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Afrika

DW Akademie in Burundi

In Burundi gibt es eine Tradition des engagierten Journalismus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern in Zentralafrika berichteten burundische Journalisten bis vor kurzem weitgehend kritisch und drückten ihre Meinung frei aus. 2015 kam es zu Gewaltausbrüchen, bei denen Anhänger von Regierung und Opposition ermordet wurden. Auslöser der bis heute anhaltenden Krise ist die im April 2015 angekündigte Kandidatur zu einem dritten Mandat und darauffolgende umstrittene Wiederwahl von Präsident Pierre Nkurunziza im Juli 2015. Seit dem Beginn des Konflikts kamen mehrere Hundert Menschen ums Leben, mehr als 300.000 Burundier sind aus dem Land geflohen. Bis heute ist dies kein ethnisches Problem sondern eine politische Krise (pro und contra Nkurunzizas drittes Mandat). Diese Krise könnte allerdings sehr schnell instrumentalisiert werden und in einen ethnischen Konflikt münden (Hutu gegen Tutsi). Im Mai 2015 versuchten Teile der Armee gegen die Regierung zu putschen. Im Zuge dieses Putschversuches wurden die vier wichtigsten Privatsender (RPA, Bonesha FM, Radio Isanganiro und Radio Télé Renaissance) mit Maschinengewehren, Raketen und Granaten beschossen. Das regierungsnahe Radio Rema FM wurde von Demonstranten angegriffen. Nach dem Putschversuch flüchteten viele Journalisten ins Ausland.

Unser Engagement
Zwei Schwerpunkte bilden bisher den Fokus des Engagements der DW Akademie: zum einen die Stärkung lokaler, abgelegener Radiostationen, die oft die einzigen Informationsquellen für die Landbevölkerung sind; zum anderen die Ausbildung von Jugendlichen im Bereich Medienkompetenz. In Zusammenarbeit mit populären Lokalradios wie "La Voix de la femme" entwickelt die DW Akademie Strategien zur konfliktsensiblen, interaktiven und lokal relevanten Berichterstattung. Darüber hinaus werden spezielle Angebote für Jugendliche und Frauen sowie alternative Finanzierungsmöglichkeiten diskutiert und unterstützt. Um Journalisten besonders für eine konfliktsensible Berichterstattung in der Region zu sensibilisieren, bietet die DW Akademie Beratungen für Reporter und Medienmanager an. Weiterhin kooperiert die DW Akademie mit der niederländischen Nichtregierungsorganisation Free Press Unlimited (FPU), um Medienschaffende und Bürgerjournalisten mithilfe der App "StoryMaker" für Mobiltelefone im Umgang mit Social Media und Mobile Reporting zu professionalisieren.

Mittelgeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Ländermanagerin: Carine Debrabandère

Einsatzorte: Bujumbura, Ngozi, Giheta

Partner vor Ort: Association des femmes journalistes du Burundi (AFJO), Centre de formation des médias, Centre Jeunes Kamenge, Association Dushirehamwe, La Voix de la femme, Eirene Grands Lacs, Institut Panos Grands Lacs (IPGL), Lycée du Saint-Esprit, Maison de la Presse du Burundi, Radio Colombe,

Schwerpunkte: Professionalität und wirtschaftliche Nachhaltigkeit des Mediensektors, Gesellschaftliche Teilhabe, Media Literacy/Medienkompetenz, Mitsprache benachteiligter Bevölkerungsgruppen, (lokale) partizipative Medienangebote und Bürgermedien, Konflikt und Medien/konfliktsensible Berichterstattung, Geschäftsmodelle und wirtschaftliche Nachhaltigkeit, Professionalität und Netzwerke im Journalismus