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Fußball

Duisburg deklassiert Potsdam

Der FCR Duisburg hat sich den DFB-Pokal der Frauen geholt - mit einem 7:0-Erfolg in Berlin gegen Turbine Potsdam. Im Finale der Männer stehen sich Werder Bremen und Bayer Leverkusen gegenüber.

Fatmire Bajmaraj eröffnet den Torreigen Foto: ap

Fatmire Bajmaraj eröffnete den Torreigen

Die Potsdamerinnen Bianca Schmidt und Stefanie Draws können die Duisburgerin Simone Laudehr nicht stoppen. Foto: dpa

Einseitig: Duisburg stürmte, Potsdam verteidigte

Die Fußballerinnen aus Duisburg waren eine Klasse für sich im Finale um den DFB-Pokal der Frauen. Bereits zur Pause führten sie durch Treffer von Fatmire Bajmaraj und Annemieke Kiesel mit 2:0. Potsdam war hoffnungslos unterlegen, die Abwehr löchrig wie ein Schweizer Käse. So legte der FCR Duisburg in der zweiten Halbzeit weitere fünf Tore nach: wieder Kiesel (47. Minute), Femke Maes (50.), Inka Grings (54., 86.) und Alexandra Popp (90.) trafen. Für Potsdam war es die erste Niederlage im Jahr 2009 - und dann gleich so ein Debakel. Noch niemals zuvor wurde ein DFB-Pokalfinale der Frauen so klar entschieden. Für die Duisburgerinnen war es der zweite Titel der Saison. Zuvor hatten sie bereits den Uefacup gewonnen.

2010 und 2011 wird das Frauen-Finale nicht mehr in Berlin ausgespielt. Die Entscheidung über den Austragungsort fällt am 12. Juni unter den fünf Bewerbern Frankfurt, Köln, Gelsenkirchen, Wolfsburg und Leverkusen.

Beide wollen international spielen

DFB-Pokalfinale Symbolbild Links Vereinsemblem Werder Bremen, Mitte DFB-Pokal, rechts Vereinsemblem Bayer Leverkusen Quelle: dw

Das Endspiel der Männer ist diesmal ein "echtes" Finale. Werder Bremen und Bayer Leverkusen wollen, ja müssen die Trophäe gewinnen, um in der nächsten Saison auch international mit dabei zu sein. Und das war zuletzt anders, war auch der Verlierer immer automatisch für den UEFA-Cup qualifiziert. Doch sowohl die Norddeutschen als auch die Rheinländer hatten in der Bundesliga die hohen Erwartungen nicht erfüllt. Bayer belegte am Ende nur den 9. Platz, Werder war sogar einen Rang schlechter platziert. Und so mutiert der nationale Pokal auch zum Strohhalm-Cup. "Der Druck auf Werder ist genauso groß wie auf uns", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler. "Beide Vereine können die Enttäuschung aus der Meisterschaft lindern. Denn es ist auch ein Endspiel um den Einzug in die Europa League."

Zweiter Matchball für Werder

Bremens Superstar Diego (AP Photo/Franco Debernardi)

Bremens Superstar Diego

Einen Matchball hat Bremen bereits vergeben. Ersatzgeschwächt und uninspiriert verlor das Team von Trainer Thomas Schaaf den UEFA-Pokal gegen Schachtjor Donezk mit 1:2 nach Verlängerung. Diesmal sind alle wichtigen Spieler mit an Bord, insbesondere Superstar Diego. Für den Brasilianer soll das Endspiel der krönende Abschluss seiner Zeit an der Weser sein. "Das wird das wichtigste Spiel in meinem bisherigen Leben. Der Sieg im DFB-Pokal ist mein großer Traum", sagte Diego. Der 24–Jährige spielt ab 1. Juli für Juventus Turin.

Missglückt war Bremens Generalprobe. Am letzten Spieltag der Bundesliga gab es eine 1:5-Niederlage beim neuen Meister VfL Wolfsburg, und zuvor die UEFA-Cup-Pleite. "Sicherlich haben wir jetzt das erste von zwei Endspielen verloren", sagte Abwehrspieler Sebastian Boenisch. "Aber wir denken weiterhin positiv und wir wollen den DFB-Pokal umso mehr holen. Und dafür werden wir auch alles tun."

Dafür will auch Torhüter Tim Wiese sorgen. Im norddeutschen Halbfinal-Duell beim Hamburger SV hatten sich die Grün-Weißen im Elfmeterschießen 4:2 durchgesetzt. Dabei wurde Wiese mit drei parierten Strafstößen zum entscheidenden Mann. "Wir haben es versäumt, in dieser Saison Gas zu geben. Deshalb müssen wir uns jetzt etwas holen", fordert der Nationalspieler vor dem "Duell" mit Bayer-Schlussmann René Adler.

Wieder einmal nur Vizekusen?

Leverkusens Coach Bruno Labbadia (AP Photo/ Roberto Pfeil)

Leverkusens Coach Labbadia

Auch für Bayer Leverkusen war die Einstimmung auf das Pokalfinale mit dem 0:3 bei Energie Cottbus daneben gegangen. Geht nun auch das Endspiel verloren, stünde Bayer ein zweites Jahr ohne Europacup-Teilnahme bevor. Zudem wächst bei der Werkself die Angst vor dem Spott über "Vizekusen". Bereits 2002 hatte Bayer im DFB-Pokal und in der Champions League die Finals verloren und wurde dann auch "nur" Vizemeister. Zur Disposition bei einer Niederlage steht wohl Trainer Bruno Labbadia, auch wenn es sich bei Sportchef Völler noch anders anhört: "Wir gehen davon aus, dass Labbadia im nächsten Jahr unser Trainer ist - unabhängig vom Wochenende."

Während Labbadia durch einen Sieg den ersten großen Erfolg in seiner Trainer-Laufbahn feiern würde, kann Schaaf bereits auf mehrere Titelgewinne zurückblicken. Höhepunkte für ihn waren die Deutsche Meisterschaft 2004 sowie die DFB-Pokalsiege 1999 und 2004. Die Bremer stehen zum neunten Mal im Endspiel des DFB-Pokals. Sie konnten den Cup bislang fünf Mal gewinnen und sind damit hinter Rekordsieger Bayern München (14 Titel) der erfolgreichste Klub. Bayer Leverkusen steht zum dritten Mal im Finale. Gewinnen konnte der Werksklub den Cup 1993 durch ein 1:0 gegen die Amateure von Hertha BSC Berlin. 2002 verlor Bayer das Finale gegen Schalke 04 2:4.

"Berlin ist eine Reise wert"

Luftaufnahme vom Olympiastadion in Berlin, dpa - Report

Das Berliner Olympiastadion

Das Berliner Olympiastadion ist für das DFB-Pokalfinale mit 72.954 Zuschauern ausverkauft. Sowohl Werder Bremen als auch Bayer Leverkusen haben jeweils 20.500 Eintrittskarten bekommen. Bruno Labbadia freut sich schon auf die stimmungsvolle Kulisse: "Der Reiz geht weit über das Spiel hinaus. Der Standort mit der Hauptstadt Berlin, das Stadion, Zehntausende von Fans, die den ganzen Tag das Bild in der City prägen. Diese Atmosphäre am Finalwochenende ist einfach phantastisch. Und auch Bremens Coach Schaaf schwärmt: "Berlin ist wirklich eine Reise wert, wie es so schön heißt. Es sind immer außergewöhnliche Tage. Das DFB-Pokalfinale steht für Spaß, Freude und Begeisterung."

Autor: Stefan Nestler/Arnulf Boettcher

Redaktion: Calle Kops

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