaltung dient. In Ostjerusalem hat die Jugend-NRO Pal Vision mit jungen Bürgerjournalisten und Unterstützung der DW Akademie eine multimediale Plattform aufgebaut, die die Anliegen junger Palästinenser in Ostjerusalem öffentlich diskutiert. An insgesamt zehn Sekundarschulen in Gaza und im Westjordanland unterstützt die DW Akademie die Jugendorganisation Palestinian Youth Association for Leadership and Rights Activation (Pyalara) bei einem Pilotprojekt zur Medienkompetenz. Hier werden palästinensische Schüler darin bestärkt, Medien kritisch zu hinterfragen, sie besser verstehen und einordnen zu können und in eigenen Schulmedien die Stimme selbst zu erheben. Radio Nisaa in Ramallah und die DW Akademie entwickeln ein multimediales Jugendprogramm, das jungen Menschen ermöglicht, ihre Themen in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Um die Rolle und Darstellung der Frauen in den palästinensischen Medien zu untersuchen und zu verbessern, unterstützte die DW Akademie des Weiteren den Radiosender Nisaa FM und die NRO Filastiniyat bei der Erhebung einer Studie zur Gender-sensiblen Berichterstattung sowie bei der Produktion von journalistischen Beiträgen zu frauenrelevanten Themen vor allem in Gaza.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

Ländermanagerin: Verena Wendisch

Einsatzorte: Nablus, Ramallah, Jaba, Al Ram, Hizma, Qalandiya, Ost-Jerusalem, Gaza

Partner vor Ort: Filastiniyat, Palestinian Youth Vision (PalVision), Palestinian Youth Association for Leadership and Rights Activation (Pyalara), Radio Nisaa, Yafa Cultural Center

Schwerpunkte: Gesellschaftliche Teilhabe, Media and Information Literacy, Mitsprache benachteiligter Bevölkerungsgruppen, lokale Medienangebote, konfliktsensible Berichterstattung

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