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Wirtschaft

Duisenberg ist tot

Der frühere EZB-Präsident Wim Duisenberg ist tot. Der erste Währungshüter des Euro starb nach Angaben der Polizei in seinem Haus in Südfrankreich nach einem Herzproblem.

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Der frühere EZB-Präsident Wim Duisenberg

Der 70 Jahre alte Niederländer stand von 1998 bis 2003 an der Spitze der Europäischen Zentralbank. Die Polizei teilte am Sonntagabend (31.7.2005) mit, Duisenberg nach einem Herzproblem im Schwimmbad ertrunken. Ein Fremdverschulden wurde ausgeschlossen. Die Leiche wurde am Sonntag in seiner Villa in Faucon im Departement Vaucluse gefunden.

Unter Duisenberg Führung wurde die größte Geldumstellung aller Zeiten bewältigt, er brachte die Europäische Zentralbank durch die ersten Berg- und Talfahrten einer noch jungen Währung. Für viele Europäer wurde er damit zu "Mister Euro".

Als erster Euro-Währungshüter überhaupt hat der Niederländer in seiner Amtszeit einige Kritik einstecken müssen: Vor allem im Nicht-Euro-Land Großbritannien wurde dem Banker heftig zugesetzt. Doch seit dem alles in allem reibungslosen Euro-Start wurden die Stimmen der Kritiker deutlich leiser.

Duisenberg stand der Zentralbank bis Oktober 2003 vor, dann wurde er von dem französischen Nationalbanker Jean-Claude Trichet abgelöst. Der am 9. Juli 1935 in Heerenven geborene Duisenberg galt in Bankerkreisen als Garant für Stabilität. Der Währungsfachmann, der auch Verwaltungsratschef der Baseler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich war, studierte Wirtschaftswissenschaften.

Seine ersten Sporen verdiente er sich nach einer Lehrtätigkeit an der Amsterdamer Universität beim Internationalen Währungsfonds in Washington. 1973 zog es den Sozialdemokraten als niederländischen Finanzminister in die Politik. 1982 wurde der hoch gewachsene Mann mit dem schlohweißen, etwas wirren Haar niederländischer Zentralbank-Chef und drängte auf einen harten Sparkurs der Regierung und die Reduzierung des Haushaltsdefizits. (wga)

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