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Wirtschaft

Duisburger Hafen: Drehscheibe der Globalisierung

Der Duisburger Hafen, einst eine Ansammlung simpler Anlegestellen für Frachtschiffe, ist mittlerweile der größte Binnenhafen der Welt. Über riesige Containerterminals werden die Warenströme verteilt. Ein Besuch.

Duisburger Hafen (Quelle: Duisburger Hafen AG)

Waren für den Weitertransport auf dem Wasser, der Schiene oder der Straße

Vorsichtig manövriert die "Anda" entlang der Kai-Mauer. Das Frachtschiff hat sein Ziel erreicht: Nämlich eines von mittlerweile fünf Containerterminals im Duisburger Hafen. Die Ladung der "Anda" besteht aus fast 200 T-E-Us. Die Abkürzung steht für "Twenty-Foot Equivalent Units", das sind die im internationalen Güterverkehr üblichen, gut sechs Meter langen Standard-Container.

An Land werden die Stahl-Boxen zum Weitertransport per Zug oder LKW bereits erwartet. Den Container-Umschlag erledigt das junge Logistikunternehmen Duisburg Trimodal Terminal (D3T). Dessen Geschäftsführer Ralf Jahnke möchte mit rasantem Wachstum glänzen. Sein Terminal sei erst im Januar 2008 in Betrieb gegangen. "Wir sind aber schon jetzt dabei, ein richtiges Container-Terminal zu werden", meint der Manager augenzwinkernd. "Wir haben bereits einen Umschlag von 300 LKW pro Tag, die bei uns übers Gelände fahren. Also, es entwickelt sich sehr gut."

Von Erzen zu Container

Das große Geschäft (Quelle: AP)

Das große Geschäft

Die Betreiber-Gesellschaft Duisburger Hafen AG, die je zu einem Drittel dem Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt gehört, kann beeindruckende Zahlen vorweisen: Der Warenumschlag wuchs alleine im vergangenen Jahr um elf Prozent auf rund 55 Millionen Tonnen. Der Umsatz verdoppelte sich gar fast auf knapp 130 Millionen Euro.

"Wir sind die Container-Drehscheibe im europäischen Hinterland. Wir sind der größte Container-Hafen im Binnenland weltweit", sagt Tim-Oliver Frische von der Hafen AG. "Wir sind national gesehen die Nummer Drei, direkt hinter den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven."

Frische betont, es sei schon phantastisch zu sehen, in welch kurzer Zeitspanne der Umbruch gekommen sei: Noch 1998 waren Erze das bestimmende Gut beim Schiff und Bahnumschlag. Und heute wiesen die Statistiken, was den öffentlichen Teil des Duisburger Hafens angehe, gar keine Erze mehr aus. "Dafür ist der Container gekommen - jetzt die maßgebende Größe im Umschlag des Duisburger Hafens."

Projekt Logport

Eng verbunden mit dem Erfolg des Duisburger Hafens ist das Logistikzentrum Logport. 2008 feiert es sein 10-jähriges Bestehen. Logport kann als eines der Paradebeispiele für gelungenen Strukturwandel gelten. Früher wurde hier im Stadtteil Rheinhausen in den Hüttenwerken des Krupp-Konzerns Stahl gekocht. Heute gilt Logport an gleicher Stelle als die modernste Logistik-Drehscheibe Europas.

Auf einer Fläche von 265 Hektar sind in den vergangenen Jahren mehr als 3000 Arbeitsplätze entstanden. Bis zur vollständigen Vermarktung im Jahre 2010 soll diese Zahl auf 4000 anwachsen. Mehr als eine Milliarde Euro wurden dann insgesamt in Rheinhausen investiert haben - die Hafen AG und ihre illustre Kundschaft, die sich im Logport angesiedelt hat oder solches plant.

Auch mittelständische Unternehmen profitieren

Doch nicht nur Global Player haben im Duisburger Logport-Zentrum ihren idealen Standort gefunden. Zu den Logport-Pionieren gehörte vor acht Jahren der deutsche Mittelständler CM Eurologistik. Geschäftsführer Hans-Gerd Kämmerling schwört heute noch Stein auf Bein, bereits damals mit dem rasanten Aufschwung des Logistik-Zentrums gerechnet zu haben. "Hätten wir dies nicht von Anfang an gedacht, wären wir sicher hier nicht vertreten. Das war also schon eine wichtige und strategische Überlegung."

Kämmerling beschreibt die CM Eurologistik GmbH als - wie er es nennt - typischen Lagerhalter. "Wir lagern die Ware ein, entladen die Container, die aus dem Seehafen per Binnenschiff über das Container-Terminal zu uns kommen. Und auf Kundenauftrag stellen wir dann diese Ware den Empfängern zu."

Flugaufnahme vom Duisburger Hafen (Quelle: Duisburger Hafen AG)

Neben dem Umsatz wächst auch die Ausdehnung des Hafens

Herzstück der Firma ist eine Lagerhalle mit 15.000 Quadratmetern Grundfläche. Hier stapeln sich auf mehr als 30.000 Palettenstellplätzen die Waren: Ob Unterhaltungselektronik, Lebens- oder Schmiermittel, Tabak- oder Holzwaren, Fußbodenbeläge oder Katzenstreu - Kämmerling und seine knapp 30 Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Waren spätestens am zweiten Tag nach der Bestellung bei der Kundschaft pünktlich ankommt. "Also der wichtigste Punkt ist unsere zentrale Lage hier. Wir sind sehr nah an der Grenze zu den Beneluxländern. Und natürlich ist für uns die ideale Anbindung an Schiene, Straße und Wasserwege für uns sehr wichtig."

Zukunftspläne

Die Logport-Erfolgs-Geschichte soll sich fortsetzen. Bereits 2006 hat die Hafen AG ein weiteres, gut 30 Hektar großes Gelände einer ehemaligen Metall-Hütte gekauft. Keine zwei Jahre nach Erwerb wurde es bereits baureif gemacht und sogar schon zum größten Teil vermarktet. Der Name des Projekts lautet schlicht und einfach: Logport ll.

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