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Aktuell Amerika

Drohnen-Alarm am Weißen Haus

Eine Drohne hat das Weiße Haus in Alarmbereitschaft versetzt. Inzwischen ist klar: Das unbemannte Fluggerät war nur ein Hobby-Modell. Doch der Zwischenfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit des US-Präsidentensitzes auf.

In der Nacht zum Montag entdeckte ein Sicherheitsbeamter, wie eine Drohne über das schwer bewachte Gelände des Weißen Hauses flog und an der südöstlichen Seite des Grundstücks abstürzte. Daraufhin wurde der Präsidentensitz vorübergehend abgeriegelt. "Es wurde umgehend Alarm ausgelöst und das Areal abgesperrt, bis das Gerät untersucht und für ungefährlich erklärt werden konnte", teilte eine Sprecherin der Präsidenten-Leibgarde Secret Service mit.

Bei dem bei dem ferngesteuerten Fluggerät handelt es sich dem Secret Service zufolge um einen sogenannten Quadrocopter, ein von vier Rotoren angetriebenes, Hubschrauber-ähnliches Modell mit einem Durchmesser von rund 60 Zentimetern.

Ein Foto des Secret Service zeigt den abgestürzten Quadrocopter auf dem Gelände des Weißen Hauses (Foto: AP Photo/US Secret Service)

Ein Foto des Secret Service zeigt den Quadrocopter

Regierungsmitarbeiter für Zwischenfall verantwortlich

Inzwischen ist die Identität des Mannes geklärt, der die Drohne gesteuert hat. Nach offiziellen Angaben hat sich ein Mitarbeiter der US-Regierung beim Secret Service gemeldet. Er habe das Fluggerät aus Spaß in der Nähe des Weißen Hauses aufsteigen lassen und später die Kontrolle darüber verloren, heißt es. Der Flug über den Zaun des Präsidentensitzes sei nach eigenem Bekunden nicht geplant gewesen, sagte die Sprecherin des Secret Service. Über dem Weißen Haus ist das Fliegen von Drohnen und Modellflugzeugen aus Sicherheitsgründen streng verboten.

Der jüngste Zwischenfall ereignete sich, während sich Barack Obama und seine Frau Michelle zu einem Staatsbesuch in Indien aufhalten. Ihre Töchter Malia und Sasha sind aber in der US-Hauptstadt.

Mehrere Sicherheitspannen

In den vergangenen Jahren hatten mehrere Sicherheitspannen am Weißen Haus für Aufregung gesorgt. Am 19. September war es einem mit einem Messer bewaffneter Mann gelungen, über den Zaun des Geländes zu klettern und tief in das Weiße Haus einzudringen. Die damalige Secret-Service-Chefin Julia Pierson und leitende Mitarbeiter mussten wegen des Vorfalls zurücktreten.

Im November 2011 hatte ein offenbar geistig verwirrter Mann Schüsse auf das Weiße Haus abgefeuert. Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Der Schütze bezeichnete sich als "moderner Jesus", der auf einer "göttlichen Mission" sei, um den "Teufel" Obama zu beseitigen. Ende März vergangenen Jahres wurde er zu 25 Jahren Haft verurteilt.

sp/gmf (ap, afp, rtr, dpa)