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Filme

DVD-Tipp: Fritz Lang in Hollywood

Der deutsche Filmregisseur verließ sein Heimatland wegen der Nazis. Doch Fritz Lang war auch prädestiniert im amerikanischen Studiosystem schnell Fuß zu fassen. Ab Mitte der 1930er Jahre war er enorm produktiv.

Szene mit Mann und Frau im Film The Woman in the Window (Foto: AP)

"The Woman in the Window"

Natürlich kannten die Amerikaner "Metropolis". Und auch "Die Nibelungen". Jeder andere Regisseur, der so innovativ mit der neuen Filmtechnik umgehen konnte wie Fritz Lang, der mit einer solch traumwandlerischen Sicherheit Spezial-Effekte, Filmbauten und Statistenheeren beherrschte, der musste früher oder später in Hollywood landen. Das war damals in der 20er und 30er Jahren so und ist bis heute so geblieben.

Ausreise nach Gespräch mit Goebbels

Zunächst hatte sich Fritz Lang beharrlich geweigert, in die USA zu gehen. Erst als die Nazis an die Macht kamen und sein Film "Das Testament des Dr. Mabuse" Ärger mit der Zensur bekam, entschloss sich der damals weltberühmte Regisseur, das Land zu verlassen. Goebbels hatte ihn noch zu einer Weiterarbeit in Deutschland überreden wollen. Doch Fritz Lang war sich seiner Sache sicher, noch am Abend des Gesprächs im Reichspropagandaministerium verließ er Deutschland.

Über Frankreich nach Hollywood

Nach kurzem Zwischenspiel in Frankreich ging der neben Ernst Lubitsch und Friedrich Wilhelm Murnau bekannteste deutsche Filmemacher in die USA und drehte dort 1935 seinen ersten Film. Über zwanzig weitere sollten folgen, bevor der gebürtige Österreicher wieder in seine Wahlheimat Deutschland zurückkehrte. Er versuchte sich - meist mit Erfolg - in fast allen Genres, auch im uramerikanischsten überhaupt, dem Western. Drei seiner Hollywood-Filme liegen jetzt auf DVD vor.

"You and Me" ("Du und ich", 1938)

Einer der wohl ungewöhnlichsten und auch untypischsten Fritz Lang-Filme. Zudem die größte Entdeckung, da der Film praktisch seit Jahrzehnten nicht mehr zu sehen war. Lang erzählt hier die Geschichte eines Pärchens mit Verbrechervergangenheit beim Versuch, im bürgerlichen Leben wieder Fuß zu fassen. Doch anders als in vergleichbaren film noir-Varianten - der Film wird in einer film noir-Reihe des DVD-Anbieters "koch media" angeboten - überwiegt hier das Lehrhafte. " 'You an Me', Langs einziger Versuch in Amerika, eine Filmkomödie zu drehen, war offenbar als eine amerikanische Entsprechung zu Berthold Brechts Lehrstück beabsichtigt, in der unbekümmert die - rein ökonomisch begründete - Lehre vermittelt wird, dass Verbrechen sich nicht lohnt" (John Russel Taylor).

George Raft und Sylvia Sidney in Filmszene aus You and Me (Foto: Koch Media)

You and Me: George Raft und Sylvia Sidney - gelingt der Weg zurück ins bürgerliche Leben?

"The Return of Frank James" ("Rache für Jesse James", 1940)

Nachdem "You and Me" einer der wenigen Misserfolge Fritz Langs an den Kinokassen war, setzte er nach einer fast zweijährigen Arbeitspause auf ein sicheres Pferd. "The Return of Jesse James" war - auch das gab es damals in Hollywood schon - ein Sequel. Henry Kings Western "Jesse James" war ein Jahr zuvor ein enormer Publikumserfolg gewesen. Die Auftragsarbeit von Fritz Lang erfüllte dann die Erwartungen der Studios. Nur wenn man das Werk des Regisseurs gut kennt, gelingt es einem, die spezifische Handschrift Fritz Langs in diesem Film wiederzuerkennen - auch wenn er später meinte, Western seien das für Amerika, was 'Die Nibelungen' für die Europäer sind. Sehenswert an "The Return of Frank James" sind noch heute die wunderbare Farbgestaltung und das unverschämt lässige Spiel von Henry Fonda, an das heute höchstens nur noch ein Clint Eastwood heranreichen kann.

Henry Fonda in einer Filmszene aus Rache für Jesse James (Foto: Koch Media)

Nur selten hat er die Situation nicht im Griff: Henry Fonda als Frank James

"The Woman in the Window" ("Gefährliche Begegnung", 1944)

Ein klassischer film noir: Ein Biedermann trifft auf eine Femme Fatale, ein Psychologieprofessor, dessen Frau in Urlaub ist, verfällt den Reizen einer schönen Unbekannten. Er gerät in einen Sog aus Leidenschaft und Verbrechen, aus dem Fritz Lang ihm am Ende nur mit Hilfe einer raffinierten Drehbuchfinte hinaushilft. Filme wie "The Woman in the Window" haben zum Ruhm Fritz Langs in Amerika beigetragen und auch heute noch - Jahrzehnte nach ihrer Uraufführung - haben sie kaum etwas von ihrem Reiz verloren. Edward G. Robinson und Joan Bennett sind brillant, die Handlung äußerst spannend und die Pointe am Schluss sorgt für einen gehörigen Überraschungseffekt.

Szene aus dem FilmGefährliche Begegnung -Edward G. Robinson und Joan Bennett (Foto: EuroVideo)

"You an Me" und "The Return of Jesse James" liegen beim DVD-Anbieter Koch Media vor, "The Woman in the Window" bei Euro-Video.

Autor: Jochen Kürten
Redaktion: Sabine Oelze

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