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Mafia

Duisburg-Morde: Flüchtiger Mafia-Boss gefasst

Zehn Jahre nach den Duisburger Mafiamorden ist ein mutmaßlicher Mittäter in Italien gefasst worden. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Boss der 'Ndrangheta, Santo Vottari, in einem Bunker-Versteck verhaftet.

Bei dem Anschlag von Duisburg wurden im August 2007 sechs Italiener vor dem Restaurant "Da Bruno" erschossen. Hintergrund war eine Fehde zweier Mafia-Clans aus San Luca. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums stand Vottari auf der Europol-Liste der gefährlichsten und meistgesuchten Verbrecher.

Nach Informationen der Polizei im süditalienischen Reggio Calabria, gehörte der 44-Jährige zu den meistgesuchten Verbrechern in Europa. Er war laut Europol zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Nach dem Mord an sechs Menschen im August in Duisburg war er untergetaucht. Er wird laut Europol unter anderem beschuldigt, 2006 die Frau eines Bosses eines verfeindeten Mafia-Clans umgebracht zu haben. Zudem soll er drei andere Mordversuche begangen haben. Der Haupttäter der Duisburger Morde wurde inzwischen verurteilt.

Mächtige Organisation

Die in der Region Kalabrien beheimatete 'Ndrangheta gilt als die mächtigste der italienischen Mafiaorganisationen, die mittlerweile auch in Deutschland und im Rest der Welt sehr aktiv ist. Italiens Verteidigungsministerin Roberta Pinotti gratulierte den Einsatzkräften für die "brillante Operation".

Auch der Chef der Anti-Mafia-Abteilung, Federico Cafiero de Raho, bezeichnete die Festnahme Vottaris als "wichtige Operation". Im Anschluss an die Demonstration gegen die Mafia in Locri sei dies ein "Angriff auf allen Fronten" gegen die organisierte Kriminalität.

Anti-Mafia-Proteste in der Bevölkerung

Im nahe gelegenen italienischen Locri hatten am Dienstag 25.000 Menschen gegen die Mafia demonstriert. Der 21. März ist in Italien Gedenktag für die Opfer des organisierten Verbrechens. Der Protest in Locri wurde von der Organisation "Libera" veranstaltet, die vom Anti-Mafia-Priester Liugi Ciotti gegründet wurde.

Staatspräsident Sergio Mattarella hatte noch am Sonntag zu härterem Widerstand gegen die Mafia aufgerufen. Es sei nötig, "die Sümpfe der Willkür und der Korruption auszutrocknen", wo die Mafia floriere. 

cgn/wl (dpa, kna)

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