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Du wunderbarer Baum

Ohne Bäume wären wir Menschen wahrscheinlich nichts. Von Bäumen bekommen wir Holz und Papier, sie geben uns Energie und Luft zum Atmen, sie schenken uns Redewendungen aller Art. Und natürlich den Weihnachtsbaum.

Was ist ein Baum? Die kurze Antwort lautet: ein sehr komplexes Lebewesen. Ein Baum besteht aus Baumwurzeln, dem Baumstamm und der Baumkrone, die manchmal auch Baumwipfel heißt. Aus dem Stamm wachsen Äste, die teilen, verästeln, sich in Zweige, die sich eventuell wieder verzweigen. Laubbäume tragen Blätter, Nadelbäume natürlich Nadeln. Holz haben sie alle. Im Inneren das abgestorbene besonders harte Kernholz, weiter außen das lebendige Splintholz, dann folgt die Rinde und bei vielen Bäumen ganz außen am Stamm die Borke.

Rinde, Borke, Baumscheiben und Baumgruppen

Stamm und Wurzeln einer Eiche im Wald (picture-alliance/Arco Images/J. & A. Kosten)

Wie viele Jahresringe diese mächtige Eiche wohl schon hat?

Allerdings werden die Begriffe „Rinde“ und „Borke“ oft synonym verwendet. Wird der Baum zersägt, entstehen Baumscheiben, an deren Jahresringen man das Alter eines Baumes ablesen kann.

Mehrere Bäume bilden eine Baumgruppe, größer ist der Hain, den man auch Wäldchen oder Gehölz nennt, dann folgt endlich der Wald. Und der bedeckt immerhin 30 Prozent der Landmasse unseres Planeten.

Der Weihnachtsbaum der Erkenntnis

Doch nun zum wohl berühmtesten Einzelexemplar der Gattung Baum. Fangen wir da bei Adam und Eva an. Die aßen im Paradies Äpfel vom „Baum der Erkenntnis“. Daran wurde in mittelalterlichen Kirchen erinnert, indem man am 24. Dezember einen mit Äpfeln geschmückten Baum in die Kirche stellte. Der 24. Dezember war damals der Gedenktag für Adam und Eva.

Bildnis von Adam und Eva am Baum der Erkenntnis (Jens Kotlenga/Hildesheim Marketing)

Adam und Eva essen vom Baum der Erkenntnis

Die Tradition, sich zu Weihnachten einen immergrünen Baum ins Haus zu holen, gibt es in Deutschland seit dem 16. Jahrhundert. Doch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein fand man an norddeutschen Weihnachtsbäumen auch Adam, Eva und die Schlange in Gebäckform.

Exportschlager Weihnachtsbaum

Von Deutschland aus verbreitete sich der Weihnachtsbaum seit dem 19. Jahrhundert über die ganze Welt. Kaufleute brachten ihn nach Österreich und Italien, Fürsten und Könige nach Moskau und London und mit den Auswandererschiffen kam er nach Amerika. Heute gibt es ihn überall, auch dort, wo traditionell nicht Weihnachten gefeiert wird.

Ob man ihn nun Weihnachtsbaum, Christbaum oder Tannenbaum nennt, ist ziemlich gleichgültig. Der Duden erlaubt allerdings, ihn auch nur kurz „Baum" zu nennen.

Hier brennt der Baum

ein brennender Weihnachtsbaum (picture-alliance/dpa/R. Weihrauch)

Wer echte Kerzen am Baum hat, sollte immer einen Feuerlöscher griffbereit haben

Gerne gibt es in deutschen Familien Debatten darüber, ob am Weihnachtsbaum nun echte oder elektrische Kerzen brennen sollen. Wachskerzen gelten vielen als natürlicher, doch elektrische Lichterketten können den Baum nicht entzünden. Der Ausruf: „Oh Gott, der Baum brennt", ist dann auch der Schrecken eines jeden Weihnachtsfestes.

Inzwischen hat er sich sogar zur Redewendung verselbstständigt. „Hier brennt der Baum!", heißt es immer dann, wenn gerade eine große Katastrophe passiert. Wenn der Baum zu lange in der warmen Wohnung steht, beginnt er zu nadeln. Auch dieses Phänomen findet sich in einer Redensart wieder. So sagt man von jemandem, der etwas Unsinniges tut: „Der hat ja wohl nicht mehr alle Nadeln an der Tanne".

Bildhafte Bäume

Ein großer Nußknacker steht vor der Gedächtniskirche (picture-alliance/dpa/S. Stache)

Ein wahrlich baumlanger Kerl!

Ob jemand nun „stark wie ein Baum“ ist, oder ein „baumlangerKerl“, ob man eine Person als „stämmig“, also kräftig und/oder korpulent, bezeichnet, oder ihr bescheinigt, dass sie im Leben „fest verwurzelt“ ist: Der Baum wird gerne für Bilder von Größe, Beständigkeit und Zuverlässigkeit benutzt.

Natürlich sollte man auch nicht „an dem Ast sägen, auf dem man sitzt“, oder „sich wie die Axt im Walde benehmen“, sehr unhöflich.

Besser ist es da schon, eine „astreine“, besonders tolle, Idee zu haben, oder sich so „stark zu fühlen“, dass man „Bäume ausreißenkönnte“.

Der Baum und die Musik

Nun fehlt nur noch die innige Verbindung vom Baum und der Musik. Unzählige Lieder – vom Popsong bis zum Kinderlied – beschäftigen sich mit ihm. Das berühmteste ist sicherlich das, was jedes Jahr an Weihnachten erklingt: der Klassiker „O Tannebaum“.

Richtiger heißt es „O Tannenbaum“, doch das kleine „n“ geht hin und wieder verloren. Ursprünglich war dies ein tragisches Liebeslied. Darin ging es um ein untreues Mädchen, das ihrem Liebsten das Herz brach. Im Kontrast dazu wurde der Tannenbaum als Symbol der Treue besungen: „O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie treu sind deine Blätter“.  

Als der Weihnachtsbaum im 19.  Jahrhundert in Deutschland populär wurde, änderte der Leipziger Lehrer Ernst Anschütz den Text der zweiten und dritten Strophe und fertig war das inzwischen weltweit bekannte Weihnachtslied.



 

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