DSV-Athleten selbstbewusst zur Ski-WM | Sport | DW | 06.02.2017
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Ski alpin

DSV-Athleten selbstbewusst zur Ski-WM

Bei der alpinen Ski-WM in St. Moritz wollen die deutschen Starter um Neureuther und Rebensburg mindestens drei Mal aufs Treppchen. Schon am ersten Wettkampftag könnte es zum ersten Mal soweit sein.

Die deutschen Teilnehmer der Ski-WM in St. Moritz Viktoria Rebensburg (picture-alliance/dpa/S. Jansen)

Eine goldene WM-Medaille fehlt Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg noch

Drei WM-Medaillen insgesamt - und die erste davon möglichst schon zum Auftakt: Der Deutsche Skiverband (DSV) startet selbstbewusst in die 44. Ski-WM der Geschichte und setzt seine Hoffnungen vor allem in Felix Neureuther, Viktoria Rebensburg und Stefan Luitz. "Wir wollen bei den Weltmeisterschaften mit einer kleinen, aber feinen Mannschaft um Medaillen kämpfen", sagte Alpinchef Wolfgang Maier vor der Eröffnungsfeier am Montagabend im Nobel-Skiort St. Moritz. Insgesamt zwölf Athleten sind vom DSV für die Wettkämpfe vom 6. bis 19. Februar nominiert.

Bereits im ersten Rennen am Dienstag ist Viktoria Rebensburg im Super-G eine der Kandidatinnen auf Gold, Silber und Bronze. Deutschlands beste Skirennfahrerin habe bei den vergangenen Großereignissen mit Olympia-Gold (2010) und -Bronze (2014) sowie WM-Silber (2015) bewiesen, "dass sie ihr Leistungsvermögen auf den Punkt abrufen kann", betonte Maier. "Bei den Herren zählen Felix Neureuther und Stefan Luitz zu den Anwärtern auf Edelmetall."

Hoffnung auf den Team-Wettbewerb

Für die beiden Techniker wird es aber erst zum Ende des zwölf Tage andauernden Großereignisses in der Schweiz ernst. Neureuther und Luitz haben ihren ersten Auftritt frühestens im Team-Event am 14. Februar. In diesem Wettkampf will der DSV nach der Enttäuschung von vor zwei Jahren in den USA mindestens wie in Schladming 2013 Bronze holen.

Ski Alpin Slalom Männer Wengen Schweiz Felix Neureuther (Getty Images/AFP/F.-X. Marit)

Hält das Knie? - Felix Neureuther würde gerne im Slalom oder mit dem Team Edelmetall mitnehmen

Bei dem als Parallel-Slalom ausgetragenen Rennen könnte auch Linus Straßer nach seinem ersten Weltcup-Sieg erstmals zum Einsatz kommen. "Ein Format, das ich sehr, sehr spannend und schön finde. Ich hoffe also, dass wir ein Wörtchen mitreden können, wenn es um die Medaillen geht", sagte Neureuther, der sich bei seinen aller Voraussicht nach achten und letzten Weltmeisterschaften zudem Top-Drei-Hoffnungen im Riesenslalom und Slalom macht. Nach seiner Knieverletzung ist der späte persönliche WM-Start für ihn hilfreich, um fit zu werden.

Für die fünf Jahre jüngere Rebensburg ist es die sechste WM. Wie vor zwei Jahren zählt die 27-Jährige im Super-G, der Abfahrt und dem Riesenslalom zu den Medaillen-Favoritinnen. Nach Silber im Riesenslalom will sie dieses Mal auch schon bei den Speed-Rennen zuschlagen: "Das, was ich zu tun habe, ist in meinem Kopf drin."

Gut als größte Favoritin

Österreich FIS Ski World Cup Lara Gut (picture alliance/dpa/C. Bruna)

Die Schweizerin Lara Gut

Bei allen ihren Starts bekommt es Rebensburg mit Lara Gut zu tun. Die Schweizerin ist in Top-Form und durch ihre bislang drei Saisonsiege im Super-G vor allem in dieser Disziplin die klare Gold-Favoritin. In der Abfahrt zählt US-Skistar Lindsey Vonn nach ihrer erfolgreichen Rückkehr in den Weltcup trotz der langen Verletzungspause schon wieder zum Favoritenkreis. Bei den Herren sind im Super-G am Mittwoch und der Abfahrt am Samstag zunächst vor allem der Norweger Kjetil Jansrud, Dominik Paris und Peter Fill aus dem italienischen Team sowie Travis Ganong aus den USA die Favoriten. Der Amerikaner hatte die von mehreren schweren Stürzen überschattete Abfahrt in Garmisch gewonnen. 

"Bescheidenes Niveau in der Abfahrt"

Den Wettbewerb in Garmisch hatte der deutsche Herren-Bundestrainer Mathias Berthold zum Anlass genommen, den Skiweltverband FIS für die bisherigen gefährlichen Abfahrten in diesem Winter kritisiert. "Die Abfahrten mit den Sprüngen, das machen sie schlecht bei der FIS. Richtig schlecht. Die Sprünge gehen zu weit, wir haben Verletzungen", sagte Berthold am Sonntag im deutschen Mannschaftshotel. "Es ist nicht gut, was in der Abfahrt gerade passiert. Ich finde, das ist ein bescheidenes Niveau, was wir da vorgesetzt bekommen."

Für das WM-Abfahrtsrennen am Samstag macht sich Berthold aber keine großen Sorgen. "Es sieht gut aus", sagte er nach einer ersten Besichtigung bei allerdings schwierigen Sichtverhältnissen am Sonntag. "Ich glaube, nach der massiven Kritik vom Garmisch-Rennen mit dem Kramer-Sprung, ist man sicher vorsichtiger geworden und hat daraus gelernt." Positiv sieht Berthold den erstmaligen Einsatz von Transpondern, die verschiedene Daten der Fahrer messen und diese live an die Trainer und Betreuer funken - beispielsweise ihre Beschleunigung und die Zeit, die sie beim Sprung in der Luft verbringen. "Von dem Transponder erwarte ich mir eine Aufwertung des Sports. Weil es besser dargestellt werden kann, was für Kräfte in den Kurven entstehen und wie weit die Sprünge gehen", sagte Berthold.

asz/to (dpa, sid)

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