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Filme

Dunkle Verbrechen: Film Noir

Zwischen 1941 und 1958 war die große Zeit des Film Noir. Die düsteren Kriminalfilme mit ihren starken Schwarz-Weiß-Kontrasten sind heute Kult. Neben klassischen Meisterwerken gibt es auch noch Entdeckungen zu machen.

Filmstill Casbah - Verbotene Gassen (Foto: Koch Media)

Yvonne de Carlo in "Casbeh"

Film Noir ist kein Genre, Film Noir ist ein Stil. Als in Europa der Krieg tobte, begann die große Zeit des Film Noir in Hollywood. Diese Filme bildeten die Verwüstungen der Welt des Krieges und der Nachkriegszeit auf vielfältige Art und Weise ab. Es waren vor allem Kriminalfilme, die den Pessimismus und die Zerstörungen widerspiegelten. Aber auch andere Genres nutzen die Ästhetik des Film Noir.

Der Film Noir wurde seinerzeit oft abschätzig beurteilt

Doch damals stießen die allermeisten Film Noir-Werke kaum auf Anerkennung. Zwar wurden einige zu Publikumserfolgen, doch bei der Kritik hatten es die Filme schwer. Als schmutzig und düster, als zu populär und reißerisch wurden sie vielfach kritisiert. Die Anerkennung setzte erst Jahre später ein. Vor allem in Frankreich. Dort hatten sich schon unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Publizisten und Theoretiker positiv über die Filme geäußert.

Filmstill aus 'Der gläserne Schlüssel' mit Veronica Lake (Foto: Koch Media)

Veronica Lake in "Der gsäserne Schlüssel"

Später waren es vor allem die Regisseure der Nouvelle Vague um Truffaut und Godard, die den Film Noir in den Olymp der Kinogeschichte hoben. Heute ist der Film Noir Kult. Und die Filme der '40er und '50er Jahre haben zahlreiche Regisseure späterer Generationen beeinflusst. Zwar sind die meisten großen Werke des Film Noir inzwischen in den Kanon des Kinos aufgenommen, doch sind immer noch einige Entdeckungen zu machen.

Meisterwerke und Vergessenes auf DVD

In Deutschland bemüht sich seit einigen Jahren der DVD-Anbieter "Koch Media" mit seiner verdienstvollen Reihe zum Film Noir um eine Etablierung dieser filmischen Stilrichtung. Als jüngste Veröffentlichungen sind jetzt ein Klassiker sowie eine unbekannte Noir-Perle erschienen. "Der gläserne Schlüssel" nach dem berühmten Roman von Dashiell Hammett wird schon seit Jahren zu den großen Kriminalfilmen der Zeit gezählt.

Die verwickelte Story um Politik, Verbrechen und Korruption rund um eine bevorstehende Gouverneurs-Wahl glänzt vor allem durch die Besetzung. Die Paarung Alan Ladd und Veronica Lake war damals sehr populär. Und auch heute noch, rund 75 Jahre nach der Premiere, ist es ein Vergnügen den beiden Darstellern beim Flirten zuzusehen.

Auf der anderen Seite geizt "Der gläserne Schlüssel" nicht mit harten und explizit brutalen Szenen. Auch wenn das beim heutigen Filmkonsumenten kaum noch Schrecken hervorrufen dürfte - in seinem Fatalismus und seiner düsteren Perspektive gehört dieser Film noch heute zu den Höhepunkten des Film Noir.

In den Gassen von Algier: Casbah

Wesentlich unbekannter ist hingegen die zweite Ausgrabung von "Koch Media", John Berrys "Casbah - Verbotene Gassen" aus dem Jahre 1948 (unser Bild oben). Der Film, der die Geschichte eines in Algier lebenden Juwelenräubers aus Frankreich erzählt, ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.

Zum einen knüpft er deutlich an einen der berühmtesten Filmklassiker aller Zeiten an: "Casablanca". Wie das Starvehikel um Bogart/Bergman erzählen Drehbuch und Regie hier eine ganz ähnliche Geschichte: Eine Handvoll Europäer durchlebt vor exotischer Afrika-Kulisse Liebe und Leid. Der politische Hintergrund bleibt in "Casbah" allerdings - im Gegensatz zu "Casablanca" - ausgeblendet.

Filmstill aus 'Casbeh' (Foto: Koch Media)

Peter Lorre (r.) glänzt auch in "Casbeh"

Doch wie im großen Vorbild trifft der Zuschauer auch hier auf viele Filmemigranten aus Europa. Drei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs tummelten sich in Hollywood noch immer unzählige Schauspieler, Drehbuchautoren und Regisseure, die vor und während der von den Nazis ausgelösten Schrecken in die USA geflüchtet waren.

Unter anderem ist - wie immer wunderbar anzuschauen - Peter Lorre in der Rolle eines zwielichtigen Inspektors dabei. Lorre, seit seinem Auftritt als Kindermörder in "M" von Fritz Lang unsterblich, hatte schon in "Casablanca" mitgewirkt.

Schlussszene wie bei "Casablanca"

Am Ende von "Casbah" wartet wie in "Casablanca" ein Flugzeug auf die Helden. Und so schließt auch dieser Film ab mit einer von Melodramatik und Tragik durchtränkten Szene, in der die Handlung noch einmal auf den Punkt gebracht wird. Zwischen Hoffnung und Leid liegen nur Augenblicke - so wie zwischen dem Schwarz und dem Weiß des Film Noir.

Beide Filme sind beim Anbieter "Koch Media" als Nr. 22 und Nr. 23 der Film- Noir-Reihe erschienen.

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