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Fußball

Duisburg steht im Finale

Der erste Finalist des DFB-Pokals steht fest: Zweitligist Duisburg hat sich mit einem 2:1-Heimsieg gegen den Liga-Konkurrenten Cottbus durchgesetzt. Im zweiten Halbfinale stehen sich Bayern und Schalke gegenüber.

Duisburger Spieler jubeln. (Foto: dpa)

"Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin", schallte es durchs Stadion – fast 90 Minuten lang hatten die Duisburger Fans ihr Team angefeuert. Am Ende lagen sie sich - wie auch unten auf dem Platz die Spieler - jubelnd in den Armen. "Wir haben einen Traum wahr gemacht", freute sich MSV-Trainer Milan Sasic nach dem 2:1 (1:0). "Das können wir genießen. Dieser Sieg weckt große Gefühle bei mir." Zum ersten Mal seit sieben Jahren steht damit wieder ein Zweitligist im Finale des DFB-Pokals. Den Cottbussern bleiben zum Trost insgesamt mehr als vier Millionen Euro Einnahmen aus dem Pokalwettbewerb, der MSV nimmt durch den Finaleinzug noch weitere zwei Millionen ein.

Mal wieder war es der Duisburger Torgarant Stefan Maierhofer, der vor 31.000 Zuschauern den wichtigen Führungstreffer zum 1:0 erzielte (24. Minute). Dabei köpfte der Cottbuser Verteidiger Uwe Hünemeier beim Klärungsversuch den über zwei Meter großen Maierhofer unglücklich an, daraufhin prallte der Ball ins Tor. Das 2:0 durch Kapitän Srdjan Baljak (54.) entstand ausgerechnet in einer Druckphase der Gäste - ein klassisches Kontertor.

Duisburgs Stefan Maierhofer (l.) jubelt mit seinen Kollegen nach seinem Treffer zum 1:0. (Foto: dapd)

Duisburgs Stefan Maierhofer (l.) leitete mit seinem Treffer den Sieg ein

Spannend wurde es jedoch noch einmal eine Viertelstunde vor Schluss. Nach einem Foul im eigenen Strafraum sah der Duisburger Bruno Soares die Rote Karte und Cottbus erhielt einen Elfmeter, den Nils Petersen sicher verwandelte (77.) und damit Energie noch einmal heranbrachte. In der letzten Spielminute hatte der MSV Glück, als Cottbus nur den Pfosten traf. Doch zehn Duisburger kämpften leidenschaftlich und hielten die knappe Führung im Duell der beiden Zweitligisten bis zum Schluss. "Am Ende noch eine Rote Karte, ein Elfmeter, eine geile Kulisse, ein geiles Spiel, und die Duisburger fahren nach Berlin", fasste Maierhofer die Ereignisse zusammen. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz haderte mit dem Schiedsrichter. "Wenn wir in der neunten Minute einen Elfmeter kriegen, läuft das Spiel ganz anders."

Duisburg trifft im Finale auf den Gewinner der Partie zwischen Bayern München und Schalke 04 und darf sogar von der Teilnahme an der Europa League träumen. Sollten die Duisburger im Finale auf die Bayern treffen, dürften sie sich sogar unter Umständen eine Niederlage leisten. Denn wenn die Bayern gewinnen und sich gleichzeitig über die Bundesliga für die Champions League qualifizieren sollten, würde der MSV den Europa-League-Platz übernehmen.

Die Wiederholung vom letzten Jahr

Bayern Münchens Spieler (von links): Hamit Altintop, Franck Ribery, Mark van Bommel mit Pokal und Arjen Robben feiern nach ihrem Sieg im DFB Pokal-Finale in Berlin. (Foto: dpa)

So feierten die Bayern ihren letzten Pokalsieg

Bayern gegen Schalke: Es ist nicht nur die Wiederauflage des letzten Halbfinales, das ja die Bayern durch das Solo von Arjen Robben mit 1:0 gewannen. Es ist auch das Duell zweier großer Trainer, die von ihrem Sockel zu fallen drohen: Auf Seiten der Bayern Louis van Gaal, vergangene Saison noch der gefeierte Stratege, der Double-Gewinner, der sogar fast den Champions-League-Titel geholt hätte. Bei den Schalkern Felix Magath, einst Meister mit Bayern und Wolfsburg, zuletzt Vize-Champion mit seinem aktuellen Club. Beide hatten vor dieser Spielzeit sicher von noch Größerem geträumt: Von internationalen Triumphen, von offensivem, mitreißendem Spiel ihrer Teams. Der eine, van Gaal, probierte es mit einer fast unveränderten Mannschaft, der andere, Magath, kaufte und verkaufte Profis, als wäre er Händler auf einem Bazar. Der Königsweg hätte wohl irgendwo in der Mitte gelegen.

Mit aussichtlosem Rückstand in der Bundesliga heißt es nun für beide: Wenigstens den "Trostpreis" DFB-Pokal gewinnen und damit den eigenen Arbeitsplatz festigen. Auch wenn Felix Magath seine Lage gar nicht so kritisch sieht: "Im Halbfinale gegen den FC Bayern in München eventuell auszuscheiden, würde mit nicht irgenwelche Sorgen bereiten. Aber im Moment bin ich bis auf die Bundesliga, mit dem, was wir bisher erreicht haben, sehr zufrieden."

Der schnellste Weg zu einem Titel

Theoretisch sind für Magath und seine Schalker ebenso noch zwei Titel drin wie für van Gaal und seine Bayern. In der Champions League haben beide gute Aussichten, das Viertelfinale zu erreichen. Sich dann aber gegen die Konkurrenz aus England und Spanien durchzusetzen, dürfte schwer werden. Da ist der DFB-Pokal-Sieg schon realistischer, vor allem, weil es ja gegen einen Zweitligisten geht. Schon lange gilt: Dieser Wettbewerb ist der kürzeste Weg, um auch in der kommenden Saison international vertreten zu sein.

Philipp Lahm und Thomas Müller im Duell mit einem Achener Gegenspieler. (Foto: AP)

Über Aachen ins Halbfinale: die Bayern Lahm (l.) und Müller (r.)

Für die Bayern heißt es, die Schmach vom 1:3 zu Hause gegen Dortmund vergessen zu machen, auch wenn der Stachel noch tief sitzt, auch wenn der 16-Punkte-Rückstand in der Meisterschaft am Selbstvertrauen nagt. Und so klingt Kapitän Philipp Lahm nicht ganz klar, wenn er meint: "Als FC Bayern, als Zuschauer und als Journalist ist man immer gewohnt, dass der FC Bayern oben steht in der Bundesliga. Wenn wir jetzt im Pokal auch noch ausscheiden würden, dann hätten wir zwei Titel verspielt, die wir normalerweise holen wollten. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir am Mittwoch (02.03.2011) gewinnen werden."

Autoren: Tobias Oelmaier / Olivia Fritz
Redaktion: Calle Kops