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Der Präsident der Philippinen in Moskau

Duterte will Waffen aus Russland

Im Kampf gegen islamistische Rebellen in seiner Heimat setzt der philippinische Präsident auf Schützenhilfe des Kremls. Zuvor hatte er über die Unruheprovinz Mindanao das Kriegsrecht verhängt.

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Duterte will Waffen von Russland

Der Kurzbesuch in Moskau diente einem wichtigen Ziel: Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte bat den russischen Staatschef Wladimir Putin um moderne Waffen. Sein Land sei nicht für den Kampf gegen islamistische Rebellen und die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gerüstet, begründete Duterte bei einem kurzen Treffen mit Putin im Kreml sein Anliegen. Sein Land habe Bestellungen in den USA, aber das bilaterale Verhältnis sei derzeit nicht entspannt, erläuterte er nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Tass die Situation.

Der Kremlchef erklärte demnach, er sehe Möglichkeiten für eine militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit beider Länder. Die Präsidenten hatten ihr für Donnerstag geplantes Treffen vorgezogen. Wegen eines Angriffs von IS-Kämpfern hatte Duterte am Dienstag das Kriegsrecht über die südliche Provinz Mindanao verhängt. Er verkürzte seinen Besuch in Russland und flog noch in der Nacht in die Heimat zurück. Seine Delegation ließ er in Moskau zurück. Sie soll an diesem Mittwoch die vorbereiteten Dokumente zum Ausbau der Kooperation unterzeichnen, wie Putin bestätigte.

IS-Kämpfer fallen in Großstadt Marawi ein

Mit der Verhängung des Kriegsrechts reagierte Duterte auf einen Angriff von mindestens 100 islamistischen Rebellen in der Großstadt Marawi auf der Insel Mindanao. Fotos im Internet zeigten Bewaffnete, die mit schwarzen Fahnen der IS-Terrormiliz durch die Straßen zogen. Polizei und Militär berichteten, eine katholische Kirche, ein Gefängnis, zwei Schulen und andere Gebäude seien in der 200.000-Einwohner-Stadt niedergebrannt worden. Mindestens ein Polizist und zwei Soldaten wurden nach Angaben von Verteidigungsminister Delfin Lorenzana getötet. Überall seien Scharfschützen der Angreifer positioniert.

Der Terrorismusexperte Ahmet S. Yayla schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: "Es gab einen größeren IS-Angriff auf Marawi. Die IS-Flagge vor einer Polizeistation. IS-Kämpfer geben an, Teile der Stadt besetzt zu haben." 

Zuvor hatten Einsatzkräfte vergeblich versucht, Isnilon Hapilon festzunehmen, einen Kommandeur der Islamistengruppe Abu Sayyaf und Anführer des philippinischen Ablegers der IS-Miliz. Die USA haben auf ihn ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt. Dieser will nach Erkenntnissen der philippinischen Behörden sämtliche Gruppen, die dem IS die Treue schworen, vereinen.

Philippinen Soldaten in der Nähe von Marawi ARCHIV (Getty Images/AFP/R. Umel)

Philippinische Soldaten in Marawi

Abu Sayyaf ist vor allem auf den Inseln im äußersten Süden von Mindanao aktiv. Seit den 1990er Jahren hat die Gruppe hunderte Philippiner und Ausländer verschleppt, um Lösegeld zu erpressen. Im Februar enthauptete Abu Sayyaf einen 70-jährigen deutschen Segler.

se/bru (rtr, ap, afp, dpa)

 

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