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DW-AKADEMIE: 2010 - Hoffen auf mehr Pressefreiheit

2009 war kein gutes Jahr für die Pressefreiheit weltweit. Eine Trendwende fordert Gerda Meuer, Direktorin der DW-AKADEMIE.

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Liebe Freunde und Förderer der DW-AKADEMIE,

wieder einmal erreichten uns zum Jahresende ernüchternde Zahlen: In nur noch 36 Prozent der Länder weltweit, rechnete die amerikanische Organisation Freedom House vor, herrschte 2009 tatsächlich Presse- und Meinungsfreiheit. Und die Journalisten-Organisation Reporter ohne Grenzen beklagte, im zurückliegenden Jahr habe die tödliche Gewalt gegen Journalisten erneut zugenommen, seien zudem fast dreimal so viele Blogger und Internetnutzer festgenommen worden wie 2008.

Wir müssen es gerade im Iran beobachten: Immer wieder verbietet das Regime ausländischen Reportern über die Proteste im Land zu berichten, dürfen Korrespondenten ihre Büros nicht verlassen, werden festgenommen, verschwinden mitunter tagelang im Gefängnis.

Uns in der DW-AKADEMIE liegen genau diese Kollegen am Herzen: Sie versuchen in ihren Ländern beharrlich, Spielräume zu nutzen, und seien sie noch so klein. Wir wollen Journalisten unterstützen, denen daran gelegen ist, Missstände aufzudecken, die professionell, unabhängig und kritisch berichten wollen. Die dies zum Teil unter Einsatz ihres Lebens tun – wie der kirgisische Journalist Gennadi Pawliuk, den Unbekannte kurz vor Heiligabend aus dem sechsten Stock eines Hochhauses in der kasachischen Hauptstadt Almaty in den Tod stürzten. Der 40-Jährige war ein führender Kritiker des kirgisischen Präsidenten Kurmanbek Bakijew.

Vorfälle wie dieser bestärken uns darin, auf unserem Weg weiterzugehen; wenn wir etwa Journalisten in Zentralasien oder Lateinamerika helfen, im Internet zu veröffentlichen und sich auszutauschen. Wenn wir die Gründung eines Presserates in Tadschikistan mit vorantreiben, um die Rahmenbedingungen für Medienmacher in dem Land verbessern zu helfen; oder wenn wir in diesem Jahr Medienmacher in Simbabwe auf eine hoffentlich bessere „post-Mugabe-Ära“ vorbereiten.

Wir haben viel vor in diesem Jahr. Und ich möchte an dieser Stelle allen unseren Unterstützern und Geldgebern danken: Vor allem dem Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit und dem Auswärtigen Amt, aber auch der Europäischen Union, der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, den politischen Stiftungen und all denen, die uns dabei helfen, auch in 2010 wieder all unser Können und unsere Kraft dafür einzusetzen, dass Journalisten weltweit ihre gesellschaftlich so bedeutende Funktion als „vierte Macht im Staate“ möglichst professionell und in einer gedeihlichen Atmosphäre ausfüllen können. Und die mit uns hoffen, dass in diesem Jahr mehr Menschen weltweit ihre Meinung frei und ungehindert äußern können.

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