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Kultur

Dutzende Tote bei Flugzeugabstürzen in Kirgisistan und Guatemala

Bei zwei Flugzeugunglücken in Asien und Lateinamerika kamen fast 80 Menschen ums Leben. Die Unglücksursache ist in beiden Fällen noch nicht klar. Terroranschläge werden aber ausgeschlossen.

Löschen des Brandes der Boeing 737 der kirgisischen Fluglinie Itek Air (ap)

Wrack der Boeing 737 der kirgisischen Fluglinie Itek Air

Nur vier Tage nach dem Absturz einer MD-82 der spanischen Fluggesellschaft Spanair auf dem Madrider Flughafen kamen am Sonntag (24.08.2008) die Hiobsbotschaften, dass zwei weitere Flugzeuge in Kirgisistan und Guatemala abgestürzt sind.

Die Boeing 737 der kirgisischen Fluglinie Itek Air war gerade vom internationalen Flughafen Manas in Bischkek, der Hauptstadt Kirgisistans, in Richtung Teheran gestartet, als die Besatzung technische Probleme meldete. Sie kündigte die Rückkehr zum Flughafen an. Etwa zehn Kilometer vor dem Ziel zerschellte die Maschine auf einem Acker. Von den 90 Insassen überlebten mindestens 68 das Unglück nicht.

An Bord waren 57 Ausländer, von denen einige unter den Toten sind. 25 Menschen entkamen dem brennenden Wrack lebend, darunter auch die Besatzungsmitglieder sowie 17 Mitglieder einer Schulsportgruppe.

Flugverbot in der EU

Wrack der Boeing 73. Rettungsmannschaften suchen nach Opfern (ap)

Suche nach Opfern

Regierungssprecherin Rosa Daudowa gab am Montag als mögliche Unglücksursache einen plötzlichen Druckabfall in der Kabine an. Einen Terroranschlag schloss die Regierung aus. Näheren Aufschluss sollen die beiden Flugschreiber geben, die inzwischen geborgen wurden.

Itek Air steht auf einer Ende Juli veröffentlichten schwarzen Liste der EU. Damit haben deren Maschinen Flugverbot in allen EU-Mitgliedsstaaten. Nach Angaben des kirgisischen Ministerpräsidenten Igor Tschudinow wurde die fast 30 Jahre alte Unglücksmaschine erst vor einem Monat gewartet.

Absturz einer Propellermaschine in Guatemala

Dorfbewohner betrachten Wrack der abgestürzten Propellermaschine in Guatemala (ap)

US-Entwicklungshelfer sterben beim Absturz einer Propellermaschine in Guatemala

Ebenfalls am Sonntag stürzte etwa 100 Kilometer östlich von Guatemala-Stadt auf einem Hügel in El Puente, im Osten Guatemalas, eine Propellermaschine ab. Das Flugzeug der Firma Aeroruta Maya war auf dem Weg von der guatemaltekischen Hauptstadt nach El Estor in der Karibik. Fast die Hälfte der 14 Insassen waren US-Amerikaner, die als Entwicklungshelfer nach Guatemala unterwegs waren. Zehn Passagiere überlebten den Absturz nicht. Die vier Überlebenden wurden zur medizinischen Behandlung nach Guatemala-Stadt geflogen.

Die Luftfahrtkontrolle gab an, der Pilot habe Probleme mit der Mechanik gemeldet, dann sei der Funkkontakt abgebrochen. Aeroruta Maya-Manager Richard Calloway sagte, der Pilot sei auf einer Ebene gelandet, habe jedoch die Kontrolle über die Maschine verloren, als er in einer Schlagloch geriet. Auslaufender Treibstoff habe sich anschließend entzündet.

Die Cessna war nach Angaben des Firmenmanagers fünf bis sechs Jahre alt. Die Sicherheitsüberprüfung sei auf dem neuesten Stand gewesen.

Spanair weiter in den Schlagzeilen

Startende Spanair-Maschine (ap)

Wieder Probleme mit Spanair-Maschine

Nur vier Tage nach dem Absturz einer Spanair-Maschine auf dem Madrider Flughafen musste eine weitere Maschine desselben Typs am Sonntag einen ungeplanten Zwischenstopp einlegen. Die MD-82 mit 141 Insassen war auf dem Weg von Barcelona nach Lanzarote, als der Pilot "ein Problem mit einem Generator" feststellte. Er landete sicher auf dem Flughafen von Malaga. Die Passagiere verbrachten die Nacht im Hotel.

Von den 153 Absturzopfern des Madrider Unglücks waren bis Montag nach Angaben des spanischen Innenministers Alfredo Pérez Rubalcaba 86 identifiziert. Die Identifizierung der übrigen Opfer könne sich allerdings noch bis zu zwei Wochen hinziehen: "Wegen des Feuers und der Hitze bei dem Absturz sind die Proben zur Anfertigung der DNA-Analysen in einem schlechten Zustand." Und, so der Minister, in einzelnen Fällen kann eine Identifizierung auch gar nicht möglich sein.

Unklar ist auch weiter das Schicksal eines Ehepaars und seiner beiden Kinder aus Pullach bei München. Ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes sagte, man habe DNA-Material zur Auswertung an die spanischen Behörden geschickt.

Mehr Todesopfer in Madrid

Bergung eines Wrackteils der Spanair-Maschine (ap)

154 Menschen starben bei Spanair-Unglück in Madrid

Die Zahl der Todesopfer war am Samstag auf 154 gestiegen: eine 31-Jährige starb an ihren schweren Brandverletzungen. 18 Überlebende werden noch behandelt.

Die Spanair-Maschine war am Mittwoch (20.08.2008) auf dem Weg von Madrid zu den Kanarischen Inseln beim Start über die Rollbahn hinausgeschossen und in Flammen aufgegangen. Die spanische Regierung hat eine umfassende Untersuchung der Unglücksursache zugesagt. Die Zeitung "El País" berichtet, die Ermittler konzentrierten sich auf die Triebwerke. Möglich sei ein Leistungsabfall oder das Einsetzen des Umkehrschubs. (hy)

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