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Tennis

DTB-Team muss weiter zittern

Nach dem Auftaktsieg von Cedrik-Marcel Stebe und der Führung für das deutsche Davis-Cup-Team gegen Portugal hat Jan-Lennard Struff sein Einzel verloren. Jetzt steht es 1:1, am Samstag steht das entscheidende Doppel an.

Tennisprofi Jan-Lennard Struff hat die große Chance vergeben, dem ersatzgeschwächten deutschen Davis-Cup-Team in Portugal den Weg zum Klassenerhalt in der Weltgruppe zu ebnen. Nach dem überraschenden Sieg des Rückkehrers Cedrik-Marcel Stebe verlor Struff gegen den Weltranglisten-107. Pedro Sousa deutlich mit 2:6, 5:7, 6:7 (5:7). Vor dem Doppel am Samstag (15.30 Uhr MESZ) steht es damit in Oeiras 1:1.

"Hätte uns das vorher jemand gesagt, wären wir damit zufrieden gewesen", sagte Boris Becker, der erstmals in seiner Funktion als Head of Men's Tennis zur deutschen Delegation gehört: "Stebe hat toll gekämpft, da keimte schon ein Funken Hoffnung auf das 2:0 auf. Struff hatte schwierige Bedingungen, das war fast schon orkanartig."

Auftaktsieg von Stebe 

Zuvor hatte Cedrik-Marcel Stebe die erste Hürde erfolgreich genommen: Den portugiesischen Spitzenspieler Joao Sousa hatte der 26-Jährige nach gut zweieinhalb Stunden mit 4:6, 6:3, 6:3, 6:0 besiegt. Zu Beginn der Partie war noch vieles gegen die deutsche Nummer zwei gelaufen. Während der neue Chef im deutschen Herrentennis, Boris Becker, Jan-Lennard Struff auf dessen Einsatz vorbereitete, lag Stebe mit Satz und Break in Rückstand. Erst als Becker - erstmals in der Funktion als Head of Men's Tennis des Deutschen Tennis Bundes - in der deutschen Box auftauchte, drehte sich bei böigem Wind das Match, das nur 500 Zuschauer verfolgten - darunter 50 Anhänger aus Deutschland.

Stebe war wie Yannick Hanfmann aus Karlsruhe und Doppelspieler Tim Pütz aus Frankfurt nur durch die Absagen der Top-Spieler Alexander Zverev, Mischa Zverev und Philipp Kohlschreiber ins Team gerutscht. Fünf Jahre nachdem Stebe dem DTB mit einem Sieg über Australiens ehemaligen Weltranglistenersten Lleyton Hewitt die Klasse der besten 16 Tennis-Nationen gesichert hatte, feierte er ein beeindruckendes Comeback.

Mit Selbstvertrauen zum Sieg

Portugals einzigem Top-100-Spieler Joao Sousa war der Druck anzumerken, der auf ihm lastet. Die Chance, sein Land erstmals in der Geschichte des Davis Cup in die Weltgruppe zu führen, lähmte die Nummer 57 der Weltrangliste. Nach einem Wutausbruch im dritten Satz kassierte Sousa eine Verwarnung.

Stebe spielte dagegen mit dem Selbstvertrauen auf, das er nach seiner Verletzungsmisere durch zwei Titel auf der zweitklassigen Challenger-Tour gesammelt hatte. Mittlerweile ist er wieder auf Platz 90 des Rankings geklettert.

Das DTB-Team hatte im Februar in Bestbesetzung mit den Zverev-Brüdern, Kohlschreiber und Struff überraschend gegen Belgien verloren und war so in Abstiegsgefahr geraten. Becker gelang es nicht, die Führungsspieler erneut für den Davis Cup zu begeistern. 

mrl/asz/mvl (sid und dpa)