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Aktuell Nahost

"Dschihadi John vermutlich tot"

Der aus Enthauptungsvideos der Terrormiliz IS berüchtigte Mörder Emwasi soll bei einem US-Luftangriff sehr wahrscheinlich getötet worden sein. Washington hält sich allerdings noch zurück, ebenso wie London.

Mohammed Emwasi in einer Aufnahme aus einem Propaganda-Video des IS (Quelle: dpa).

Emwasi in einer Aufnahme aus einem Propaganda-Video des IS

Wegen seines Londoner Akzents wird er "Dschihadi John" genannt: Jetzt soll ein Drohnenangriff den als äußerst brutal geltenden Mohammed Emwasi getötet haben, berichtete der britische Sender BBC unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Militärquellen. Nach BBC-Angaben gehen auch die USA davon aus, dass der aus Kuwait stammende britische Extremist getötet wurde.

Der britische Premierminister David Cameron sagte hingegen in London, es sei "noch nicht sicher, dass der Angriff erfolgreich war". Er sprach von gemeinsamen britisch-amerikanischen Bemühungen gegen den Terroristen und einem berechtigten "Akt der Selbstverteidigung".

"Dschihadi John" ist eine der bekanntesten Figuren der sunnitischen Extremistengruppe "Islamischer Staat" (IS). Er war erstmals in einem Video von der Enthauptung des US-Journalisten James Foley im August 2014 aufgetaucht. Der Brite war an mehreren weiteren Enthauptungen beteiligt. Der Mann trat in den IS-Videos stets vermummt auf und sprach Englisch.

Beobachtungsstelle bestätigt Tod eines Briten

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte den Drohnenangriff auf den Briten in der syrischen IS-Hochburg Al-Rakka. Das Ministerium sagte aber offiziell nicht, ob Emwasi dabei tatsächlich ums Leben kam. "Wir prüfen die Ergebnisse des nächtlichen Einsatzes", teilte Pentagon-Sprecher Peter Cook am frühen Freitagmorgen mit.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Tod "eines hochrangigen britischen IS-Anführers" ohne Namen zu nennen. Insgesamt seien bei dem Angriff vier ausländische Extremisten ums Leben gekommen.

Emwasi soll zu einer Gruppe von IS-Kämpfern gehören, die aus Großbritannien zu den Extremisten kamen und intern "Die Beatles" genannt werden, wie die Zeitung "Washington Post" berichtete. Er gilt als äußerst brutal. Nach Angaben ehemaliger Gefangener soll er auch die Foltermethode "Waterboarding" bei Geiseln des IS angewendet haben.

Die BBC hatte im Februar berichtet, Emwasi stamme aus Kuwait und sei jahrelang auf dem Radar des britischen Geheimdienstes gewesen. Dennoch gelang ihm die Ausreise nach Syrien und er konnte zu den Terroristen stoßen.

Laut der Zeitung "New York Times" greifen die USA jetzt auch verstärkt von der IS kontrollierte Ölfelder im Osten Syriens an. Damit soll eine der wichtigsten Einnahmequellen der Terrorarmee vernichtet werden.

SC/stu (afpe, dpa, NYT, rtre, CNN)