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Aktuell Europa

Drohung an Dänemark: Russland rasselt mit dem Säbel

Russlands Botschafter hat Dänemark mit dem Einsatz von Atomwaffen gedroht, falls es sich am NATO-Raketenabwehrschild beteiligt. "Inakzeptabel", protestiert Kopenhagen. Auch die NATO meldet sich zu Wort.

Empört hat Dänemark auf russische Drohungen reagiert, das skandinavische Land könne Ziel von Atomraketen werden, wenn es sich am NATO-Raketenschutzschild beteilige. Außenminister Martin Lidegaard wies entsprechende Äußerungen des russischen Botschafters in Kopenhagen, Michail Wanin zurück. "Falls er das wirklich so gesagt hat, dann ist das inakzeptabel", sagte Lidegaard. Russland wisse sehr genau, so der Außenminister, dass der Raketenschild der NATO zur Verteidigung gegen Schurkenstaaten und Terrororganisationen gedacht sei.

Wanin soll Dänemark in einem Beitrag für die dänische Tageszeitung "Jyllands-Posten" mit drastischen Worten davor gewarnt haben, das Vorhaben der NATO zu unterstützen. Dänemark sei sich anscheinend nicht über die Konsequenzen bewusst, sollte es sich an dem geplanten Raketenabwehrschirm beteiligen. "Wenn das passiert, werden dänische Kriegsschiffe zu Zielen russischer Atomraketen", zitieren mehrere Medien und Nachrichtenagenturen den russischen Botschafter.

Russland lehnt NATO-Plan strikt ab

NATO-Oberbefehlshaber Philip Breedlove sieht in den Drohungen gegen Dänemark "den nächsten Schritt" einer Kampagne gegen Länder, die sich am Raketenabwehrsystem beteiligen wollen. Auch Rumänien und Polen seien unter massiven Druck geraten, erklärte der US-General ohne Einzelheiten zu nennen.

Dänemark hatte im vergangenen Sommer angekündigt, mindestens eine Fregatte mit einem Radar für den Raketenschutzschild auszustatten. Ursprünglich hat die NATO den Raketenschild als Schutz vor möglichen Angriffen aus Iran oder Nordkorea geplant. Der Plan des transatlantischen Bündnisses sieht Stützpunkte in Rumänien und Polen vor. Russland fühlt sich durch die von den USA vorangetriebene Maßnahme an seinen Grenzen bedroht.

sp/hf (dpa, rtr, afp)