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Wirtschaft

Druck auf die Kurse

Es war der Tag der Reden und der Konjunkturdaten. Beides war für die Aktienkurse schädlich. Der DAX verlor Punkte.

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Versicherungs-Aktien verzeichneten Verluste

Was die Reden angeht, so sind viele Händler noch unentschlossen, welche der beiden heute gehaltenen für die Aktienkurse schädlicher war: Die von US-Präsident George Bush vor den Vereinten Nationen, nach der für viele Beobachter die Gefahr eines Krieges mit dem Irak zugenommen hat? Oder die Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan zur Lage der amerikanischen Wirtschaft? Deutlicher zumindest war die Rede Greenspans - für den sonst so orakelhaften Mann sogar ungewöhnlich deutlich.

Greenspan warnte vor einer Hochzinsphase und einer anhaltenden Börsenschwäche. Die USA müssten endlich ihr Haushaltsdefizit in den Griff bekommen, sonst verspielten sie ihre wirtschaftliche Zukunft, so Greenspan.

Die neuesten amerikanischen Konjunkturdaten trübten die Stimmung an der Börse noch zusätzlich ein. Das US-Leistungsbilanzdefizit ist im zweiten Quartal auf ein Rekordniveau angewachsen. Und die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den USA stärker gestiegen als erwartet. Ein Händler sagte, dies zeige, dass die US-Wirtschaft ernste Probleme habe.

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den wichtigsten Leitzins in Europa unverändert bei 3,25 Prozent zu lassen, habe sich dagegen nicht auf den Handel ausgewirkt, sagte ein Händler.

Der Deutsche Aktienindex verlor 4,5 Prozent auf 3422 Punkte. Am Neuen Markt gab der Nemax-50-Index 3,1 Prozent auf 440 Punkte nach.

Besonders stark verloren Technologieaktien. Infineon gab als stärkster Verlierer rund zehn Prozent nach. Zuerst kam aus Korea die Nachricht, dass der insolvente Wettbewerber Hynix doch nicht Pleite gehe. Wichtiger war aber noch, dass sich das niederländische Unternehmen Philips pessimistisch über das eigene Chipgeschäft äußerte. Und als ob all das nicht genug wäre, kam für Infineon dann noch eine Teilniederlage im Rechtsstreit mit dem US-Chipunternehmen Rambus hinzu.

Siemens verlor rund fünf, der Bauelementehersteller EPCOS rund drei Prozent. Ein Händler sagte, der Technologiesektor stehe europaweit unter Druck.

Kräftige Verluste verzeichneten Versicherungs-Aktien. Münchener Rück und Allianz gaben jeweils rund 5 Prozent nach. Nach Ansicht des Händlers litten die Titel auch unter der Ankündigung mehrerer europäischer Mitbewerber, sich über eine Kapitalerhöhung frische Mittel besorgen zu müssen.

MobilCom-Vorstandschef Thorsten Grenz machte heute noch einmal einen Versuch, den Großaktionär France Telecom davon zu überzeugen, dass MobilCom kein hoffnungsloser Fall ist. Grenz kündigte ein hartes Sparprogramm an und schloss auch den Abbau von Arbeitsplätzen nicht aus. Die am Neuen Markt gelistete Aktie konnte am Donnerstag zumindest ihren Abwärtstrend stoppen.

Am Rentenmarkt sank der REX um 0,04 Prozent auf 115,34 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,2 Prozent auf 110,73 Punkte. Die Umlaufrendite wurde bei 4,31 Prozent festgestellt, einen Basispunkt über dem Vortag.

Die Schlusskurse der 30 DAX-Werte (in Euro, ohne Gewähr):

DAX-Werte Kurs Veränderung

adidas-Salomon 73,21 (- 1,17)
Allianz 110,66 (- 6,64)
BASF 40,58 (- 1,12)
Bayer 21,45 (- 0,56)
HypoVereinsbank 19,99 (- 1,16)
BMW 35,80 (- 1,80)
Commerzbank 10,16 (+ 0,02)
DaimlerChrysler 42,00 (- 2,80)
Degussa 29,70 (+ 0,05)
Deutsche Bank 60,05 (- 2,75)
Deutsche Post 10,49 (- 0,32)
Deutsche Telekom 10,53 (- 0,36)
E.ON AG 49,18 (- 2,56)
EPCOS 12,96 (- 0,39)
Fresenius Med. Care 25,90 (- 1,15)
Henkel 66,58 (- 1,56)
Infineon Techno 9,09 (- 1,09)
Linde 41,25 (+ 0,02)
Lufthansa 11,53 (- 0,27)
MAN 18,76 (- 0,79)
Metro 22,49 (- 0,89)
MLP 13,29 (- 0,33)
Münchener Rück 170,41 (- 10,39)
TUI AG 19,09 (- 0,56)
RWE 34,80 (- 1,55)
SAP 65,57 (- 2,93)
Schering 55,00 (- 2,50)
Siemens 43,81 (- 2,99)
ThyssenKrupp 12,84 (unv.)
VW 44,50 (- 2,15)

Die Referenzkurse der EZB für einige Devisen. Ein Euro kostet:

0,9757 US-Dollar
117,17 japanische Yen
0,6274 britische Pfund