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Wirtschaft

Droht Google ein Absturz?

Aktien des Internet-Suchmaschinen-Betreibers Google haben ein neues Allzeithoch erreicht - der Wert des Unternehmens erinnert inzwischen an die Internet-Blase der 1990er Jahre. Ist Google diesen Preis wirklich wert?

Messestand von Google in San Francisco

Messestand von Google in San Francisco

Wer hätte sich das träumen lassen, als die Google-Aktie am 19. August 2004 erstmals an der Börse gehandelt wurde. Ein Interview der beiden Firmengründer Sergey Brin und Larry Page mit dem Männermagazin Playboy hatte kurzfristig die Börsenaufsicht aufgeschreckt. Hatten die beiden doch ihre Schweigepflicht vor dem Börsengang verletzt. De Ausgabekurs der Aktie wurde daraufhin in letzter Minute von 95 auf 85 Dollar gesenkt. Gut zwei Jahre später hat Google den Rekordkurs von rund 480 Dollar erreicht.

Gute Wachstumsaussichten

Die Marktkapitalisierung, das ist der Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl der Aktien, ist damit auf fast 150 Milliarden Dollar gestiegen. Das ist mehr als die Autokonzerne General Motors, Ford und DaimlerChrysler zusammen auf die Waagschale bringen. Ist das nicht etwas übertrieben für ein Unternehmen, das sein Geld mit Anzeigen im Internet verdient? "GM ist zwar wesentlich länger auf dem Markt, aber Googles Wachstumsaussichten, das Geschäftsmodell sehen vielversprechender aus als bei dem Autokonzern General Motors, der erhebliche, langfristige Strukturprobleme hat", sagt Scott Kessler, Internetexperte der Ratingagentur Standard & Poor's.

Kessler betont allerdings, dass Google auch nicht auf 150 Milliarden Dollar sitzt. Die Marktkapitaliserung entspricht einer Bewertungsgröße. "In gewisser Weise ist dies seine theoretische Größe, weil sie eine Schätzung ist, wie hoch Googles frei verfügbares Kapital in der Zukunft sein wird", erklärt Craig Pirrong, Finanzprofessor an der University of Houston. "Aber es ist doch auch eine sehr reale Zahl. Sie reflektiert den Preis, den Leute bereit sind für eine Google-Aktie zu zahlen." Von der Marktkapitalisierung hänge zudem ab, wie leicht ein Unternehmen Geld aufnehmen oder ein anderes Unternehmen aufkaufen könne.

1,5 Milliarden Dollar für ein Startup

Auch wenn Google nicht direkt 150 Milliarden Dollar auf der hohen Kante hat, ist die so genannte Kriegskasse in den vergangene zwei Jahren auf immerhin zehn Milliarden Dollar angewachsen. Geld, das Google auch gut gebrauchen kann, um sich gegen den harten Konkurrenzkampf zu rüsten. "Google hat sich sehr gut geschlagen, besser als irgendjemand erwarten konnte", sagt Scott Kessler. "Aber es wird wettbewerbsbedingt erhebliche Risiken geben. Im Online-Video-Segment etwa wurde Google um Längen von YouTube geschlagen."

Kurzerhand hat Google erst vor wenigen Wochen den Konkurrenten YouTube für rund 1,5 Milliarden Dollar geschluckt - ein ordentlicher Preis für ein Internet-Startup, das vor 18 Monaten mit etwa 20 Angestellten noch über einer Pizzeria angesiedelt war. Doch die Welt des Internet verändert sich tagtäglich. Alles ist möglich, sagt Scott Kessler: "Unternehmen können schnell aufsteigen. Aber sie können auch stürzen - und zwar mit der Geschwindigkeit eines Wimpernschlags." Gleich mehrere Brokerhäuser setzten nach den jüngsten Quartalszahlen ein Kursziel von rund 600 Dollar. Sollten die Experten Recht behalten, wäre das eine Steigerung um weitere 23 Prozent.

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