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Aktuell Nahost

Dschihadisten setzen sich weiter fest im Irak

Die Terrormiliz ISIS hat die irakische Armee offenbar aus mehreren Städten an der Grenze zu Syrien vertrieben. US-Außenminister Kerry will mit den Nachbarländern erörtern, wie die Extremisten gestoppt werden können.

In irakischen Medien heißt es, die Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat im Irak und Großsyrien (ISIS) hätten die irakische Armee an der syrischen Grenze in die Flucht getrieben. Das Nachrichtenportal "Sumaria News" berichtet, mehrere Städte im Westen des Irak seien in der Hand der ISIS und anderer mit ihr verbündeter Dschihadisten-Gruppen.

Demnach fiel auch ein strategisch wichtiger Grenzort in der Region Al-Kaim an die sunnitischen Kämpfer. Sicherheitskräfte und Augenzeugen berichten übereinstimmend, zuvor hätten sich bereits die syrischen Rebellen der Al-Nusra-Front und der Freien Syrischen Armee von dem Posten zurückgezogen. Durch die Eroberung des Grenzpostens können die Extremisten jetzt ungehindert Waffen zwischen den Teilen des Irak und Syriens verschieben, die sie kontrollieren. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite gibt es allerdings nicht.

Vor Monaten waren ISIS-Kämpfer von der syrischen Provinz Rakka aus in den Westen des Iraks vorgedrungen. Im Januar setzten sie sich in der Stadt Falludscha fest, eroberten Waffendepots der irakischen Armee und hielten seitdem Angriffen der Regierungstruppen stand.

Kerry reist zunächst nach Amman

US-Außenminister John Kerry reist an diesem Sonntag zu Gesprächen über die Irak-Krise in den Nahen Osten und nach Europa. Es geht darum, gemeinsam mit den irakischen Nachbarn den Vormarsch der ISIS zu stoppen. Kerry wird zunächst in der jordanischen Hauptstadt Amman erwartet. Später geht es zu einem Treffen mit Nato-Außenministern nach Brüssel sowie zu Konsultationen in Paris. Ob er auch im Irak Station machen wird, ist noch unklar. Insgesamt sind für seine Reise sechs Tage angesetzt.

USA wollen irakische Armee unterstützen

Die USA hatten angekündigt, das irakische Militär im Kampf gegen die Terrormiliz zu unterstützen. Washington setzt dabei unter anderem auf einen möglichst kurzen Einsatz von rund 300 Soldaten, die als Militärberater in den Irak geschickt werden sollen. Bodentruppen will Präsident Barack Obama nicht entsenden.

Schiiten zeigen sich kampfbereit

Um ihre Entschlossenheit im Konflikt mit der sunnitischen ISIS zu demonstrieren, marschierten am Samstag Tausende Schiiten durch Bagdad. Allen voran die Anhänger des radikalen Schiitenpredigers Muktada al-Sadr, der zu den Paraden aufgerufen hatte, um klar zu stellen, dass die Schiiten bereit seien, ihre heiligen Stätten im Land zu schützen. Die Demonstrationszüge wurden von Polizei und Militär begleitet.

uh/SC (dpa, afp,rtr)

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