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Wirtschaft

Durchbruch beim Airbus-Militärtransporter

Der Streit um den Militär-Transporter Airbus A400M ist beigelegt. Die sieben Käuferländer und der Rüstungskonzern EADS/Airbus haben sich grundsätzlich über die Aufteilung der Milliarden-Mehrkosten verständigt.

Airbus-Militärtransporter A400M (Foto: dpa)

Die Zukunft des Airbus-Militärtransporters A400M ist gerettet

Im Streit über die Zukunft des Militärtransporters A400M haben die Abnehmerstaaten und der Hersteller EADS nach Angaben aus Verhandlungskreisen einen Durchbruch erzielt. Die sieben Käuferstaaten - Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien, Belgien, Luxemburg und die Türkei - und die Airbus-Mutter EADS haben sich darauf geeinigt, wie sie die Zusatzkosten unter sich aufteilen. Dies sagte am Freitag (05.03.2010) ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin. Details wurden nicht mitgeteilt. Die Staatssekretäre der Abnehmerstaaten hatten sich zuvor erneut in Berlin zu Verhandlungen getroffen.

Die Einigung mit der Industrie stehe noch unter dem Vorbehalt, dass die zuständigen Regierungen und Parlamente zustimmen, hieß es.

Das teuerste Rüstungsprojekt Europas

Die Käuferstaaten hatten seit gut einem halben Jahr mit dem Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS darüber gestritten, wie die exorbitant gestiegen Entwicklungskosten des Militärfrachters aufgeteilt werden sollen. Der Militärtransporter A400M ist derzeit das teuerste Rüstungsprojekt in Europa. Der europäische Flugzeughersteller Airbus hatte sich 2003 verpflichtet, 180 Maschinen zum Festpreis auszuliefern. 60 Flugzeuge will die Bundesregierung als Ersatz für die veralteten Transall-Maschinen abnehmen.

Ursprünglich sollte das Projekt rund 20 Milliarden Euro kosten. Zuletzt hatten die Staaten angeboten, etwa zwei der zusätzlichen rund 5,2 Milliarden Euro zu tragen und für weitere 1,5 Milliarden Kreditbürgschaften zu übernehmen. EADS wollte 800 Millionen tragen.

Airbus-Militärtransporters A400M (Foto: ap)

Die sieben Käuferländer und der Rüstungskonzern EADS/Airbus haben sich über die Milliarden-Mehrkosten verständigt

Eigenschaften der A400M

Die A400M ist als Mehrzweck-Militärtransporter konzipiert. Das 45 Meter lange Flugzeug soll 37 Tonnen Nutzlast bis hin zu gepanzerten Fahrzeugen, Hubschraubern oder schwerem Räumgerät über 8700 Kilometer transportieren können. Gleichzeitig soll es in der Lage sein, sowohl schnell fliegende Kampfjets als auch langsame Hubschrauber in der Luft zu betanken. Es soll gut gegen Beschuss geschützt und extrem wendig sein und auch auf Gras und Sand landen können.

Die vier völlig neu entwickelten Turboprop-Triebwerke sollen die A400M bis auf 11 000 Meter Höhe tragen und mit einer Geschwindigkeit von 556 Kilometern pro Stunde vorantreiben. Der Airbus-Militärtransporter ist rund 15 Meter hoch und hat eine Spannweite von 42 Metern. Dabei soll die A400M für die Nutzung der Flugkorridore auch als Zivilflugzeug zertifiziert werden.

Erste Pläne für den Transall-Nachfolger wurden in Frankreich schon 1984 entworfen. Einen ersten europäischen Projektstartversuch gab es 1991 mit "Euroflag". Doch erst im Mai 2003 wurde das Projekt A400M mit dem Vertrag der sieben Erstkundenstaaten mit Airbus konkret angeschoben. Die erste Maschine soll um die Jahreswende 2012/13 ausgeliefert werden, das erste Flugzeug mit allen geforderten Eigenschaften erst 2015. Am 11. Dezember 2009 absolvierte die Maschine ihren Jungfernflug in der spanischen Stadt Sevilla.

Autorin: Naima El Moussaoui (dpa, afp, apn)

Redaktion: Oliver Samson

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